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die bank 10 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

destabilisierenden

destabilisierenden Fokussierung auf vermeintlich oder vermutlich unüberwindbare Schwierigkeiten heraus an die Arbeit gehen, sondern aus dem genauen Gegenteil, aus der Fokussierung auf die Lösbarkeit und selbstverständliche Bewältigung ihrer Aufgaben.“ Und dadurch, erläutert Kirchler, „sind ihre mit der jeweiligen Arbeit verbundenen Gefühle positiv. Sie empfinden Selbstsicherheit und sind nicht von Angst- und Stressgefühlen beeinträchtigt, die einen Menschen – und durch dessen unsicheres Verhalten meist auch dessen Umgebung – immer negativ beeinträchtigen und verun sichern.“ Eine Problematik, die sich für Kirchler sowohl im führenden als auch im kollegialen Umgang keineswegs selten zeigt. Von innerer Selbstskepsis beeinträchtigtes Verhalten hat eine enorm nach außen wirkende irritierende Kraft, die eine ganze Abteilung und deren Leistungskraft atmosphärisch schwer beeinträchtigenden kann. Selbstsicheres Auftreten von Führungskräften, das nicht mit selbstherrlichem oder sich selbst überschätzendem Verhalten verwechselt werden darf, ist ein maßgebliches Gegengewicht gegen das Gefühl von Zukunftsunsicherheit und Resignation. Doch wo liegt der tiefere Grund dafür, dass die einen sich zupackend dem Leben stellen und Selbstwirksamkeitseró BERUF & KARRIERE Ein leistungsstabilisierender Faktor MANAGEMENT Nichts macht bekanntlich erfolgreicher als Erfolg. Doch welche Zusammenhänge stecken hinter dieser altbekannten Tatsache? Die erlebte Erfahrung, aus eigener Leistungsfähigkeit heraus Aufgaben lösen, Schwierigkeiten bewältigen, Widerstände überwinden, Unsicherheit ertragen zu können. Die begründete Überzeugung also, selbstwirksam zu sein und das Erreichte nicht lediglich einem glücklichen Zufall oder der Gunst der Umstände zu verdanken. Hartmut Volk Keywords: Personal, Motivation, Psychologie Vor rund 40 Jahren entwickelte der kanadische Wissenschaftler Albert Bandura, einer der führenden Psychologen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung. Es besagt, je fester ein Mensch aufgrund gemachter Erfahrungen mit seinem Leistungsvermögen davon überzeugt ist, sich auch in neuen Herausforderungen zurechtfinden und bewähren zu können, desto stabiler, zuversichtlicher und unbeeinträchtigt von Zukunftsängsten steht dieser Mensch im Leben. Er ist offen für Neues, bereit, sich mit dem Kommenden auseinanderzusetzen und überzeugt, die sich daraus ergebenden Anforderungen und Aufgaben in den Griff zu bekommen. „Und Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Überzeugung durchaus begründet ist“, sagt Dr. Erich Kirchler, Psychologie-Professor an der Universität Wien. Sie besagen: Wer aufgrund erwiesener Leistungsfähigkeit aus der dadurch begründeten Selbstwirksamkeitserwartung heraus lebt, zeigt gute berufliche Leistungen, niedrigere Stressreaktionen, bewältigt kritische Lebensereignisse schneller, plagt sich seltener mit Angststörungen und Depressionen herum, hat eine hohe Schmerztoleranz sowie zufriedenstellende Sozialbeziehungen. Und so ein insgesamt höheres Leistungsvermögen und Wohlbefinden. „Aus dieser psycho-mentalen Konstellation heraus setzen sich Menschen, die sich als selbstwirksam empfinden, höhere, gleichwohl aber erreichbare Ziele und gehen davon aus, diese Ziele auch zu erreichen“, weiß Kirchler. Quelle ihrer Entschluss- und Antriebskraft sei dabei zum einen ihre ausgeprägte Motivation. Sie speist sich aus der Erfahrung, eben nicht von Glück, Zufällen oder günstigen Umständen abhängig, sondern tatsächlich stabil leistungsfähig zu sein. Und zum anderen ihre bemerkenswerte Ausdauer. Bei sich als selbstwirksam empfindenden Menschen nimmt die Ausdauer bei der Aufgabenbewältigung und der Zielverfolgung zu. Das, sagt Kirchler, „sind zwei weitere Antriebskräfte, die Menschen mit eindeutiger Selbstwirksamkeitserwartung noch weiter von den von ihrer Leistungsfähigkeit weniger überzeugten Personen unterscheiden.“ Strategie für mehr Leistung und Wohlbefinden Die tatkräftig-zuversichtliche Ausstrahlung, die Menschen umgibt, die aus einer klaren Selbstwirksamkeitserwartung heraus leben, ist für Professor Kirchler damit alles andere als ein Geheimnis: „Sie glauben an sich, weil sie nicht aus der 90 diebank 10.2016

