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diebank 06 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT NACHHALTIGKEITSRISIKEN Mehrwerte einer integrativen Umsetzung Der Neuanfang nach der Covid-19-Krise sollte nach Überzeugung vieler Politiker, Klimaschützer und Unternehmer zugleich ein Neustart in eine digitalisierte, nachhaltige und klimafreundliche Wirtschaft sein. Für viele verbietet sich ein „Weiter so!“. Der gute Wille ist vielfach vorhanden, das zeigt auch das „Green Deal“-Vorhaben der EU, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Auch für Banken besteht ein Veränderungsdruck: durch das Merkblatt der BaFin, die EBA-Leitlinien, die 6. MaRisk Novelle, aber vor allem durch die Stakeholder und die Öffentlichkeit. In den letzten Jahren spüren Kreditinstitute erheblichen Regulationsdruck vonseiten der Bankenaufsicht. Dabei verweisen die Regulatoren auf die hohe volkswirtschaftliche Relevanz eines funktionstüchtigen Bank- und Finanzdienstleistungswesens und begründen damit zahlreiche Maßnahmen. In der Konsequenz adjustieren Banken ihre Geschäftsmodelle neu. Rückt durch die Regulierungswelle das Kundeninteresse – wie beabsichtigt – wieder stärker in den Fokus bankbetrieblicher Aktivitäten? Das aktuelle Umfeld Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt aus unterschiedlichen Perspektiven immer mehr an Bedeutung. Zu Beginn des Jahres 2020 wurden im Risikoreport des WEF 2020 (World Economic Forum) in Davos erstmals nur grüne Themen als die weltweiten langfristigen Top-Risiken dargestellt: Wetterextreme und Naturkatastrophen, das Versagen beim Klimaschutz, der Verlust der Artenvielfalt sowie vom Menschen verursachte Umweltkatastrophen. Vor allem bei jüngeren WEF-Experten stehen die Umweltrisiken im Vordergrund. Gesundheitliche Risiken, wie z. B. eine Pandemie, wurden vor Covid-19 fast nicht betrachtet. Auch Banken, als systemrelevante Institute in 24 06 // 2020

MANAGEMENT Deutschland, leisten einen wesentlichen Beitrag in Bezug auf nachhaltige Finanzierungen. Der WWF Deutschland (World Wide Fund For Nature) hat in Zusammenarbeit mit dem NKI - Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH die nach der Bilanzsumme 14 größten Geldhäuser einer Analyse unterzogen und sie zur aktuellen Integration von Nachhaltigkeit in Strategien, Prozesse und Produkte befragt. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass kein Institut den Anforderungen des WWF an die „zukunftsfähige Bank 2025“ gerecht wird. Der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ Der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ wird von verschiedenen Stakeholdern unterschiedlich verstanden. Die BaFin veröffentlichte am 20. Dezember 2019 ihr Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. Im Sinne dieses Merkblatts sind Nachhaltigkeitsrisiken Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen (i) Ökologie / Umwelt, (ii) Soziales / Gesellschaft / Mensch oder (iii) Ökonomie / Wirtschaft / Unternehmensfü hrung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines beaufsichtigten Unternehmens haben können. ÿ 1 Dabei werden die Nachhaltigkeitsrisiken im Kontext der Umwelt unterschieden nach Z physischen Risiken: Ursache ist die Umwelt bzw. das Klima, das eine (Aus-)Wirkung auf das Finanzunternehmen hat. Z Transitionsrisiken: Ursache ist die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft und die Reduzierung der CO2-Emissionen, was eine Wirkung auf das Finanzunternehmen hat (z. B. Elektromobilität). Z Finanzstabilitätsrisiken: Ursache können u. a. marktgefährdende Auswirkungen in einer ganzen Branche, Region bzw. eines Markts sein, verbunden mit evtl. Reputationsrisiken. Fü r das Jahr 2020 hat die BaFin vier Schwerpunktthemen 1 festgelegt, die fü r alle Geschä fts- bereiche große Bedeutung haben; zwei davon haben ihren Ursprung in der Nachhaltigkeit: 1. Digitalisierung, IT und Cyberrisiken, 2. Integritä t des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität, 3. nachhaltige Geschäftsmodelle, 4. nachhaltige Finanzwirtschaft, Sustainable Finance. Die Finanzunternehmen informieren über ihre Nachhaltigkeitsaspekte sehr unterschiedlich. So unterwirft sich die GLS-Bank bereits seit Jahren mit ihrem ethisch-ökologischen und sozialen Anspruch strengen Regeln. Die Umweltbank sieht sich der nachhaltigen Geldanlage verpflichtet. Andere Banken veröffentlichen dagegen nur einen Nachhaltigkeitsbericht oder haben nur sehr geringe Nachhaltigkeitsbestrebungen. Eine weitere Perspektive ist die Betrachtung der Nachhaltigkeit aus der Sichtweise der weiteren Stakeholder der Bank, wie der Kunden, Mitarbeiter, (Outsourcing-) Partner oder der Öffentlichkeit. Hier rücken sehr individuelle Nachhaltigkeitsprinzipien in den Fokus, die von Müllvermeidung über den Green-Finance-Gedanken bis hin zu einem wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und anderen Stakeholdern reichen. Die Spanne der Definition von Nachhaltigkeit kann dabei sehr breit ausfallen. Die Studie „Transforming Business for a Sustainable Economy“ von Bain & Co. belegt, dass für 81 Prozent der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit heute wichtiger ist als noch vor fünf Jahren. Bei 85 Prozent besteht die Meinung, dass das Thema in den kommenden fünf Jahren noch bedeutsamer sein wird, und 99 Prozent sind sich bewusst, dass die notwendigen Veränderungen schnell oder schneller als bisher umgesetzt werden müssen. Laut der Studie „Nachhaltiges Leben 2020“ von Spiegel Media und Polycore wollen mehr als 82 Prozent der befragten Konsumenten ihren Lebensstil aktiv verändern, das betreffe Entscheidungen wie den Einkauf von Lebensmitteln und Verbrauchsgütern, nachhaltige 06 // 2020 25

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