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KINOTE 01.2022

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Um einen Wandel der Finanzbranche erfolgreich zu meistern, müssen Kreditinstitute sowohl Chancen als auch Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) erkennen. Unter der neuen Marke KINOTE der Bank-Verlag GmbH finden Sie Meldungen, Studien und Fachartikel zum Themenkomplex KI. Wir beantworten Ihre Fragen rund um KI. Wir berichten über Trends, neue Technologien, Forschungsergebnisse und daraus entstehende Möglichkeiten, die KI Ihrem Unternehmen bietet.

6 01 | 2022

6 01 | 2022 Kurzmeldungen Digitalisierung treibt Senioren in die Isolation Banken setzten verstärkt auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI). Vor einer digitalen Isolation älterer Menschen warnte in diesem Kontext die Bundesvereinigung der Senioren- Assistenten (BdSAD) e.V. Ältere sollten stärker in digitale Förderprogramme eingebunden werden, forderte die Interessenvertretung in Berlin. Die Vorsitzende Carolin Favretto appellierte an Banken und Behörden, bei der Umstellung ihrer Dienstleistung in den digitalen Modus Alternativangebote für Senioren zu schaffen. Den missbräuchlichen KI-Einsatz verhindern Wie sich KI-Systeme schützen lassen, zeigt ein aktuelles Whitepaper der Plattform Lernende Systeme. Darin werden anhand realistischer Anwendungsszenarien Herausforderungen und konkrete Vorkehrungen benannt, um einen Missbrauch zu verhindern, teilte die Plattform mit. Von der Entwicklung bis zur Entsorgung eines KI-Systems müssen demnach mögliche Einfallstore für eine schadhafte Anwendung geschlossen werden. Dazu zählt neben technischen und organisatorischen Vorkehrungen auch ein verantwortungsvoller Umgang mit KI in der Gesellschaft. Bundesbank lobt Chancen von ML Die Deutsche Bundesbank sieht für Kreditinstitute enorme Chancen durch die Anwendung von Maschinellem Lernen (ML). „Auch wir als Aufsicht können profitieren, wenn Banken die Möglichkeiten von ML nutzen“, erklärte Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Mitglied im Vorstand der Bundesbank. Er fragte, wie Banken die Chancen von ML nutzen können, ohne dass die Risiken sich verselbstständigen – und wie die Bankenaufsicht diese Risiken eindämmen kann, ohne Innovationen zu behindern. Zunächst geht es laut Wuermeling darum, ML überhaupt zu erkennen und die Unterschiede zu den Modellen und Prozessen herauszustellen, die die Bundesbank seit Jahrzehnten beaufsichtigt. Diese Unterschiede zeigen demnach, an welchen Stellen die Aufsichtspraxis angepasst werden muss. „Dafür brauchen wir nicht unbedingt eine allgemeingültige Definition von ML. Vielmehr richten wir unsere Aufsichtspraxis, Prüfungstechnik und -intensität darauf aus, ob und welche ML-Charakteristika bei einer Methodik vorliegen und wie stark diese ausgeprägt sind.“ Dieser Ansatz hilft Wuermeling zufolge der Bundesbank dabei, ML-Innovationen sowie ihre Risiken zu erkennen und neue Anwendungen nicht über einen Kamm zu scheren.

01 | 2022 7 Chefs sehen ihre Autonomie gefährdet Fast 80 Prozent der Führungskräfte in Deutschland befürchten, die Kontrolle über ihre Entscheidungen in ihrem Verantwortungsbereich zu verlieren, wenn KI in den Entscheidungsprozess involviert ist. Die Mehrheit (68 Prozent) der Führungskräfte in Deutschland gibt an, dass in ihrem Unternehmen bereits KI-Systeme eingesetzt werden. Ein weiteres Drittel (32 Prozent) berichtet, dass die eigene Firma plant, KI-Systeme zu verwenden. Das sind einige der Ergebnisse einer Studie, die Kienbaum zusammen mit der Ada Learning GmbH durchgeführt hat. Wer spricht über KI? Das Projekt Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz [MeMo:KI] hat Netzwerkanalysen zur Kommunikation über KI auf Twitter veröffentlicht. In 151.325 Tweets kam demnach im Jahr 2021 das Wort KI oder Künstliche Intelligenz vor. Das Forschungsteam von der Düsseldorfer Uni konnte diese Tweets auf 49.749 Twitter-Accounts zurückführen: „Der Blick auf das letzte Halbjahr 2021 zeigt, dass insbesondere journalistische Medien, Privatpersonen, aber auch Accounts, die sich für die Vermittlung von KI-Kompetenzen einsetzen, in der Debatte vorkommen. Die Stärke der Verbindungen in der Netzwerkgrafik gibt an, wie häufig die Accounts aufeinander Bezug nehmen“, hieß es. EZB setzt auf neue KI Die Europäische Zentralbank (EZB) will eine neue KI-Lösung nutzen. Die Software ist dazu in der Lage, unstrukturierte Daten umfassend zu analysieren, wie das Nachrichtenportal punkt4.info mitteilte. Demnach werden wertlose Daten in nutzbare Erkenntnisse umgewandelt. Auch Risiken sollen so schneller erkannt werden. Die Technologie stammt von der Squirro AG. Die Lösung der Firma wird bereits von anderen Zentralbanken genutzt – etwa von der Deutschen Bundesbank oder der Bank of England. Neue Technologien schaffen neue Compliance-Risiken Die Digitalisierung stellt Firmen unter Compliance-Gesichtspunkten vor organisatorische Herausforderungen. Einer Studie zufolge unterschätzen die meisten Unternehmen die rechtlichen Risiken, die mit neuen Technologien wie KI einhergehen. Während 24 Prozent der mehr als 300 befragten Führungskräfte das Risiko von Rechtsverletzungen bei der Nutzung von Mobiltelefonen als hoch bzw. sehr hoch einschätzten, waren es bei KI und Blockchain nur 9 Prozent und bei Big-Data-Analysen lediglich 8 Prozent, so die Analyse der Wirtschaftskanzlei Noerr und dem TUM Center for Digital Public Services an der Technischen Universität München (TUM). Fast jede zweite (47 Prozent) Führungskraft bestätigte demnach, dass ihr Unternehmen einem rechtlichen Compliance- Risiko ausgesetzt war, u. a. durch Hackerangriffe oder Datendiebstahl. 89 Prozent der Entscheidungsträger ergriffen Maßnahmen, um digitale Rechtsrisiken zu verringern. Am verbreitetsten waren interne Stärken-Schwächen (SWOT)-Analysen (63 Prozent), gefolgt von der Bestellung von Compliance-Beauftragten (48 Prozent). 23 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen einen Chief Digital Officer ernannt hatte. Auffällig ist, dass Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten, börsennotierte Firmen und solche mit ausländischer Konzernmutter häufiger Maßnahmen gegen digitale Risiken umsetzen als kleinere, nicht börsennotierte Unternehmen mit Stammsitz im Inland. So nahmen 77 Prozent der börsennotierten Firmen SWOT- Analysen vor, während dies lediglich bei 61 Prozent der nicht börsennotierten Unternehmen der Fall war.

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