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diebank 05 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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DIGITALISIERUNG 2 | Geografische Verteilung der deutschen FinTech-Unternehmen Flensburg Kiel Rostock Hamburg Bremen Förderprogramme als Erfolgsrezept Im Hinblick auf fehlendes Wagniskapital empfiehlt Prof. Dr. Rainer Lauterbach, Experte für Private Equity, Venture Capital und Corporate Business Development, daher auch, nach staatlichen Fördermitteln Ausschau zu halten. „Die attraktivsten Förderprogramme sind immer jene, bei denen man die zur Verfügung gestellten Finanzierungsmittel nicht zurückzahlen muss. Das sind die sogenannten ’verlorenen Zuschüsse‘. Darüber hinaus gebe es bei Landesbanken und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Förderdarlehen sowie Unternehmen und Förderfonds, über die der Staat als Co-Investor Risiko- oder Wachstumskapital an FinTechs bereitstellt. „Ganz ohne private Investoren machen viele dieser Förderprogramme aber oftmals keinen Sinn“, räumt Lauterbach im Gespräch mit die bank ein. Duisburg Düsseldorf Dortmund Essen Wuppertal Köln Bonn Saarbrücken Münster Bielefeld Kassel Hannover Wiesbaden Frankfurt Mainz Würzburg Leibzig Berlin Potsdam Dresden Chemnitz Internationaler Vergleich Wer hingegen die Attraktivität der deutschen FinTech-Standorte im internationalen Kontext nachvollziehen möchte, kommt an der neuen Studie des britischen Unternehmens Findexable nicht vorbei. Sie stellt einen Index für die wichtigsten Städte und Staaten der Fintech-Branche vor. Insgesamt wurden 7.000 FinTechs in 230 Städten und 65 Ländern bewertet. Auf den ersten drei Plätzen liegen die Bay Area um San Francisco (Silicon Valley), London und New York. Berlin liegt laut Findexable als attraktivster kontinentaleuropäischer Standort auf Platz 9, Frankfurt erreicht Rang 39, Hamburg 43 und München 49. Die Stadt an der Elbe führt ferner die Rangliste der aufstrebenden FinTech-Hubs an, und zwar vor Tallinn, Kopenhagen und Istanbul. Findexable versichert nach eigenen Angaben, Echtzeit- Daten sowie einen Algorithmus für sein globales Ranking zu nutzen. Stuttgart Ingolstadt München Rosenheim Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch Ein Star unter den endkundenzentrierten FinTechs ist Scalable Capital. Das Unternehmen verwaltet als erster digitaler Vermögensverwalter in Deutschland über 2 Mrd. € (vgl. auch „die bank“ 03/2020). Für das selbstgesteckte Ziel einer „demokratisierten Vermögensverwaltung“ werden drei Bausteine kombiniert: Kosteneffiziente ETFs, eine professionelle Risikomanagement-Technologie und ein bequemer, digitaler Service. Mit diesem Angebot ging Scalable Capital im Februar 2016 als erster bankenunabhängiger und BaFin-regulierter Robo-Advisor in Deutschland an den Start. Seither ist die Wachstumsdynamik im Branchenvergleich einzigartig. „Aktuell verwalten wir mehr als 60.000 Kundenportfolios. Mehr als ein Drittel des verwalteten Gesamtvermögens liegt in Portfolios mit einem Volumen von mehr als 100.000 €. Jeder zweite Kunde hat zudem einen monatlichen Sparplan über durchschnittlich 400 € abgeschlossen. Darüber fließen uns jährlich mehr als 100 Mio. € zu“, erklärt CEO Erik Podzuweit. Scalable gibt an, Emotionen und das Bauchgefühl der Fondsmanager durch Technologie zu ersetzen. So könne man mithilfe von Big Data, Cloud Computing und Machine Learning unzählige Daten auswerten, „mit denen wir das Risiko im Markt und in den Portfolios sehr viel besser abschätzen können. Auf diese Weise können wir eine riesige Anzahl an Portfolios von Privatanlegern individuell, kosteneffizient und professionell steuern. Dazu wäre ein einzelner Fondsmanager niemals in der Lage“, behauptet Podzuweit. Die Bedeutung von Data Science und künstlicher Intelligenz bringt Hartmut Wagner, CEO von Collenda, gut auf den Punkt: „Diese Technologien sind im Wettbewerb essenziell. Der Kostendruck und die digitalen Anforderungen der Kunden werden gleichermaßen die Entwicklung vorantreiben. Beim Backend oder im Frontend – die Potenziale der Technologien sind enorm.“ Collenda ist ein Anbieter von Kreditmanagementund Inkassosoftware für über 700 Banken, Unternehmen und Inkassofirmen in ganz Europa. 44 05 // 2020

