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KINOTE 02.2020

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Um einen Wandel der Finanzbranche erfolgreich zu meistern, müssen Kreditinstitute sowohl Chancen als auch Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) erkennen. Unter der neuen Marke KINOTE der Bank-Verlag GmbH finden Sie Meldungen, Studien und Fachartikel zum Themenkomplex KI. Wir beantworten Ihre Fragen rund um KI. Wir berichten über Trends, neue Technologien, Forschungsergebnisse und daraus entstehende Möglichkeiten, die KI Ihrem Unternehmen bietet.

8 02 | 2020 Chancen,

8 02 | 2020 Chancen, Trends und Risiken Künstliche Intelligenz in ERP-Systemen Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet intelligente Algorithmen, die menschliche Denkmuster nachempfinden und lernfähig sind. Sie werden in zunehmendem Maße von ERP-Anbietern in die Funktionen ihrer Systeme integriert bzw. als kompatible Module bereitgestellt. Diese Studie untersucht, in welcher Weise Unternehmen von KI innerhalb von ERP-Systemen profitieren können. KI kann die Arbeit mit ERP-Systemen auf verschiedene Weise unterstützen, z. B. durch kontextabhängige Visualisierung von Daten und Kennzahlen, Sprachsteuerung, Chatbots, Prognosen und proaktive Optimierungsvorschläge für Unternehmensprozesse (Lagerbewegungen, Produktionsplanung, Marketingkampagnen, Kundenansprachen etc.). Durch ihre Lernfähigkeit verbessern sich die Algorithmen kontinuierlich selbst. Studien sehen im KI-Einsatz in Unternehmen ein großes wirtschaftliches Potenzial und teilweise sogar einen wettbewerbsentscheidenden Vorteil. In der Politik ist

02 | 2020 9 die KI-Förderung in den letzten Jahren Bestandteil nationaler und länderspezifischer Digitalstrategien geworden. Das Land Nordrhein-Westfalen, das bundesweit die höchste Anzahl an Unternehmen beheimatet, will seine Spitzenposition als eine der stärksten KI-Regionen Europas unterstreichen. 1 Obwohl das Angebot an KI-Funktionen durch die ERP-Anbieter zunimmt, ist deren Verbreitung in deutschen Unternehmen eher gering, denn nur etwa die Hälfte setzt sie ein. Für einen erfolgreichen und rentablen KI-Einsatz müssen die richtigen Voraussetzungen gegeben sein. An erster Stelle steht ein konkreter Use Case, der durch geschäftliche Bedarfe motiviert ist. Unternehmen aus dem Bereich Industrie und Handel Diese Studie beinhaltet eine Erhebung über 74 Unternehmen, die zum Großteil der Industrie und dem Handel angehören – Branchen, die auch in der Wirtschaft Nordrhein-Westfalens stark vertreten sind. Die Erhebung ergibt, dass die Automatisierung von Routineabläufen und die damit einhergehende Arbeitsentlastung als größte Chance von KI-Funktionen in ERP-Systemen gesehen wird. Weitere Chancen bestehen in der verbesserten Datenqualität und der Vermeidung von Fehlern sowie der Effizienz- und Performance-Steigerung. Als größte Risiken werden falsches Vertrauen in die Technik und Kontrollverlust genannt. Bezüglich der Anforderungen, die Unternehmen an ihre ERP-Systeme stellen, steht an oberster Stelle die Sprachsteuerung, gefolgt von voraussagenden Analysefunktionen, u. a. zur Vermeidung von Maschinenwartungen. Letztlich bestimmt das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik den Erfolg einer KI-Nutzung. In dieser Hinsicht sind eine frühzeitige Einbindung der Anwender sowie ausreichende Zeit für Schulungen und Einarbeitung entscheidend. Bedeutung von ERP-Systemen Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme unterstützen unternehmensweite Geschäftsprozesse und die Planung der zugrunde liegenden Ressourcen (Personal, Zeit, Maschinen, Lager etc.). Sie erfassen und verknüpfen unternehmensweite Daten und erlauben eine gezielte Auswertung und Steuerung. ERP-Systeme sind damit zu Recht die Herzstücke einer modernen Unternehmens-IT. Da ERP-Systeme grundsätzlich die Automatisierung von Geschäftsprozessen vorantreiben, enthalten sie seit jeher intelligente Funktionen, z. B. zur Optimierung des Ressourceneinsatzes. Ab wann kann man also von Künstlicher Intelligenz (KI) in ERP-Systemen sprechen? Künstliche Intelligenz im ERP-Kontext Allgemein versteht man unter KI ein Teilgebiet der Informatik, das darauf abzielt, bestimmte intelligente Entscheidungsmuster des Menschen durch Algorithmen zu imitieren. Allgemein werden die Begriffe starke und schwache KI unterschieden. Schwache KI wird für begrenzte Problemstellungen entwickelt. Sie optimiert sich selbst im Rahmen der Methoden, die ihr mitgegeben wurden. Der konkrete Lösungsweg muss dabei nicht vorgegeben werden. Alle heute existierenden Systeme fallen unter diese Kategorie. In dieser Studie geht es speziell um KI-Funktionen, die integrierter Bestandteil eines ERP-Systems sind oder an bestehende Systeme kompatibel angedockt werden können. Der dadurch erzielte Effekt ist einerseits, dass Aufgaben in einem Unternehmen, die mittels ERP-System erledigt werden, genauer, schneller, günstiger, effektiver oder mit weniger manueller Tätigkeit erledigt werden können. Je intelligenter und umfassender eine KI agiert, desto näher kommt sie der Vorstellung einer starken KI: Diese wäre in der Lage, neue logische Zusammenhänge zu erkennen

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