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die bank 12 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

GRÜNDER UND

GRÜNDER UND FINANZWISSEN Der Schlüssel zum Erfolg ó Von den rund 2,5 Mio. Existenzgründungen der letzten drei Jahre in Deutschland sind 17 Prozent bereits wieder in der Versenkung verschwunden. Gründer, die sich mit ihrer Idee am Markt durchsetzen können, haben meist einen Wissensvorsprung gegenüber den Konkurrenten: Eine aktuelle Studie von KfW Research belegt, dass sich vor allem Existenzgründer mit gutem Finanzwissen durchsetzen. Bei Gründern, die sich mit Themen wie Kreditfinanzierung, mit Zinsrechnung und Inflation auskennen, beträgt die Abbruchquote nur 12 Prozent, bei denen mit schlechtem Finanzwissen dagegen 21 Prozent. „Die Abbruchwahrscheinlichkeit eines durchschnittlichen Gründungsprojekts sinkt allein durch gutes Finanzwissen um ein Drittel“, sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Gründer tun also gut daran, sich möglichst frühzeitig Finanzwissen anzueignen, um aus einer guten Geschäftsidee leichter ein erfolgreiches Unternehmen zu formen. Deutlich wird der Zusammenhang zwischen Finanzkompetenz und Erfolg besonders bei der Gründungsfinanzierung. Geschäftsgründer mit gutem Finanzwissen können sich leichter Geld beschaffen. Gründer mit schlechtem Finanzwissen nutzen dagegen seltener Förderdarlehen und greifen häufig auf teure Überziehungskredite zurück, weiß Zeuner. Wer Wissenslücken schließen möchte, kann von gezielter Weiterbildung im Bereich Unternehmensfinanzierung und Geschäftsplanung profitieren. GLOBALE INSOLVENZEN Duo infernale ó Die gute Nachricht vorweg: In Westeuropa setzt sich der Trend zu rückläufigen Insolvenzzahlen weiter fort. 2014 sind die Zahlen im Vergleich zu 2013 im Durchschnitt um 5,5 Prozent zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2015 beläuft sich der Rückgang auf 4,1 Prozent und hat sich damit etwas verlangsamt. Mittel- und Osteuropa schlagen mit einem Minus von 8,3 Prozent (2014) in dieselbe Kerbe – die Länder weisen aber untereinander größere Schwankungen auf als jene Westeuropas, wie eine Studie des KSV1870 zeigt. Der Trend zu rückläufigen Zahlen hängt an den niedrigen Zinsen. Springt die Konjunktur an – und Europa bräuchte zur Sicherung des Wohlstands dringend ein nachhaltiges Wachstum – dann brächte das die Unternehmen unter Druck. Jene Länder, die nach 2008 durch das größte „Stahlbad“ gegangen sind, können mittlerweile mit den größten Rückgängen punkten. Dazu gehören vor allem Spanien (-25 Prozent), Irland (-19 Prozent) und die Niederlande (-17 Prozent). Insolvenzzahlen hinken der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung meist sechs Monate hinterher. Zuweilen entstehen sogar scheinbar paradoxe Phänomene, dass parallel mit einem Aufschwung nach einer Stagnation auch die Insolvenzen anspringen. Dies führt zu einem Duo infernale: Keine Konjunktur ohne Pleitenanstieg. STUDIE: 1000 MITARBEITER ARBEITEN FÜR PENSIONSANSPRÜCHE DER SPARKASSEN-VORSTÄNDE Banker verdienen in Relation deutlich weniger ó Wenn´s um (das eigene) Geld geht, haben die Sparkassen-Vorstände die Nase klar vorn, sie erhalten deutlicher bessere Gehälter und Pensionen als Privat- und Genossenschaftsbanker. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Frankfurt University of Applied Sciences nach der exemplarischen Untersuchung der Gesamtbezüge von Sparkassenvorständen in Nordrhein-Westfalen. Bei über der Hälfte dieser Sparkassen werden 20 Prozent des Jahresgewinns in Form von Gehältern und Pensionen an die Vorstände ausgezahlt – bei Deutsche Bank und Commerzbank liegt der Wert bei nur rund 2 Prozent. Sparkassenvorstände verdienten damit in Relation fünfmal so viel wie Vorstände der beiden größten Banken, resümiert Studienleiter Ralf Jasny. Die Untersuchung beruht auf Zahlen, die im Zuge des Transparenzgesetzes in NRW seit 2009 offengelegt werden müssen. Die Pensionsansprüche von Sparkassenvorständen liegen in Einzelfällen bei bis zu 75 Prozent ihrer Grundgehälter; bei Grundgehältern von über 500.000 € entstehen so Pensionsansprüche von mehr als 375.000 € pro Jahr. Damit sind für einzelne Vorstände Pensionsrückstellungen von über 5 Mio. € notwendig. Im Mittel müssen die Sparkassen viereinhalb Monate arbeiten, nur um die Pensionen ihrer Vorstände zu erwirtschaften. Bei einem Drittel der untersuchten Sparkassen arbeiten 1.000 Mitarbeiter mehr als ein Jahr, um wenigen Vorständen die Rente zu bezahlen, rechnet Jasny vor. Zum Vergleich: Die Mitarbeiter der Deutschen Bank benötigen dazu nur zwei Tage. Diese hohen Zuwendungen minderten den Gewinn der Sparkassen erheblich, sodass die gesetzlich verankerte Gemeinwohlorientierung fraglich sei. Während die Bonuszahlungen bei Bankern durch die Institutsvergütungsverordnung auf das Zweifache des Grundgehalts beschränkt sind, bilden die Sparkassen für ihre neu eingetretenen Vorstände Pensionsrückstellungen bis zum Elffachen des Grundgehalts. Wirtschaftlich betrachtet sei es egal, ob Vorstände einen Bonus über mehrere Jahre verteilt ausgezahlt erhalten oder eine Pensionszusage, die ebenfalls erst später zur Auszahlung kommt. In einigen Fällen ist die Vorstandsvergütung an die Tarifentwicklung des öffentlichen Diensts gekoppelt. Damit steigen Gehälter und Pensionsansprüche automatisch; für jeden Prozentpunkt Tariferhöhung erfolgt laut Jasny eine erneute Pensionsrückstellung von 10 Prozent des Grundgehalts. 38 diebank 12.2015

