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diebank 09 // 2019

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends

News & Trends FINANZWISSEN VON JUGENDLICHEN Gerade noch Note 3 Nur noch knapp befriedigend: Deutschlands Jugend gibt sich durchschnittlich die Schulnote 3,3 für ihre finanzielle Bildung. Gegenüber dem Jahr 2016 (Schulnote 3,4) hat sich bei der Vermittlung von Finanzwissen nicht viel getan. Und das, obwohl die Schulen in der Bewertung der Jugendlichen insgesamt zulegen konnten. Jedoch geben immer noch 40 Prozent der Befragten der schulischen Finanzbildung die Note 5 oder 6 (2016: 59 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine comdirect Jugendstudie, für die bundesweit 1.600 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren befragt wurden. Zwar wissen die meisten jungen Leute, was Begriffe wie „Kreditkarte“, „Zinsen“ oder „Girokonto“ bedeuten. Aber schon ein Wort wie „Inflation“ kann ein Drittel nicht erklären. Mit „Liquidität“ weiß die Hälfte nichts anfangen, und was sich hinter „DAX“ verbirgt, kann nicht einmal jeder Zweite erläutern. ù Jugendlichen ist die Bedeutung vieler Finanzbegriffe oft unbekannt. STUDIE ZUR GEHALTSBIOGRAFIE Was verdient man ein Leben lang? „Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?“ Diese Frage ist für viele Deutsche durchaus Ansichtssache. Doch was kommt im Laufe eines Lebens eigentlich an Verdienst zusammen? Welchen Einfluss haben Ausbildung, Berufswahl oder andere Bedingungen? UMFRAGE Ostdeutsche können kaum sparen Ostdeutsche können häufiger überhaupt nichts sparen (22 Prozent) als Westdeutsche (18 Prozent). In der Studie „Gehaltsbiografie 2019“ von Gezahlt.de wurden bei der Ermittlung des Lebenseinkommens zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr Kriterien wie etwa Alter, Schwangerschaft oder Qualifikation herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, welche Auswirkungen etwa ein Studium, die Übernahme von Führungsverantwortung oder die Wahl der Branche für die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter spielen können. Allein der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einem Studium zeigt: Ein Studium lohnt sich meist – vor allem mit zunehmendem Erwerbsalter, teilte das Deutsche Institut für Altersvorsorge mit. So liegt die Gehaltsdifferenz bei 50-Jährigen zwischen Beschäftigten mit und ohne Studienabschluss zugunsten der Akademiker bei fast 30.000 € jährlich. Entscheidend ist auch die Studienfachrichtung. Informatiker in der Software-Entwicklung erreichen ein Lebenseinkommen von rund 2,4 Mio. €. Die IT-Branche sucht händeringend nach Fachkräften und bezahlt gut. Bankangestellte kommen auf insgesamt 2,3 Mio. €. Führungsverantwortung übernehmen die meisten Deutschen nach einem Studium oder einer adäquaten Ausbildung. Dadurch starten sie zwar durchschnittlich erst mit 25 Jahren ins Berufsleben, verdienen dann allerdings auch schon rund 62.800 € im Jahr. Während normale Fachkräfte in den vier Jahrzehnten zwischen ihrem 20. bis 60. Lebensjahr insgesamt 1,8 Mio. € verdienen, erhalten Führungskräfte 3,7 Mio. € im Laufe ihrer Karriere. Über alle Altersgruppen hinweg erreicht das Bruttojahreseinkommen von Führungskräften im Schnitt 104.600 € pro Jahr. Doch auch hier zählt die richtige Branche. Im Bankensegment erzielen Führungskräfte mit 60 Jahren ein Jahreseinkommen von knapp 180.000 €. ù Zwar können 30 Prozent der Ostdeutschen bis zu unter 100 Euro monatlich zurücklegen (im Westen jeder Vierte), allerdings sind die Westdeutschen häufiger in den höheren Sparbeträgen vertreten. So kann jeder Fünfte (21 Prozent) im Westen über 300 Euro monatlich zur Seite legen – im Osten ist dies jedoch nur für 14 Prozent der Bürger möglich. Das geht aus einer Umfrage des Zinsportals WeltSparen in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov hervor. Als Hauptgrund für das Nichtsparen nennen drei Viertel der Deutschen – 75 Prozent im Osten und 76 Prozent im Westen – dass es ihre finanzielle Situation derzeit nicht erlaubt. Das eingeschränkte Sparverhalten führt bei Ostdeutschen zu einer düsteren Prognose für die eigene Rente: 22 Prozent von ihnen halten es für sehr wahrscheinlich, im Alter von Armut betroffen zu sein, im Westen sind es nur 17 Prozent. ù 6 09 // 2019

