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die bank 11 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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ó FINANZMARKT am Gesamtkreditportfolio (ohne Abzug von Risikovorsorge), wie ” 1 zeigt. Die Problemkredite waren jedoch bereits knapp zur Hälfte durch Rückstellungen abgedeckt. 3 Die EZB arbeitet am Entwurf eines Leitfadens, der wesentliche Aspekte zur Strategie und zum Verfahren der Abwicklung notleidender Kredite enthält. Ein Umsetzungsplan gibt quantitative kurz- und mittelfristige Ziele vor; die bedeutenden Institute der Eurozone werden zu zeitnahen Wertberichtigungen angehalten. Damit verstärkt die EZB den Druck auf die Institute, die Bilanzbereinigung noch stärker voranzutreiben, um die Kreditvergabe weiter zu beschleunigen. 675 Mio. € Kapitalbedarf im Krisenfall Trotz des insgesamt besseren Abschneidens beim jüngsten Stresstest bleiben die Unsicherheiten bestehen, wie stabil die Kapitalquoten im Fall eines Einbruchs der weltweiten Aktienmärkte wirklich sind. Laut EBA ergab sich im Schockszenario im Durchschnitt noch eine harte Kernkapitalquote (CET 1 / fully loaded) von 9,2 Prozent, worin sich die Bemühungen der Banken zur Verbesserung ihrer Bilanzen in den letzten Jahren widerspiegeln. Obwohl es bei den Testergebnissen unter den Banken erhebliche Unterschiede gab, korrelierten sie weniger mit ihrer Nationalität als erwartet, denn italienische oder spanische Banken wie Intesa oder Santander waren wesentlich besser in Form als die deutschen und britischen Großbanken. Dennoch stellt sich die Frage, wie aussagefähig die EBA-Ergebnisse im Krisenszenario sind und wie hoch das Verlustpotenzial ist. „Der kürzlich von der EBA durchgeführte Stresstest zielte in erster Linie darauf ab, die Eigenkapitalquoten Unterschiede zwischen starken und schwachen Banken verfestigt Auch das Schweizer Bonitätsinstitut Independent Credit View AG (I-CV) hat in einer Bankenstudie 34 europäische Institute aus elf Staaten einem umfassenden Stresstest unterzogen. Demnach habe sich die Kreditwürdigkeit europäischer Großbanken generell leicht verbessert. Gemäß I-CV zeigen die Ergebnisse ein unverändert gespaltenes Bild mit großen Herausforderungen für südeuropäische Banken, während nordische Institute vergleichsweise robuste Kennzahlen aufwiesen. Die zumeist bessere Kreditqualität der Großbanken, die auf die niedrigen Risikokosten und die Auflösung von Risikovorsorgebeständen zurückzuführen sei, spiegele die moderate wirtschaftliche Entwicklung der meisten Länder wider. Mit Blick auf die erhöhten Kapitalquoten geben die Ratingexperten jedoch zu bedenken, dass sich die substanziellen Unterschiede zwischen stärkeren respektive schwächeren Volkswirtschaften und Banken verfestigt hätten. Sie verweisen auf die massiven Problemkredite italienischer Banken, die neben den strukturellen Mängeln Frankreichs und Italiens, das wichtigste Hindernis für die Gesundung der europäischen Bankensysteme seien. Während I-CV bei den Banken aus der Schweiz und aus Nordeuropa einen gefl Wenngleich sich die Finanzprofile der Banken verbessert haben, ist die schlechte Entwicklung der Rentabilität bei Europas Geldhäusern bedenklich. der Banken in der Eurozone transparent zu machen – weniger darauf, die Kapitalschwächen der Banken offenzulegen“, sagt Sascha Steffen. Er leitet beim ZEW den Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und ist Mitautor einer Studie zu den jüngsten Stresstest-Resultaten. Analog zur EBA betrachtet das ZEW 51 europäische Kreditinstitute. Allerdings legten die Experten dabei deutlich strengere Maßstäbe an und stützten sich auf die Methode der US-Notenbank Fed für deren heimischen Bankensektor. Darüber hinaus erweiterten die Experten ihren Vergleich um einen marktbasierten Ansatz, nämlich die Annahme eines Einbruchs der weltweiten Aktienmärkte um 40 Prozent innerhalb von sechs Monaten. Während sich unter den Bedingungen des EBA-Krisenszenarios die Fehlbeträge aller 51 Banken auf insgesamt 5,6 Mrd. € belaufen, weist das Fed-Krisenszenario Fehlbeträge in Höhe von insgesamt 123 Mrd. € für alle betrachteten Banken aus. Geht man jedoch von früheren Krisenergebnissen wie z. B. im Jahr 2007 aus, wo die Märkte