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diebank 05 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT INTERVIEW 6

MANAGEMENT INTERVIEW 6 Bargeld: Als Virenschleuder gefürchtet, als Sicherheitsanker beliebt Die Deutschen lieben Bargeld, doch aktuell steigen viele auf kontaktloses Bezahlen um. Beim FinTech barzahlen.de können die Kunden bei 12.000 Filialen im Einzelhandel Rechnungen z. B. von Online-Händlern bar bezahlen sowie Geld vom Girokonto abheben und einzahlen. Wie sich die Corona-Krise auf das Geschäft auswirkt, sagt CEO Sebastian Seifert. die bank: Sie klingen ja noch ganz fröhlich, haben Sie nicht so langsam die Nase voll vom Homeoffice? Sebastian Seifert: Noch geht’s. Es funktioniert überraschend gut, wenngleich der Abstimmungsaufwand aus der Ferne viel größer und komplizierter ist. die bank: Und was sagen die Mitarbeiter? Seifert: Anfang des Jahres war es noch ein Top-Thema, wie schön Arbeiten im Homeoffice sei. Jetzt giert wirklich jeder Kollege danach, wieder im Büro arbeiten zu können. die bank: Wann kehren Sie ins Office zurück? In solch dicht besetzten Großraumbüros wie bei Barzahlen.de kann man ja schlecht mindestens 1,50 Meter Abstand halten. 05 // 2020

MANAGEMENT Seifert: Das ist noch nicht absehbar. Wir versuchen gerade, über unseren neuen japanischen Großinvestor Glory Schutzmasken für alle zu besorgen. Das wäre schon mal ein erster Schritt. die bank: Bei Ihrem Geschäftsmodell dreht sich alles ums Bargeld, das die Deutschen ja ganz besonders lieben. Seit Corona fragen sich aber viele, ob auf Scheinen und Münzen Viren lauern. Welchen Einfluss hat diese Sorge? Seifert: Die Nachfrage nach Bargeld geht deutlicher zurück als in normalen Zeiten. Man darf aber nicht vergessen, dass Bargeld sehr stark von Geringverdienern genutzt wird. Diese Gruppe könnte durch die Krise eher noch größer werden. Und für viele ist Bargeld nach wie vor ein Sicherheitsanker in Krisen. Sie heben deshalb signifikant Bargeld von Ihrem Konto ab. die bank: Gleichzeitig wird Zahlen mit Karte aktuell sehr ge- pusht. Selbst mein Bäcker an der Ecke hat jetzt ein tenterminal. Und bei ersten deutschen Händlern Kar- können Kunden seit Mitte April mit der Girocard Beträge bis zu 50 Euro kontaktlos und PIN-frei bezahlen. Wie wirkt sich Covid-19 auf Ihre Zahlen aus? Seifert: Uns geht es noch verhältnismäßig gut. Wir akquirieren neue Unternehmenskunden, etwa bei Stadtwerken, deren Kundencenter geschlossen sind. Die Kunden können dann über uns ihre Rechnungen bezahlen. Auch Banken, die Filialen geschlossen haben, arbeiten mit uns zusammen. Deren Kunden können über die Bank-App zum Beispiel im Supermarkt Geld ein- und auszahlen. die bank: Manche FinTechs wie N26 haben Kurzarbeit angemeldet. Ist das bei Barzahlen.de ein Thema? Oder sogar Personalabbau? Seifert: Nein, wir haben noch keine Kurzarbeit für unsere rund 60 Mitarbeiter beantragt. Aber es ist vorstellbar. Personal bauen wir jedoch auf keinen Fall ab. Wir haben im April sogar noch drei neue Mitarbeiter eingestellt. die bank: Sie haben Ihr FinTech 2011 gegründet. Jetzt sind Sie 30 Jahre alt. Wie viel Sorgen bereitet Ihnen diese Krise als junger Unternehmer? Seifert: Wir haben 2019 eine große Finanzierungsrunde mit unserem neuen Investor aus Japan abgeschlossen. Deshalb schlafe ich recht gut, was die Liquidität angeht. Am meisten macht mir Sorgen, dass man nicht weißt, wie lange die Krise noch dauert und was die mittelfristigen Effekte sind. Die Fragen stellte Eli Hamacher. 05 // 2020 31

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