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die bank 12 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

M&A-PANEL Kaufpreise an

M&A-PANEL Kaufpreise an der Schmerzgrenze ó Im deutschen Markt für Fusionen und Übernahmen sind die Preise für Unternehmenszukäufe in den vergangenen Monaten stark gestiegen und haben in einigen Branchen ein Niveau erreicht, das die Schmerzgrenze potenzieller Käufer übersteigt. Die M&A-Profis in den Unternehmen sehen derzeit kaum attraktive Übernahmeziele, während sich die Beratungshäuser über volle Auftragsbücher freuen. Dies geht aus einer gemeinsamen Erhebung der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland und des Fachmagazins „Finance“ hervor. Sowohl die M&A-Professionals aus Unternehmen als auch aus Investmentbanken halten die derzeitigen Kaufpreise in vielen Branchen für überhöht. Im starken Wettbewerb sind jetzt Erwerber im Vorteil, die schnell und kreativ handeln sowie Transaktionen allein mit Eigenkapital finanzieren können. Die divergierenden Preisvorstellungen sind der häufigste Grund für das Scheitern von Transaktionen – während die Banker diesen Dealbreaker um fünf Prozent höher als im Sommer einstufen, ist seine Bedeutung bei den Corporates um sieben Prozent zurückgegangen. Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass Unternehmensverantwortliche wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen nicht nur in kompetitiven Bieterverfahren unterliegen, sondern zunehmend auch aussteigen oder gar nicht teilnehmen. OTC-DERIVATE Korrekturbedarf bei EMIR ó In einer Stellungnahme an die EU-Kommission zur Überprüfung der EMIR-Verordnung (European Market Infrastructure Regulation) fordert der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) Korrekturen der ESMA-Vorgaben zur Nutzung von Barsicherheiten bei OGAW-Repogeschäften. OGAWs sollten die aus Repogeschäften erhaltene Liquidität für die Besicherung von Derivategeschäften, die über eine zentrale Gegenpartei (CCP) abgewickelt wurden, einsetzen dürfen. Darüber hinaus sollen CCPs einen Zugang zu Zentralbankgeld erhalten. Die ESMA könnte bei Bedarf (z. B. bei Illiquidität einer clearingpflichtigen Derivateklasse) die Clearingpflicht kurzfristig aussetzen oder beenden, so der BVI. Bilateral abgeschlossene (OTC-) Derivate, die nicht über eine zentrale Gegenpartei abgewickelt werden, müssen künftig besichert werden. Die europäischen Aufsichtsbehörden haben zur Umsetzung dieser Vorschrift eine umfangreiche Konsultation mit der Finanzindustrie durchgeführt. Die Einführung der bilateralen Besicherungspflichten für nicht über einen CCP abgewickelte OTC-Derivate ist für den 1. September 2016 geplant. Die EU-Kommission ist gemäß der EMIR verpflichtet, die Verordnung zu überprüfen und dem EU-Parlament sowie dem EU-Rat einen Bericht vorzulegen. KREDITBEARBEITUNGSENTGELTE FÜHRTEN 2014 ZU RIESIGER BESCHWERDEWELLE Ombudsleute-Verfahren vor seiner größten Herausforderung ó Ombudsleute helfen seit mehr als 20 Jahren, wenn es in der Verständigung zwischen Bank und Kunde hakt. Das Verfahren bietet für beide Seiten Vorteile: Dem Kunden kann so schnell und unbürokratisch geholfen werden, die Banken ihrerseits können Schwachstellen leichter erkennen und korrigieren. Doch die Welle an Einwänden, die im letzten Jahr über die Kundenbeschwerdestelle des Bankenverbands hereinschwappte, ist beispiellos: Insgesamt registrierte die Eingabestelle 108.500 Vorfälle, 102.770 davon bezogen sich auf die beiden Urteile des Bundesgerichtshofs vom Mai und Oktober 2014 zu laufzeitunabhängigen Bearbeitungsentgelten in Verbraucherdarlehensverträgen (Kreditbearbeitungsentgelte). Zum Vergleich: In den letzten Jahren hatte die Zahl der Beschwerden konstant zwischen 6.000 und 8.000 gelegen. Allein am 29. Dezember 2014 verzeichnete die Kundenbeschwerdestelle dazu über 29.000 Eingänge von Kunden, die noch schnell der Verjährungsfrist entgehen wollten. Auch wenn die Fallzahl tatsächlich niedriger liegt, weil viele Beschwerden gleich mehrfach eingereicht wurden oder sich gegen Institute richteten, die gar nicht dem BdB angeschlossen sind, bleibt es bei einer Beschwerdeanzahl, die das Ombudsmannverfahren vor die größte Herausforderung seines Bestehens stellte. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, zog bei der Vorlage des Ombudsmann-Tätigkeitsberichts dennoch ein positives Fazit: „Wir haben auf die Beschwerdewelle mit verschiedenen Sofortmaßnahmen reagiert. Inzwischen konnten knapp 80.000 der Eingaben bereits abgeschlossen werden.“ Neben den Kreditbearbeitungsentgelten betrafen die Verbraucherbeschwerden im vergangenen Jahr aber auch wieder die gesamte Bandbreite des klassischen Bankgeschäfts. Zudem entwickelt sich das Verbraucherschutzrecht auf dem Finanzmarkt dynamisch fort, und die Regulierung schlägt auch im Bereich der außergerichtlichen Streitschlichtung immer härter zu. Nach dem Erlass der sogenannten ADR-Richtlinie auf EU-Ebene im Juni 2013 wird nun das „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über alternative Streitschlichtung in Verbraucherangelegenheiten und zur Durchführung der Verordnung über Online-Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten“ im Deutschen Bundestag beraten. Der Bankenverband werde das Gesetzgebungsverfahren aufmerksam und konstruktiv begleiten, kündigte Kemmer an. 6 diebank 12.2015

