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diebank 07 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE GELD-

BERUF & KARRIERE GELD- UND WÄHRUNGSGESCHICHTE Neues aus dem alten Athen Antike Münzen sind das Steckenpferd und eine der Fachgebiete unseres Autors, der vielen Lesern sicher noch als langjähriger Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken bekannt ist. Für „die bank“ untersuchte er das vermehrte Auftauchen antiker Athener Münzen auf Auktionsplattformen und nimmt die Leser zugleich mit auf eine unterhaltsame (Zeit-)Reise in die Währungsgeschichte. Auf der Internet-Plattform Sixbid.com werden seit Herbst 2018 von einer Reihe renommierter Auktionshäuser Münzen von Athen in erstaunlicher Zahl und Qualität angeboten. Diese Münzen könnten für die Rekonstruktion der Geldgeschichte Athens von großer Bedeutung sein. Denn die Chronologie der Münzprägung Athens ist trotz vieler Funde und jüngst publizierter Inschriften keineswegs gesichert. Hinter den Fragen nach Prägeablauf und -volumen steht eine grundsätzliche Frage: Wie groß war die wirtschaftliche Macht Athens im 5. und 4. Jh. v. Chr. wirklich? Wird das Athen des 5. Jh. v. Chr. nicht wegen des berühmten Staatsmanns Perikles und der glanzvollen Bauten auf der Akropolis überschätzt? Und war das Athen des 4. Jh. v. Chr. dagegen wirklich wirtschaftlich so schwach oder wird es nur unterschätzt? Um diese Fragen geht es in dem folgenden Abriss über die Geldgeschichte Athens in klassischer Zeit. Die frühklassische Zeit (480 bis 455 v. Chr.) Die seit einigen Monaten so zahlreich angebotenen athenischen Münzen werden auf die Jahre von 490 bis etwa 420 v. Chr. datiert, in die Blütezeit Athens, also in die Jahre von den Perserkriegen bis zum Beginn des Peloponnesischen Kriegs. Schon im letzten Quartal des 6. Jahrhunderts hatten die Athener ihre berühmten Münzen, die sog. „Eulen“ eingeführt – mit dem Kopf der Stadtgöttin Athena auf der Vorderseite und ihrem Begleittier, der Eule, auf der Rückseite. Nach den Siegen bei Marathon und Salamis wurden diese Münzbilder geändert: den Helm der Athena zierten ab 480 Olivenblätter, der Eule wurden Olivenzweig und Mondsichel hinzugefügt. In den folgenden zwei Jahrzehnten variierten die Athener diese Münzbilder nur noch in einigen Details, aber diese reichen aus, um fünf Prägeperioden zu unterscheiden. Deren Dekadrachme (Silber), 470-460 v. Chr. Fotoquelle: Fotograf Lutz-Jürgen Lübke / Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin. 82 07 // 2019

BERUF & KARRIERE Reihenfolge ist durch mehrere Münzfunde abgesichert: den Fund aus dem sog. Perserschutt von der Akropolis (480 v. Chr.), den Münzfund von Asyut in Ägypten (475 v. Chr.), und insbesondere durch den berühmten Dekadrachmen-Fund (465 v. Chr.) aus Elmali an der Südküste der Türkei. Wie sich aus der Zahl der Stempel entnehmen lässt, hat sich das Emissionsvolumen um das Jahr 460 stark erhöht. Mit der Gefahr neuer Perserkriege übernahm Athen in diesen Jahren die Führungsrolle im attisch-delischen Seebund. Es verlagerte die Bundeskasse nach Athen, und zu dieser Zeit setzte die sog. Massenprägung von Athen ein. Massenprägung in hochklassischer Zeit (455 bis 404 v. Chr.) Die Massenprägung ist durch zwei Faktoren gekennzeichnet: Einerseits durch ein hohes Prägevolumen, andererseits durch die technische Perfektion. Die Münzprägung Athens erreichte in diesen Jahren ein in der antiken Welt unvergleichlich hohes Niveau mit einer einmaligen Standardisierung von Metallqualität und Münzkunst. Diese Standardisierung machte es allerdings bisher auch nicht möglich, einzelne Emissionen zu unterscheiden. Die Periode der Massenprägung hielt ohne nennenswerte Änderungen über fünf Jahrzehnte an, also bis zum Ende des Peloponnesischen Kriegs. Sie konnte bisher chronologisch nicht gegliedert werden, da weder sicher datierte Funde vorlagen noch Stempelstudien möglich erschienen. Zuletzt hat C. Flament [1] den Versuch unternommen, die Zeit der Massenprägung anhand stilistischer Merkmale – wie der Form der Palmette am Helm der Athena oder der Länge der Eulenkrallen – in drei Perioden zu gliedern: Die Jahre von 460 bis 440, von 440 bis 420 sowie von 420 bis 400 v. Chr. Die Entwicklung verlief aber nicht gradlinig und auch nicht in allen stilistischen Merkmalen parallel. Stilistische Besonderheiten einzelner Stempelstecher können nicht ausgeschlossen werden. Tetradrachme (Silber), um 430 v. Chr. Stater (Gold), um 395/4 v. Chr. Fotograf Reinhard Saczewski / Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin. Fotoquelle: Fotograf Lutz-Jürgen Lübke / Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin. 07 // 2019 83

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