Betriebswirtschaft Kompakt MELDEWESEN Banken äußerst unzufrieden ó Das Meldewesen in Kreditinstituten unterliegt aktuell starken Veränderungen. Insbesondere die vielfältigen und stetig wachsenden regulatorischen Anforderungen der nationalen und europäischen Aufsichtsbehörden sind hierfür verantwortlich. In Bezug auf die derzeitige Ausgestaltung des Meldewesens besteht bei einem großen Teil der Banken eine hohe Unzufriedenheit. Knapp 50 Prozent der von ibi research an der Universität Regensburg befragten Mitarbeiter sehen insbesondere die Komplexität und die Kosten bzw. den Aufwand als sehr problematisch an, gefolgt von 38 Prozent, die mit der Geschwindigkeit ihres Meldewesens eher unzufrieden sind. Am unkritischsten wird die Flexibilität eingestuft. Hier äußerten nur 26 Prozent der Teilnehmer größeren Unmut. Der höchste Veränderungsbedarf wird in den Feldern gesehen, die zum Teil noch keinen regelmäßigen Meldeauflagen unterliegen: BCBS 239 sowie Single Supervisory Mechanism (SSM) und Analytical Credit Dataset (AnaCredit). Erst danach folgen FINREP mit Bilanz- und GuV-Strukturen sowie Aktiv-/ Passiv-Management. Bei BCBS 239, SSM und AnaCredit werden zudem die höchsten Umsetzungsaufwände erwartet. Diese regulatorischen Anforderungen legen einen klaren Fokus auf Data Governance und Datenqualität. KREDITAUFNAHME Autokauf ist wichtigster Grund ó Wer Ratenkredite nutzt, verwendet diese in erster Linie zur Finanzierung eines Fahrzeugs. Nahezu jedes zweite Darlehen dient der Anschaffung eines Pkws. 25 Prozent bezahlen mit einem Kredit einen Gebrauchtwagen und 22 Prozent einen Neuwagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der GfK Finanzmarktforschung, die im Auftrag des Bankenfachverbands untersucht hat, wie Verbraucher Finanzierungen nutzen. Aktuell bedient sich jeder dritte Haushalt eines Ratenkredits, um Konsumgüter vom Laptop bis zum Pkw in Monatsraten zu bezahlen. Kraftfahrzeuge zählen zu den teuersten Konsumausgaben. Ein neuer Pkw wird im Schnitt mit 18.000 € finanziert. „Ohne Finanzierungsangebote wäre es vielen Verbrauchern nicht möglich, sich ein Auto anzuschaffen“, sagt Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbands. Gerade die Finanzierung von Gebrauchtwagen gewinnt weiter an Bedeutung. Nutzer von Raten- oder sonstigen Krediten haben durchschnittlich zwei Verträge und zahlen Monatsraten von insgesamt 250 €. Jeder fünfte Ratenkredit kommt heute bereits über das Internet zustande, Tendenz steigend. STUDIE Risk Manager gewinnen an Einfluss ó Sieben von zehn Risikomanagern beurteilen ihre Einflussmöglichkeiten heute höher als noch vor drei Jahren. Dies bezieht sich vor allem auf strategische Entscheidungen, digitale Technologien und soziale Medien sowie die Auswahl von Lieferanten und Geschäftspartnern. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Industrieversicherers ACE. Ein Drittel aller Risk Manager gab demnach an, dass der Grund für den stärkeren Einfluss technologische Veränderungen seien, gefolgt von Konjunkturschwankungen und einer zunehmenden Komplexität der Geschäftswelt. Bei den deutschen Befragten lag der Aspekt der Komplexität sogar mit 35 Prozent sogar an erster Stelle der Nennungen. Auf dem zweiten Rang folgt das steigende Bewusstsein, dass Risk Management Mehrwert bringt sowie eine erhöhte Risikobereitschaft des Managements. Mit je 24 Prozent beurteilen die deutschen Risikomanager den rasanten Wandel in der Geschäftswelt und die große Bandbreite an neuen wie auch bekannten Risiken als Faktoren ihrer gesteigerten Einflussnahme. Nur jeder Fünfte ist allerdings überzeugt, die Herausforderungen auch bewältigen zu können. Jeder Dritte fordert Investitionen in Zertifizierung und Professionalität. 12.2015 diebank 39

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