Finanzmarkt Trends BANK-ANLEIHEN Höhere Risikoaufschläge ó Der Markt für Senior-Anleihen von Banken steht vor einschneidenden Veränderungen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Vorstoß des Gesetzgebers in Deutschland: Unbesicherte Forderungen von Investoren sollen in Zukunft nachrangig gegenüber Kundeneinlagen und Derivaten sein, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Damit würde sich die Kapitalstruktur von Banken in einem entscheidenden Punkt verändern: Senior-Anleihen würden in Zukunft einem deutlich höheren Risiko unterliegen als bisher. „Investoren müssten damit rechnen, dass ihre Papiere bei einem Bail-in betroffen sein können“, sagt Sam Theodore, Leiter der Bankenanalyse bei Scope Ratings. Bankeinlagen dagegen, zum Beispiel von Unternehmen, wären besser als bisher vor dem Risiko eines möglichen Bail-in geschützt. Die neue Regelung verändert den Charakter von Senior-Anleihen aus Investorensicht fundamental. Investoren werden eine Prämie für das steigende Risiko eines Bail-in verlangen, so Theodore. Das könnte die Refinanzierungskosten für Banken in die Höhe treiben. Außerdem dürfte sich die Investorenbasis verkleinern, die bereit ist, Senior-Anleihen von Banken zu kaufen. „Vor allem in unsicheren Marktlagen könnte es für Banken schwieriger werden, sich über Senior-Anleihen zu refinanzieren“, sagt Scope-Analyst Theodore. REGULIERUNG Kapitalmarktunion ohne Effekte ó Die deutsche Finanzindustrie hält die von der Europäischen Kommission geplante Kapitalmarktunion für sinnvoll, sieht aber keine besonderen positiven Effekte. Das ergab eine Umfrage des Center for Financial Studies unter Finanzinstituten und Dienstleistungsunternehmen am Finanzplatz Deutschland. Eine Mehrheit der Befragten erwartet weder positive Zusatzeffekte auf die deutsche Wirtschaft noch zusätzliche Wachstumsimpulse für Europa, wenn die Kapitalmarktvorschriften stärker harmonisiert werden. Die Kapitalmarktunion soll Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, ihre Finanzierungskanäle zu diversifizieren, und vor allem für kleine und mittlere Unternehmen die Kosten der Kapitalaufnahme senken. Stärker integrierte Kapitalmärkte und effizientere Marktinfrastrukturen sollen zudem die Schockresistenz der europäischen Wirtschaft verbessern und zusätzliche Investitionen ermöglichen. Bei den Finanzinstituten rechnet rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer mit starken bzw. mäßigen Auswirkungen, während ein Drittel nur schwache Effekte erwartet. NIEDRIGZINSEN Anleger ergeben sich ó Privatanleger in Deutschland gehen überwiegend davon aus, dass das derzeitig historisch niedrige Zinsniveau in Europa weitere drei bis fünf Jahre oder sogar länger anhalten wird. Trotzdem hält die Mehrzahl der Deutschen an renditeschwachen Anlagen fest. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Goldman Sachs Asset Management (GSAM) in Zusammenarbeit mit TNS Infratest zum aktuellen Investitionsverhalten deutscher Anleger. Rund 77 Prozent haben demnach ihr Geld weiterhin in Sparbüchern und Tagesgeldkonten investiert, sind jedoch mit dem Ertrag dieser Geldanlage eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden (60 Prozent). Aktien sind bei den Befragten hingegen vergleichsweise unbeliebt: nur jeder Vierte hält aktuell Aktien oder Aktienfonds, auch wenn hier der Großteil der investierten Befragten mit den Erträgen sehr zufrieden oder eher zufrieden ist (69 Prozent). „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die deutschen Anleger zwar des Niedrigzinsumfelds bewusst sind, jedoch bei ihrer bereits vorhandenen Geldanlage nicht entsprechend reagieren“, erläutert Markus Weis von GSAM. Auch in den nächsten zwölf Monaten wollen mehr als 75 Prozent der deutschen Anleger ihr Geld nicht in eine für sie neue Anlageklasse investieren. 12.2015 diebank 7

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