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die bank 10 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends

News & Trends CORONA-KRISE Bürger geben weniger aus Auch wenn die Bundesregierung mit dem „Corona-Schutzschild“ ein bislang beispielloses Konjunkturpaket auf den Weg gebracht hat, um den Konsum anzukurbeln, hat die Mehrheit der Deutschen ihre Ausgaben heruntergeschraubt: Mehrwertsteuersenkung und Familienbonus zum Trotz geben drei von vier Verbrauchern (75 Prozent) aktuell weniger Geld aus, so eine von der Postbank beauftragte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar. Weniger Geld fließt in den Urlaub (46 Prozent), in Gastronomiebesuche (40 Prozent), Freizeitaktivitäten und Hobbys (32 Prozent), Mode (28 Prozent), Dienstleistungen wie Friseurbesuche (25 Prozent) sowie Möbel und Haushaltsgeräte (22 Prozent). Besonders häufig reduzierten die jungen Befragten zwischen 18 und 29 Jahren ihre Ausgaben (82 Prozent), über 60-Jährige hingegen vergleichsweise seltener (64 Prozent). ù Die Deutschen geben weniger für Gastronomiebesuche aus. BEFRAGUNG Bankgeschäfte finden verstärkt online statt Um den Kontostand zu prüfen oder eine Überweisung zu tätigen, geht nur noch eine Minderheit regelmäßig in eine Bankfiliale. Digitale Finanzangebote stoßen auf breites Interesse, während gleichzeitig die Loyalität zur Hausbank schwindet. Das zeigt eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach verwenden rund drei Viertel der Bundesbürger (73 Prozent) Online Banking, das sind drei Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. 2014 nutzte gerade einmal erst jeder Zweite (53 Prozent) das Online-Angebot seiner Bank. Aktuell können sich weitere 10 Prozent vorstellen, künftig auf Online Banking zurückzugreifen. Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt, dass nur noch die Senioren ab 65 Jahre zurückhaltend bei Online-Finanzgeschäften sind. Während unter ihnen nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) Online Banking einsetzt, sind es bei den 16- bis 29-Jährigen (88 Prozent) und 50- bis 64-Jährigen (87 Prozent) jeweils 9 von 10. Unter den 30- bis 49-Jährigen nutzt sogar praktisch jeder (96 Prozent) Online Banking. Hierbei entwickelt sich das Smartphone zum zweitwichtigsten Banking-Gerät. 58 Prozent der Online-Banking-Nutzer (2019: 52 Prozent) erledigen zumindest hin und wieder Bankgeschäfte mit dem Handy. Unter den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 72 Prozent. Damit liegt das Smartphone noch hinter dem Laptop (82 Prozent), aber bereits vor Desktop-PC (53 Prozent) und Tablet Computer (50 Prozent). Die Mehrheit nutzt Online Banking vor allem für gängige Anwendungen wie den Kontostand zu überprüfen (97 Prozent), Überweisungen zu tätigen (93 Prozent) oder Daueraufträge zu verwalten (85 Prozent). Nur eine Minderheit setzt dagegen auf Online Banking für die persönliche Finanzberatung (36 Prozent), die Kreditbeantragung (24 Prozent) oder um eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Übersicht zu erhalten (23 Prozent). Wer Online Banking betreibt, ist mit dem Angebot meist zufrieden. 94 Prozent geben an, keine Funktionen zu vermissen. ù CORONA-HILFE KfW-Fördervolumen verdoppelt Die KfW Bankengruppe hat in den ersten neun Monaten 2020 eine Verdopplung des Fördervolumens gegenüber demselben Zeitpunkt des Vorjahrs auf historisch hohe 109,1 Mrd. € (Vorjahreszeitraum 53,5 Mrd. €) verzeichnet. Das Zusagevolumen im inländischen Fördergeschäft hat sich aufgrund der starken Nachfrage nach der KfW-Corona-Hilfe sogar nahezu verdreifacht (89,8 Mrd. €; Vorjahreszeitraum 31,6 Mrd. €). Das Geschäftsjahr 2020 der KfW wird von den Programmen der KfW-Corona-Hilfe geprägt, die die KfW im Auftrag der Bundesregierung umsetzt. Bis zum 30. September 2020 sind etwa 90.000 Kreditanträge eingegangen. Ein Fördervolumen von 45,4 Mrd. € wurde zugesagt. Rund 97 Prozent der Anträge kamen von kleinen und mittleren Unternehmen, 99 Prozent davon waren Kredite mit einem Volumen bis 3 Mio. €. Aktuell liegt die Zahl der Anträge bei 95.000. Davon sind 99 Prozent bereits abschließend bearbeitet worden. Die Zusagen haben ein Volumen von 45,6 Mrd. € erreicht. ù 6 10 // 2020

