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diebank 09 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT 3 | Dashboard

MANAGEMENT 3 | Dashboard eines integrierten Szenario- und Stresstesting Tools Dashboard ESG scenario generator 1 ESG scenario comparison 2 ESG KPIs 3 ESG heatmap 4 Analysis type Type RoE Reg. compliance Incl. Scenarios 14.10 % yes Excl. Scenarios 15.25 % yes Scenarios used: » Carbon price increase > x% » … » … RoE over time 15 17 16 14 13 12 14 13 13 12 2025 2026 2027 2028 2029 Base Case Scenario 1. Key Ratios – 2025 Unit CET1 Rt T1 Rt TCRt LRt LCRt NSFRt RoEt Group 7.75 % 9.98 % 11.43 % 3.70 % 99 % 113 % 12.4 % BU1 7.59 % 9.75 % 11.10 % 3.80 % 106 % 121 % 15.6 % BU2 7.45 % 9.63 % 11.20 % 3.60 % 65 % 110 % 10.5 % BU3 7.34 % 9.54 % 11.30 % 3.84 % 80 % 106 % 8.5 % BU4 8.20 % 10.00 % 11.90 % 3.50 % 90 % 90 % 7.5 % CET1, T1 & CAR Forecast LCR, NSFR over time Forecast balance sheet 14 12 10 8 0 2025 CET1 T1 Total capital 2026 2027 2028 2029 2025 2026 2027 2028 2029 LCR NSFR Commercial Banking assets Retail assets Assets Commercial Banking Retail assets Deposits Liabilities Deposits 4,0 3,5 3,0 0,0 2025 Leverage ratio over time LR Scenario 1 2026 2027 2028 2029 Evolution liquid assets Req. Level Liq. Sources 2025 2026 2027 2028 2029 Investment portfolio Investment portfolio ST funding Money Money LT funding market market Equity 2025 base Scenario 1 2025 base ST funding LT funding Equity Scenario 1 Quelle: True North Partners. Geschäftsbereichs- und Gesamtbankebene. Dieses Vorgehen ermöglicht auch die Überwindung einiger Datenverfügbarkeitsprobleme: So kann bspw. die mangelnde Datenverfügbarkeit im KMU-Bereich (teilweise) überwunden werden, indem in der Einzelanalyse größere Unternehmen desselben Clusters analysiert und die Ergebnisse dann auf die KMUs im jeweiligen Cluster extrapoliert werden. Versteht man die Stresstests hinsichtlich Zielsetzung und Vorgehensweise im oben beschriebenen Sinn, so stellen auch die Wechselwirkungen zwischen fortschreitender Klimaänderungsdynamik und ordnungspolitischen Gegenmaßnahmen, die möglicherweise zu weniger „glatten“ Szenarioverläufen führen, keine erhebliche Barriere dar. Werden Analyse und darauf basierende Steuerungskorrekturen in regelmäßigen, etwa in Zweijahres-Abständen mit Bezug auf die jeweils aktuelle Bilanz vorgenommen, so wird die langfristig erforderliche grundsätzliche „Kurskorrektur“ ersetzt durch eine zusammenhängenden Reihe geringfügiger, kurz- bis mittelfristiger Korrekturen. Integration in die Gesamtbanksteuerung Mit zunehmendem Verständnis der Thematik als solcher, wie auch einer sich zunehmend konkretisierenden regulatorischen Anspruchshaltung, lassen sich die erforderlichen Schritte einer Integration von Klimarisiken inzwischen klarer erkennen. So hat die EZB Leitlinien zum Umgang mit Klimarisiken herausgegeben, wie auch die EBA ihren finalen Bericht zu Kreditvergaberichtlinien veröffentlicht hat. 6 In beiden Fällen wird wiederholt ein holistischer Ansatz gefordert, wonach keine Parallelstrukturen aufgebaut werden sollen, sondern die volle Bandbreite von ESG-Risiken sowohl methodisch wie auch systemseitig in die bestehende Bankorganisation eingebettet werden solle. Dies betrifft insbesondere auch die Klima-Stresstests. Es gilt, diese vollumfänglich in die Banksteuerung einzubinden, als ein weiteres Instrument zur Bestimmung von Risikostrategie und Risikoappetit, Konzentrationsrisikosteuerung und Limitierung, Ermittlung der Risikotragfähigkeit usw. ÿ 3 Vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Data Governance sind darüber hinaus weitere Anwendungen des Risikomanagements zu berücksichtigen, die auf ähnliche Daten zurückgreifen, wie Klimastresstests, so etwa Ratingverfahren für Unternehmen und Projektfinanzierungen, Verfahren zur Immobilienbewertung etc. Ein ganzheitlicher Ansatz erfordert hier die Ergänzung der bestehenden Daten- und Informationssysteme um Daten, die in all diese Anwendungen in einheitlicher Weise einfließen können. 54 09 // 2020

