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die bank 10 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT Profitabilität im

MARKT Profitabilität im Jahr 2020 weiter gesunken Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens zeb ist die Profitabilität von europäischen Banken im ersten Quartal 2020 – gemessen an der durchschnittlichen Nachsteuerrendite – von 7,4 Prozent im 4. Quartal 2019 auf auf -0,5 Prozent im 2. Quartal 2020 weiter gesunken. Bei den US-Instituten ist der RoE im 2. Quartal 2020 bei 5,0 Prozent stabil geblieben. Wennngleich die vier größten amerikanischen Großbanken im 2. Quartal rund 25 Mrd. US-$ für drohende Kreditausfälle zurückgelegt haben, konnten die Institute diese Belastungen durch höhere Gewinne kompensieren und ihre Profitabilität stabilisieren. Bei den europäischen Banken hingegen war der RoE wegen der fatalen Kombination aus höheren Kreditausfällen und niedrigen Gewinnen sogar negativ. Auch aus der Perspektive des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) sind europäische Banken günstig bewertet. Laut Berechnungen der UBS werden europäische Banken mit dem 6,9-Fachen der für 2022 geschätzten Gewinne bewertet, wobei inländisch operierende Institute aus Großbritannien lediglich auf ein KGV von 4,7 und im Inland agierende spanische Institute mit dem 10,1-Fachen bewertet werden. Deutsche und Schweizer Banken kommen im Schnitt auf ein KGV von 7,3 bzw. 6,6. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise sind das P/B-Ratio um 76 Prozent und der Stoxx 600-Banken-Index um 71 Prozent (Stand Anfang September) gefallen. Trotz dieser krassen Unterbewertung ist es bis dato noch zu keiner grenzüberschreitenden Fusion gekommen. Auch in anderen Sektoren, wie beispielsweise der Luftfahrtindustrie ist eine Konsolidierung seit langem überfällig. FAZIT Die Konsolidierung im europäischen Bankensektor dürfte in den nächsten zwölf bis 18 Monaten an Fahrt gewinnen. Zu den treibenden Faktoren zählen neben dem Wettbewerbs- und Profitabilitätsdruck auch die zunehmende Digitalisierung und die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Um der Renditefalle zu entkommen werden die Banken entweder ihre Geschäftsmodelle optimieren, die Zusammenarbeit mit Partnern intensivieren oder fusionieren müssen, um größere Einheiten zu schaffen. Sinkende Kapitalquoten durch Covid- 19-Pandemie Festzuhalten ist, dass der Bankensektor sich inmitten der schlimmsten Krise seit dem Finanzcrash 2008/2009 befindet. Obwohl die europäischen Banken beim Ausbruch der Corona-Pandemie wesentlich widerstandsfähiger waren als beim Eintritt in die globale Finanzkrise, müssen sie mit erheblichen Auswirkungen auf Rentabilität und Kapitalisierung fertig werden. Auch wenn erste Anzeichen bereits sichtbar sind, werden die Auswirkungen auf die Kapitalisierung der Banken wohl erst innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate wirksam werden. In diesem Zusammenhang geht die Strategieberatung von PwC auf Basis ihrer Simulationen von einem pandemiebedingten Rückgang der CET1-Quoten für europäische Banken von ca. 300 bis 500 Basispunkten aus, je nach Land und Portfoliokomposition der Bank. Es wird Banken schwerfallen, die signifikanten Auswirkungen der Pandemie auf die Kapitalquoten eigenständig aufzuholen, sagt Wackerbeck. Hierfür sei derzeit die Profitabilität der europäischen Banken und insbesondere der Banken in Deutschland zu schwach. Da der Guide der EZB zur Bankenkonsolidierung einen verlässlichen Rahmen für Transaktionen setzt, ist bei deutlich unter dem Buchwert des Eigenkapitals liegenden Bewertungen die Anerkennung eines Badwills ein entscheidender Deal-Faktor, erläutert Volker Skowasch, Partner bei PwC Deutschland. Auf Basis des aktuellen Bewertungs-Niveaus von europäischen Banken liege das Badwill-Potenzial bei 700 Mrd. €. Autor Karl-Heinz Goedeckemeyer ist Wirtschaftspublizist und Finanzanalyst in Frankfurt am Main. 18 10 // 2020

Folgen Sie uns auf MARKT Ihre Strategie zur EU-Restrukturierungsrichtlinie: Augen zu und durch? Vorausschauende Beratung durch Experten ihres Fachs: Es geht um viel. Es können nur wenige. www.glademichelwirtz.com/EU-RRL 10 // 2020 19

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