Aufrufe
vor 8 Monaten

KINOTE 01.2021

  • Text
  • Digitale
  • Algorithmen
  • Modelle
  • Einsatz
  • Entwicklung
  • Beispielsweise
  • Informationen
  • Intelligenz
  • Unternehmen
  • Banken
Um einen Wandel der Finanzbranche erfolgreich zu meistern, müssen Kreditinstitute sowohl Chancen als auch Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) erkennen. Unter der neuen Marke KINOTE der Bank-Verlag GmbH finden Sie Meldungen, Studien und Fachartikel zum Themenkomplex KI. Wir beantworten Ihre Fragen rund um KI. Wir berichten über Trends, neue Technologien, Forschungsergebnisse und daraus entstehende Möglichkeiten, die KI Ihrem Unternehmen bietet.

54 01 | 2021 01 |

54 01 | 2021 01 | Effekte beim Einsatz von KI in der Baufortschrittskontrolle Kundenzufriedenheit Ressourcenverbrauch Betrugsprävention Serviceaspekte • Unzufriedene Kunden und Handwerker durch langsame Auszahlung • Hoher Aufwand durch manuelle Prüfung der Fortschritte • Schlechte Betrugsprävention durch zu wenig Informationen • Kaum Zeit zur Beratung, zum Beispiel bei Bauplanüberziehungen • Häufige Rückfragen wirken schnell nervig • Probleme werden eher administriert als gelöst Ohne KI STOP Mit KI • Schnelle Auszahlung • Ideal zum Aufbau eines zeitgemäßen, digitalen Kommunikationskanals, beispielsweise durch Verwendung einer App als Frontend • Einsparung von Zeit und Manpower • Mehr Kapazitäten für Beratung und Risikoprüfung • Identifizierung von Unstimmigkeiten bei Dokumenteinreichungen • Deutlich verbesserte Vermeidung von Betrugsfällen • Probleme wie Bauplanüberziehungen werden schneller erkannt • So bleibt Zeit zu reagieren und durch eine fundierte Beratung Schäden abzuwenden Quelle: PPI AG.

01 | 2021 55 gangener Rechnungen und Baufortschrittsmeldungen bzw. der Prüfung, ob ausgezahlte Raten wirklich für die Baumaßnahme verwendet wurden. Aber soll man deswegen einfach weitermachen wie bisher? Prozesskosten sind oft exorbitant hoch. Meist dauert es auch, bis die Kredittranchen erst beim Bauherrn und mittelbar dann bei den Handwerkern ankommen – und im Marktbereich funktioniert die digitale Transformation ohnehin längst: Mehr als ein Drittel der Baufinanzierungen werden online angebahnt. Bislang müssen sich die Sachbearbeiter in der Baufortschrittskontrolle immer wieder neu in den Vorgang einlesen, wenn ein weiterer Auszahlungsstichtag ansteht. Selbst wenn Kreditakten elektronisch vorliegen, müssen von den Bauherren eingesandte Fotos, Dokumente oder Gutachten von Hand dem richtigen Vorgang zugeordnet werden. Dann muss der Bankmitarbeiter selbst entscheiden, ob ihm die vorgelegten Nachweise ausreichen oder er mehr Informationen braucht – oder, ob er im Zweifel selbst zum Objekt fährt und eine persönliche Inaugenscheinnahme vornimmt. die von „Auszahlung“ bis „kritische Nachprüfung erforderlich“ reichen kann. Im zweiten Fall ist dann wieder die Arbeit des Bankmitarbeiters gefragt. Da er aber die unkritischen Vorgänge nicht mehr bearbeiten muss, kann er sich nun intensiv den auffälligen widmen. Die anderen Zahlungen kommen dagegen umso schneller beim Kreditnehmer an, was Bauverzögerungen vermeidet und die Zufriedenheit auf allen Seiten deutlich steigert. » 1 Lernende Algorithmen haben Vorteile KI hat zudem den Vorteil, dass sie mit der Zeit immer besser darin wird, kritische und unkritische Fälle auseinanderzuhalten. Aktuell ist zu Beginn eines solchen KI­Einsatzes damit zu rechnen, dass sich 50 Prozent des Bearbeitungsaufwands in der Baufortschrittskontrolle automatisieren lassen. Dieser Anteil fällt mit zunehmendem KI­Einsatz deutlich höher aus. Für die Baufinanzierer ist das ein immenses Plus, denn auf dem stark umkämpften Markt haben sie sonst nur wenig Möglichkeiten, ihre Margen weiter zu steigern. KI übernimmt Vorprüfung Dieses Verfahren kostet letztlich Zeit und alle Beteiligten Geld: dem Bauherrn im Extremfall durch Mahngebühren und den Handwerkern, weil Forderungen später bezahlt werden. Schließlich könnten sich die Sachbearbeiter viel intensiver um tatsächliche Problemfälle oder die Beratung bei Bauverzögerungen kümmern, wenn sie weniger Aufwand mit Routinevorgängen hätten. Die Lösung liegt daher in Künstlicher Intelligenz. Natürlich kann ein Algorithmus nicht auf die Baustelle fahren und dort Steine zählen. Aber er kann, entsprechend vorprogrammiert, aus den vorhandenen Kreditaktendaten und den neu eingereichten Unterlagen Rückschlüsse auf die Plausibilität der Angaben des Bauherrn ziehen. Neueste Methoden der Bildanalyse und innovative mathematische Modelle lassen es durchaus zu, Rechnungen und Bilder vom Baufortschritt zu prüfen. Idealerweise tritt KI in Aktion, bevor der Sachbearbeiter tätig wird. Das heißt: Sämtliche – hier dann komplett elektronisch – eingereichte Unterlagen werden zunächst vom Algorithmus geprüft und erst danach weitergeleitet – dies zusammen mit einer Empfehlung für das weitere Vorgehen, Fazit Idealerweise ist eine solche KI-Funktionalität mit einem spürbar verbesserten Kundenerlebnis gekoppelt, beispielsweise einer App für das Smartphone. Mit dieser scannt der Bauherr relevante Dokumente und macht Aufnahmen vom Baufortschritt mit der eingebauten Kamera. Die Daten werden dann automatisch dem richtigen Vorgang zugeordnet, können verzögerungslos von der KI geprüft und vom Sachbearbeiter abgerufen werden. Daraus ergibt sich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: mehr Bequemlichkeit für den Kunden, weniger Aufwand für die Bank und schnelleres Geld für Handwerker und Bauunternehmen. Autor Marc-Nicolas Glöckner ist Manager bei der PPI AG.

die bank

© die bank 2014-2020