MANAGEMENT Autoren FAZIT Klima-Stresstests sind langfristig vorausschauende Instrumente der Banksteuerung, die dazu beitragen, kurz- bis mittelfristige Steuerungsimpulse zu setzen, um so langfristig notwendige Strategien etappenweise umzusetzen. Sie liefern keine exakte langfristige Prognose von KPIs, sondern dienen dazu, die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf das Bankportfolio zu verstehen und entsprechende Steuerungsimpulse auszulösen. Diese Impulse können sowohl auf die Vermeidung von Verlustrisiken als auch auf die Nutzung sich ergebender Chancen ausgerichtet sein. Methodisch stellt ihre Entwicklung hohe Anforderungen sowohl an die Aufsichtsbehörden als auch an die Bankinstitute. Während jene verbindliche Szenarien entwickeln und vorgeben müssen, müssen diese die vorgegebenen Szenarien auf ihre Geschäftsregionen und Portfolios anwenden. Dabei gilt es auf beiden Seiten, wissenschaftliche Erkenntnisse, Methoden und Modelle einzubeziehen, die für Banken – derzeit noch – fremdartig, weil nicht ökonomischer bzw. finanzwissenschaftlicher Natur sind. Dies gilt im Übrigen auch für die – zukünftig ebenso erforderliche – Einbeziehung von Pandemierisiken. Von zentraler Bedeutung ist, dass Klima-Stresstests in Banken kein isoliertes „Eigenleben“ fristen, sondern von Beginn an im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes in die Banksteuerung eingebunden werden. Prof. Dr. Wolfgang Malzkorn lehrt allgemeine BWL und Finanzdienstleistungen an der FHDW Fachhochschule der Wirtschaft in NRW. Darüber hinaus ist er Partner der Strategieberatung True North Partners LLP in London. Constantin Ebert ist als Consultant in der gleichen Strategieberatung tätig. Er hat Master-Abschlüsse in Internationaler Volkswirtschaft der Universität Bayreuth sowie in Betriebswirtschaft der Freien Universität Amsterdam, und hält das Certificate in Finance and Technology (CFT). 1 Vgl. Bank of England: „Discussion Paper. The 2021 Biennial exploratory Scenario on the Financial Risks from Climate Change”; Dezember 2019. 2 Vgl. TCFD: „The Use of Scenario Analysis in Disclosure of Climate Related Risks and Opportunities”, Juni 2017. 3 Vgl. Malzkorn / Ebert in die bank 06/2020. 4 ECB: „Guide on Climate-related and Environmental Risks. Supervisory Expectations Relating to Risk Management and Disclosure”, Mai 2020, p.37; vgl. auch Bank of England, op. cit., S. 4. 5 Vgl. Bank of England, op. cit., S. 9. 6 Vgl. ECB, op. cit., sowie EBA: „Final Report - Guidelines on loan origination and monitoring”, Mai 2020. 09 // 2020

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