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diebank 09 // 2019

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT einem Plus von

MARKT einem Plus von knapp 30 Prozent gegenüber 2011 entspricht. Die Aufsicht hat auf das wachsende Kreditvolumen inzwischen reagiert, indem die Banken bis zum Herbst nächsten Jahres ihre Kredite mit zusätzlichem Eigenkapital absichern sollen, dem sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer. Positiv ist zu vermerken, dass die Privatbanken wegen der verschlechterten Konjunkturaussichten und der gesunkenen Risikotoleranz ihre Vergabestandards für Wohnungsbaukredite leicht gestrafft haben. 4 Bei deutlichen Preiskorrekturen könnte der Erlös von Immobilien bei einem Verkauf nicht ausreichen, um die Verluste aus Kreditausfällen abzudecken. Der Stresstest der Bundesbank hat gezeigt, dass ein Konjunktureinbruch und deutlich fallende Preise die Immobilien-Kreditportfolios deutscher Banken teilweise empfindlich treffen würden. Erste Risiko-Wolken in Sicht Erste Risiko-Wolken am Horizont sind auch auf dem Markt für Gewerbeimmobilien zu erkennen, zumal dieser im Gegensatz zum Wohnimmobilienmarkt durch kurzfristigere Finanzierungen und einen höheren Anteil variabel verzinster Kredite gekennzeichnet ist. Bislang machen Gewerbeimmobilienkredite lediglich 16 Prozent der Gesamtforderungen gegenüber dem Bankensektor aus. Der geringe Anteil des Bankensektors an den Finanzierungen ist darauf zurückzuführen, dass die Privatbanken zunehmend Konkurrenz seitens alternativer Kreditgeber bekommen. Dass sich klassische Banken als Kreditgeber zurückziehen, hängt auch mit den Basel-IV-Regularien zusammen, die u. a. auch entsprechende Risikobewertungen bei höheren Loan-to-Value-Darlehen vorsehen. Falls sich der Anteil alternativer Finanzierungen weiter erhöht, könnte aufgrund der unzureichenden Datenbasis bzw. Transparenz ein Risiko für die Finanzstabilität – und damit auch für die Privatbanken – bestehen, wenn sich die explosive Preisentwicklung in diesem Tempo fortsetzt. Angesichts der gestiegenen Kapitalquoten dürften die Privatbanken einen Preisverfall von circa 10 Prozent absorbieren können. 12 09 // 2019

MARKT FAZIT Die Ankündigung der EZB, die Abkehr von der Nullzinspolitik auf unbestimmte Zeit zu verschieben und weitere geldpolitische Lockerungen in Aussicht zu stellen, dürfte die Attraktivität der Assetklasse Immobilie vor allem in Deutschland in den nächsten Jahren weiter stützen und die Preise in den bevorzugten Regionen weiter nach oben schnellen lassen. Daneben lässt sich generell feststellen, dass Immobilienmärkte auf Konjunktur- und Börsenabschwünge und geopolitische Unsicherheiten mit Zeitverzug reagieren. Die Profitabilität der deutschen Privatbanken dürfte indes unter der Negativzinspolitik der EZB weiter leiden und die Banken dazu verleiten, höhere Risiken einzugehen. Autor Karl-Heinz Goedeckemeyer ist Wirtschaftspublizist und Finanzanalyst in Frankfurt am Main. 1 Quelle Sachverständigenrat – Jahresgutachten 2018/19. 2 Postbank Wohnatlas 2018. 3 vpd Immobilienpreisindex Q2 2019. 4 Deutsche Bundesbank, Bank Lending Survey, April 2019. Job Unternehmenssteuerung, Verantwortung übernehmen DZ BANK Gruppe Zweitgrößte FinanzGruppe Deutschlands Team, das an einem Strang zieht Nationale und europäische Expertise Blick für „das große Ganze“ Ausgezeichnete Karrierechancen Jetzt bewerben! Wenn auch Sie im Job mehr bewirken wollen: Willkommen im Team. Bewerben Sie sich jetzt: www.karriere.dzbankgruppe.de 09 // 2019 13

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