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KINOTE 01.2020

Um einen Wandel der Finanzbranche erfolgreich zu meistern, müssen Kreditinstitute sowohl Chancen als auch Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) erkennen. Unter der neuen Marke KINOTE der Bank-Verlag GmbH finden Sie Meldungen, Studien und Fachartikel zum Themenkomplex KI. Wir beantworten Ihre Fragen rund um KI. Wir berichten über Trends, neue Technologien, Forschungsergebnisse und daraus entstehende Möglichkeiten, die KI Ihrem Unternehmen bietet.

6 01 | 2020

6 01 | 2020 Kurzmeldungen KI erkennt Covid-19 in der klinischen Routine Bei der Diagnosestellung sind technische Hilfsmittel für Ärzte von hohem Wert – auch und gerade, wenn es um das Coronavirus geht. Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) setzt jetzt auf Künstliche Intelligenz (KI) in der Covid- 19-Bildgebung – und das als erstes Krankenhaus in Deutschland, teilte das UKJ mit. Ziel ist es, dass die Radiologen des Klinikums anhand von Computertomographie-Bildern eine Covid- 19- Lungenentzündung von einer klassischen Pneumonie klar unterscheiden können. Firmen sehen RPA als Business-Beschleuniger Robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) findet in Unternehmen immer häufiger Anwendung. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Firmen in Deutschland setzen laut einer Studie bereits RPA ein oder planen dies in den kommenden zwölf Monaten zu tun. Es zeigt sich, dass RPA-Integrationen auch bei immer komplizierteren Anwendungsfällen in Unternehmen eingesetzt werden, was sehr viel intelligentere komplementäre Technologien erfordert, um die Projekte erfolgreich durchzuführen, so eine Studie des Softwareunternehmens ABBYY. Enquete-Kommission diskutiert über KI-Weißbuch Die Mitglieder der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz des Bundestags haben sich mit dem im Februar 2020 erschienenen Weißbuch zur KI befasst. Das Weißbuch verspricht „ein europäisches Konzept für Exzellenz und Vertrauen“, teilte der Informationsdienst „heute im bundestag“ (hib) mit. Die programmatische Ausrichtung des Papiers schilderte Christiane Canenbley, Vize-Kabinettschefin der geschäftsführenden Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margarethe Vestager. Zwei Säulen waren bei der Erstellung des Weißbuchs maßgeblich: Erstens die Schaffung eines „Ökosystems der Exzellenz“, also einer Umgebung, in der Wissenschaft und Forschung rund um Themen der KI gefördert werden, und zweitens der Aufbau von Vertrauen innerhalb der Bevölkerung für KI. Oft gibt es noch Zurückhaltung, was KI-Anwendungen betrifft, sagte Canenbley. Daher müssen die europäischen Rechtsrahmen überprüft werden – mit Blick auf selbstfahrende Autos etwa das Haftungsrecht. Zugleich gilt es aber auch, die Zuverlässigkeit bei der Datenverarbeitung von KI-Anwendungen zu gewährleisten. Zudem müssen die Resultate von Menschen geprüft werden.

01 | 2020 7 KI für Zukunft der Finanzdienstleistungen zentral Der digitale Wandel hat den Bankensektor voll im Griff. Kein Kreditinstitut kann es sich erlauben, Kunden die Vorzüge der zahlreichen neuen technischen Trends vorzuenthalten. Den hohen Stellenwert des Themas belegt auch eine aktuelle Studie des Schweizer FinTech-Unternehmens Avaloq: Demnach betrachtet die Mehrheit (55 Prozent) der Fachleute im Bankwesen und in der Vermögensverwaltung Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und Automatisierung als die wichtigsten Entwicklungen, die die globale Finanzdienstleistungsbranche in Zukunft prägen werden. KI-Förderung: BDI für Schulterschluss mit anderen Ländern Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat sich dafür ausgesprochen, rasch klare Prioritäten in der KI-Forschung zu setzen. „Die deutsche Politik muss den Schulterschluss mit anderen EU-Staaten üben, um die hohen Wachstumschancen durch den klugen Einsatz von KI zu nutzen. Europaweite Exzellenzzentren mit hoher finanzieller und personeller Ausstattung sowie einer guten wirtschaftlichen Vernetzung sind Erfolgsfaktor dafür, dass sich führende KI-Forscher in Europa niederlassen“, erklärte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. DFKI gründet Außenstelle an der Uni Trier Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität Trier bauen ihre Kooperation in der anwendungsorientierten KI-Forschung aus. DFKI-CEO Prof. Dr. Antonio Krüger und Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel unterzeichneten den Vertrag zur Einrichtung einer Außenstelle des DFKI in Trier, hieß es in einer Mitteilung des Forschungszentrums. Die Schwerpunkte der künftigen gemeinsamen Forschung liegen in der Schnittmenge von Künstlicher Intelligenz (KI) und Wirtschaftsinformatik, in den Bereichen Erfahrungsbasierte Lernende Systeme (Experience-Based Learning Systems) sowie Kognitive Sozialsimulation (Cognitive Social Simulation). Auf Basis der vereinten Kompetenzen soll daran geforscht werden, wie KI, basierend auf Erfahrung, als lernendes System zur Bewältigung von Problemstellungen eingesetzt werden kann. Ministerpräsidentin Malu Dreyer erklärte: „Wir weiten die KI-Forschung aus und schaffen ein schlagkräftiges Netzwerk. Dabei besitzt das Thema Künstliche Intelligenz Potenzial, unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Arbeit und Wirtschaft spürbar zu verändern.“ Ralph Bergmann, der eine Professur für Wirtschaftsinformatik an der Uni Trier innehat, sagte: „Die Kombination von Ansätzen aus dem Fallbasierenden Schließen mit Machine-Learning- und Deep-Learning-Verfahren birgt enormes Potenzial für intelligentes Prozessmanagement.“ Anwendungsbeispiele sind flexible Arbeits- und Produktionsprozesse in Handwerk und Industrie, aber auch die Entscheidungsunterstützung im Datenschutzrecht. Arzneimittel-Entwicklung soll mit KI beschleunigt werden Die Northern Data AG, ein Anbieter von High-Performance- Computing (HPC)-Lösungen, will die Entwicklung von Medikamenten gegen die von dem Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 und andere Krankheiten beschleunigen. Das Unternehmen gab zu diesem Zweck eine strategische Partnerschaft mit der Innoplexus AG bekannt, eine auf KI basierende Plattform für die Arzneimittelforschung.

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