NEWS & TRENDS ANZEIGEPLICHT FÜR STEUERGESTALTUNGEN DK lehnt Gesetzentwurf ab Nach Auffassung der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) geht die geplante Anzeigepflicht für Steuergestaltungen zu weit und ist in dieser Form strikt abzulehnen. Der vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf würde zu erheblicher Rechtsunsicherheit und zu neuer Bürokratie führen. Laut DK fehlen insbesondere eindeutige Definitionen der zu meldenden Sachverhalte. Zudem dürfen Standardgeschäfte der Kreditinstitute, wie etwa der Zahlungsverkehr, das Depotgeschäft sowie damit einhergehende Wertpapiergeschäfte, nicht unter die Meldetatbestände fallen. Das Gleiche muss für den gesamten Bereich des Online Banking sowie für andere Geschäfte gelten, mit denen keine Beratung verbunden ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass massenhaft unbedenkliche Fälle erfasst werden und es zu einer Flut von „irrelevanten“ Meldungen kommt. Der Gesetzentwurf für die Einführung einer Anzeigepflicht grenzüberschreitender Steuergestaltungen dient der Umsetzung der Richtlinie zur Änderung der EU-Amtshilfe-Richtlinie, in der die Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen in den Mitgliedstaaten geregelt ist. ù ZAHL DES MONATS 130 So viele Kreditinstitute haben sich in New York schriftlich zu Grundsätzen für ein nachhaltiges Bankensystem bekannt. (Quelle: Vereinte Nationen) CYBERABWEHR Nur wenige Firmen geben sich ein gutes Zeugnis Nur jede dritte Firma weltweit (34 Prozent) hält ihre Fähigkeiten in der Cyber-Prävention, -Detektion und -Reaktion für weit oder sehr weit entwickelt. Dabei schätzen die Befragten ihre Fähigkeiten in der Prävention und Detektion besser ein als in der Reaktion auf eine Cyber-Attacke. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Beratungsgesellschaft PwC. ù AUS DER BANKENAUFSICHT BaFin veröffentlicht Anforderungen an IT Die BaFin hat ihre Kapitalverwaltungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (KAIT) veröffentlicht. Die Behörde erläutert mit der KAIT Mindestanforderungen vor allem an die IT-Governance und Informationssicherheit, die von den Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) einzuhalten sind. Die IT sei die Basisinfrastruktur für sämtliche Prozesse in den KVGen, teilte die Aufsicht mit. Sie habe damit eine zentrale Bedeutung für deren Geschäftsbetrieb und stelle ein relevantes operatives Risiko dar. IT-Governance und Informationssicherheit seien keine Randthemen mehr, sondern hätten auch für die Aufsicht einen hohen Stellenwert. Den Entwurf der KAIT hatte die BaFin im Frühjahr 2019 öffentlich konsultiert. ALLIANZ RESEARCH Rezessionsgefahr auch für 2020 Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September leicht verbessert. Verantwortlich für den leichten Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex war eine etwas positivere Einschätzung der aktuellen Geschäftslage. Die Geschäftserwartungen der Firmen für die kommenden sechs Monate verzeichneten hingegen einen erneuten Rückschlag, teilte Allianz Research mit. Größtes Sorgenkind bleibt das verarbeitende Gewerbe, wo sich das Geschäftsklima erneut verschlechterte. Mit Glück ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2019 zwar vermutlich knapp an einer Rezession vorbeigeschlittert. Doch die Eintrübung der Geschäftserwartungen deutet darauf hin, dass die Rezessionsgefahr auch 2020 akut bleibt. Bisher haben Bau und privater Konsum die deutsche Wirtschaft noch über Wasser gehalten. Allerdings färbt die Industrieschwäche auf andere Wirtschaftszweige ab. Für 2019 und 2020 rechnen die Forscher nur noch mit einem Wachstum von 0,6 Prozent für Deutschland. Damit dürfte das Expansionstempo hierzulande nur noch rund halb so hoch ausfallen wie für den Euroraum als Ganzes. ù 09 // 2019 7

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