um mehr als 40 Prozent gefallen waren, ergibt sich sogar ein Fehlbetrag von bis zu 675 Mrd. € – unter der Voraussetzung, dass die Leverage Ratio von 5,5 Prozent nicht unterschritten werde. Zu den Banken mit den größten Fehlbeträgen zählten die französische Crédit Agricole (79 Mrd. €), BNP Paribas (75 Mrd. €) und die Deutsche Bank (60 Mrd. €). Die Banken stehen nach den regulatorischen Vorgaben gut da, lautet Steffens Einschätzung. Die Risiken, die sich in den Bilanzen verstecken, seien jedoch nicht angemessen mit Eigenkapital gedeckt. Hinzu komme, dass auch die Goodwills, die sich im Laufe der Jahre bei den Banken angesammelt haben, das Eigenkapital reduzieren könnten. Laut Steffen würden aber viele europäische Banken „immer japanischer“, das bedeutet, sie hoffen, dass sich im Zug eines möglichen Konjunkturaufschwungs Probleme von selber lösen. Zudem schleppten viele Banken, die bereits vor zwei Jahren enorme Fehlbeträge ausgewiesen haben, diese Defizite nach wie vor mit sich herum. In der Folge müssten in fast allen Ländern des europäischen Bankensektors umfassende Maßnahmen zur Rekapitalisierung getroffen werden, so auch in Deutschland ” 1. 14 diebank 11.2016

FINANZMARKT ó 1 Vergleich Entwicklung Tier 1-Kapitalquote und Assetqualität im Zeitablauf NPL-Ratio in % 18 16 14 12 10 2011 Tier 1-Ratio 2011 NPL-Ratio 2015 Tier 1-Ratio 2015 NPL-Ratio IT 9,7 8,3 12,6 16,1 DE 12,0 4,4 16,5 4,2 ES 10,4 5,8 12,5 8,6 FR 11,3 4,7 12,7 5,0 CH 14,8 0,8 18,6 0,6 AT 9,8 10,9 11,6 7,7 PT 9,3 4,6 11,7 5,7 IE 14,4 29,8 15,8 16,3 BE 10,9 4,3 16,2 3,0 UK 13,2 5,9 16,1 2,5 8 6 4 2 0 IT 2011 PT 2011 ES 2011 FR 2011 IT 2015 ES 2015 PT 2015 FR 2015 DE 2011 DE 2015 4 6 8 10 12 14 16 18 Tier 1-Ratio in % Quelle: Bloomberg, LBBW Research. LBBW-Datensample bestehend aus den Großbanken des jeweiligen Landes. ringen zusätzlichen Kapitalbedarf ausmacht, würde mit Eintritt des Stressszenarios in Südeuropa, in Österreich und zum Teil auch in Frankreich enormer Kapitalbedarf auftreten – z. B. in Südeuropa mit 129 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung, in Österreich immerhin noch 99 Prozent. Die Schweizer kommen zu der Erkenntnis, dass höhere Kapitalanforderungen nicht die strukturellen Probleme einzelner Banken oder Bankensysteme lösen, sondern diese unter Umständen das Risiko für ihre Gläubiger (Stichwort Bail-In) sogar erhöhen. Stabile Outlooks überwiegen Aufgrund der verbesserten Finanzprofile hat die Ratingagentur Fitch im ersten Halbjahr 16 europäische Banken in der Kategorie „Development Banks” heraufgestuft, darunter drei schwedische und niederländische Banken. Das ist die höchste Zahl von Upgrades seit dem Ausbruch der Finanzkrise. 4 Mit einem stabilen Outlook versah Fitch die Bankenmärkte in Frankreich, Österreich (2015 noch negativ), Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien (2015 noch negativ), Portugal, Benelux sowie die bedeutenden nordischen und osteuropäischen Institute. Positiver sieht Fitch nun die Bankensysteme in Irland und Ungarn, die 2015 beide nur als stabil galten. Fazit Wenngleich sich die Finanzprofile der Banken verbessert haben, ist die schlechte Entwicklung der Rentabilität bei Europas Geldhäusern bedenklich. Ob die unzureichende Rentabilität durch eine Ausweitung des Kreditvolumens aufgefangen werden kann, ist fraglich, da die Kreditnachfrage weiterhin gedämpft ist. Neben der Gefahr eines stärkeren Wachstumseinbruchs in den entwickelten Ländern sowie in Schwellenmärkten wie China könnte sich die extrem hohe Verschuldung im Unternehmenssektor – vor allem in der Energiewirtschaft – als negativ für die Bonität der Banken herausstellen. Daneben wird die Niedrigzinspolitik der EZB die Banken weiter belasten. Positiv für den Sektor ist hingegen die Erkenntnis, dass die ökonomischen Folgen des Brexits wohl beherrschbar sind und dass die Banken dabei ihre Geschäftsmodelle sowohl an das veränderte regulatorische Umfeld als auch an die herausfordernden Bedingungen an den Kapitalmärkten anzupassen haben. ó 1 EBA, Risk Dashboard Q1 2016. 2 LBBW: Financials Outlook zweites Halbjahr 2016. 3 LBBW Credits, September 2016. 4 Fitch, Financials Institutions 2016 Outlooks. 11.2016 diebank 15

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