NEWS & TRENDS VERLUST WICHTIGER MITARBEITER BEFÜRCHTET Führungskräfte in Sorge Durch die Corona-Krise sorgen sich Unternehmen vermehrt darum, Mitarbeiter mit wertvollen Schlüsselqualifikationen zu verlieren. Das gilt sowohl für Deutschland als auch im internationalen Vergleich. Wie die Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, sind 80 Prozent der deutschen Führungskräfte besorgt, qualifizierte Mitarbeiter nicht langfristig binden zu können. Für rund ein Drittel der besorgten Arbeitgeber (31 Prozent) sind jüngste Gehaltskürzungen oder zumindest die fehlende Aussicht auf eine baldige Gehaltserhöhung die Ursache. „Trotz spürbarer Verunsicherung auf dem internationalen Arbeitsmarkt gibt es auch gute Nachrichten“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half. „Die Gehälter bleiben trotz Corona weitestgehend stabil.“ Laut der Gehaltsübersicht 2021 des Personaldienstleisters haben 44 Prozent der befragten Arbeitgeber in diesem Jahr keine Veränderung am Gehalt vorgenommen. Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gibt an, dass sie die Gehälter seit Beginn der Pandemie sogar erhöht haben. ù AUS DER BANKENAUFSICHT Basel-III: BCBS will an Zeitplan festhalten Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht BCBS hat am 3. November einen Bericht an die G20 veröffentlicht, der sich mit der Implementierung von Basel III sowie dem Einfluss von Covid-19 auf das Rahmenwerk befasst. Im Hinblick auf das G20-Treffen am 21./22. November in Riad führt der BCBS aus, am coronabedingt korrigierten Zeitplan zur Implementierung der Basel-III-Standards festhalten zu wollen, teilte die BaFin mit. Demnach ist das Datum, zu dem die BCBS-Mitglieder die Basel-III-Standards vollständig umsetzen sollen, der 1. Januar 2023. Die Übergangsfristen für den Output-Floor enden am 1. Januar 2028. Das Rahmenwerk über die Marktrisiken und die Säu- le-3-Offenlegungspfichten gilt es, bis 1. Januar 2023 setzen. umzu- ZAHL DES MONATS 10 Prozent betragen im Schnitt die Dispozinsen der Institute in Deutschland – und das trotz eines historisch niedrigen Zinsniveaus. (Quelle: Bürgerbewegung Finanzwende e.V.) GLOBAL WEALTH REPORT 2020 Zahl der Millionäre konstant Die weltweite Zahl der Millionäre schnellte 2019 auf 51,9 Millionen hoch, hat sich aber im ersten Halbjahr 2020 insgesamt kaum verändert. An der Spitze der Vermögenspyramide standen dem Global Wealth Report 2020 zufolge Anfang dieses Jahres weltweit 175.690 sehr vermögende Erwachsene mit einem Nettovermögen von über 50 Mio. US-$. ù RISIKOREDUZIERUNGSGESETZ BESCHLOSSEN Banken brauchen Verlustpuffer Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestags hat das Gesetz zur Reduzierung von Risiken und zur Stärkung der Proportionalität im Bankensektor (Risikoreduzierungsgesetz) beschlossen. Die finanzpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag Antje Tillmann erklärte: „Das Risikoreduzierungsgesetz leistet einen wichtigen Beitrag zum Risikoabbau im Bankensektor.“ Um die Steuerzahler zu schützen, müssten große Banken Verlustpuffer von mindestens 8 Prozent ihrer Bilanzsumme vorhalten. Diese Puffer stellen Tillmann zufolge sicher, dass eine Bankenrettung von den Eigentümern und Gläubigern der Bank getragen werden müsse, nicht aber vom Steuerzahler. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) erklärte: „Wir begrüßen, dass der Deutsche Bundestag in einigen Punkten ein ‚gold plating‘ bei der Umsetzung des EU-Bankenpakets verhindert hat“, so Gerhard Hofmann, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). So könnten Wettbewerbsnachteile für deutsche Institute vermieden werden. ù 10 // 2020 7

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