DIGITALISIERUNG Weitere erfolgreiche Gestalter Ob Girokonto, Blockchain und Kryptowährungen wie bei Bitwala oder neue Kontoinformationsdienste und Einlagengeschäft, Zahlungsverkehr und E-Commerce, angeboten etwa von FinTecSystems, Deposit Solutions, Ratepay und b4payment – sie alle konnten sich über die Einfallstore, die die Digitalisierung schuf, als Neobanken und FinTechs bislang gut etablieren. Bei all dem geht es fortan jedoch auch um Sicherheit. „Verimi ist ein FinTech, weil wir als Start-up verschiedene Lizenzen und Technologien unter anderem aus der Finanzwelt innovativ bündeln, um neue, disruptive Identifizierungs- und Authentifizierungsmethoden über eine offene, nutzerzentrierte Plattform anzubieten“, wirbt Verimi-Geschäftsführer Roland Adrian. Die niiio finance group AG bietet indes Mietsoftware für Banken, Sparkassen, Vermögensberater sowie Vermögensverwalter an, über die diese die Vermögensportfolien ihrer Kunden professionell managen können. Hierbei ermöglichen Algorithmen es den menschlichen Beratern, Krisensignale rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, um Vermögensschäden zu reduzieren. Scoperty dagegen möchte als PropTech den Immobilienmarkt transparenter machen. „Digitale Plattformen spielen eine wichtige Rolle. Heute ist es wichtiger denn je, frühzeitig Kunden zu identifizieren und zu binden. Ein Kauf oder Verkauf ist ein Prozess, der in mehreren Phasen stattfindet – und mitunter aktiv angestoßen werden kann durch Schätzwerte oder die Abgabe von Geboten. Scoperty will Käufer und Verkäufer frühzeitiger abholen und so einen Mehrwert schaffen“, versichert Dr. Michael Kasch, Gründer und Geschäftsführer der Scoperty GmbH. Das Start-up kooperiert im Bereich der Baufinanzierung überdies mit einem strategischen Partner, der Interhyp Gruppe. EU-Rahmenwerk für Crypto-Assets. Dabei sollte auch eine Evaluierung der Möglichkeiten zur Übertragung des deutschen Regelwerks in Richtung EU geprüft werden.“ Geiseler plädiert außerdem dafür, gegenüber den Entwicklungen der großen Tech Companies wachsam zu sein und bei Bedarf Chancengleichheit mit der Finanzindustrie sicherzustellen. „Die Regulatorik folgt immer der Innovation. Deshalb müssen wir konsequent am europäischen Binnenmarkt arbeiten. Insofern brauchen wir gleiche Anforderungen für alle Unternehmen. Und das gilt auch für Banken und FinTechs“, fasst Tobias Tenner, Abteilungsdirektor Digital Banking beim Bankenverband, die aktuelle Diskussion auf der politischen Ebene zusammen. FAZIT Der FinTech-Markt in Deutschland reift. Wagniskapitalgeber sind selektiver geworden und konzentrieren sich auf Firmen mit hohem Erfolgspotenzial. Überdies nimmt der Druck auf die Branche stetig zu – nicht zuletzt auch durch neue internationale Wettbewerber, wie etwa große Tech-Konzerne. Um die Potenziale neuer Technologien besser ausschöpfen zu können, ist es erforderlich, zu kooperieren. Der Trend zur Konsolidierung wird in der Finanzindustrie anhalten, einerseits durch Übernahmen und andererseits durch eine stärkere Portfolio-Zusammenführung von FinTechs und etablierten Instituten. Beides führt zu einer Portfolio-Diversifizierung sowie zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit der deutschen sowie europäischen Bankenlandschaft. Wachsam sein Bei allen Kooperationsbemühungen müssen FinTech-Ökosysteme jedoch regulatorische Anforderungen erfüllen. Für Marc Schirmer, Manager Major Accounts PreSales bei NTT Germany, und Oliver Geiseler, Digitalexperte und Partner bei Capco, sind die bestehenden Regularien ausreichend. Schirmer: „Diskutieren könnte man über eine sinnhafte Verifizierung der Auditinhalte. Notwendig sind eine Harmonisierung von gesetzlichen Vorgaben auf europäischer und internationaler Ebene und ein Autor François Baumgartner ist freiberuflicher Journalist, Kommunikationsmanager und als Berater für Start-ups und mittelständische Unternehmen tätig. 05 // 2020 45

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