BERUF & KARRIERE ó wartung ihr Tun und Lassen bestimmt, während die anderen das, womit sie das Leben konfrontiert, ständig als Belastung, Zumutung und diffus Bedrohliches empfinden? Zum einen spielen frühkindliche erfolgreiche Lernprozesse und im weiteren Lebensverlauf ermutigende Erfahrungen eine Rolle. Sie lassen die Überzeugung wachsen: Ich bin in der Lage, von mir Gefordertes oder Gewolltes zu erreichen, wenn ich mich ins Zeug lege. Und das auch gegen widrige äußere Umstände. Das führt dazu, dass erarbeitete Erfolge als eigenes Leistungsergebnis registriert werden. Und eben auch dazu, dass diese Erfolge weiteren Erfolgen den Weg bereiten, dass sich das beinahe sprichwörtliche „Nichts macht erfolgreicher als Erfolg“ bewahrheitet. Zum anderen spielt das Lernen am Modell eine Rolle: Vergleichbare Personen, die sich beherzt über das Normalmaß hinausgehende Ziele setzen und die zur Zielerreichung notwendige Leistung erbringen, werden als animierende Vorbilder gesehen. Und zum Dritten ist es bedeutsam, dass eine erbrachte Leistung anerkannt und gewürdigt wird. Feedback – auf die erbrachte Leistung bezogenes Lob ebenso wie sachliche Kritik daran – fördert die Selbstwirksamkeitserwartung. Und Viertens wirken natürlich auch Emotionen auf das „Wachstum“ der Überzeugung, selbstwirksam zu sein. Freude an der Arbeit, Vorfreude auf eine neue Aufgabe, Stolz auf bisher Geleistetes hemmen Versagensängste und Selbstzweifel. Gute Leistungen anerkennen und würdigen „Das sind Zusammenhänge, die Vorgesetzte kennen und im führenden Umgang mit ihren Leuten beherzigen sollten, weil sie unmittelbare Auswirkungen auf deren Leistungen und auch auf deren psycho-physische Gesundheit haben“, sagt Kirchler. So könnten Führungskräfte in Mitarbeitergesprächen, aber auch bei der Vereinbarung von Zielvorgaben durch arbeitsbezogenes sachliches Feedback viel zum Aufkeimen und zur Stützung von Selbstwirksamkeitserwartungen bei ihren Mitarbeiter beitragen. Kirchler: „Sie sollten Leistungen und auch die Leistungsursachen der Mitarbeiter ansprechen, sie sollten ihnen Leistung zutrauen und dem Leistungsvermögen entsprechende konkrete Leistungsziele setzen. Unbedingt aber sollten sie auch Fehler zulassen und sachorientiert im ruhigen Gespräch nach deren Gründen suchen, dabei aufgedeckte Fehlerursachen analysieren und sich anbietende Verbesserungsmöglichkeiten in der Sache wie im Verhalten besprechen.“ Eigenes Können oder Glückssache? Dabei liegt Kirchler eines besonders am Herzen: die Tatsache, dass in die Selbstwirksamkeitserwartung auch das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung beziehungsweise des sogenannten Pygmalion-Effekts hineinspielt. Und das heißt für Vorgesetzte, „dass Führungskräfte mit ihrer Einstellung ihren Mitarbeitern gegenüber, dass sie mit dem, was sie von ihren jeweiligen Mitarbeitern halten und demzufolge erwarten oder eben auch nicht erwarten, deren Leistungsverhalten beeinflussen, wenn nicht sogar manchmal ganz und gar steuern.“ Wichtige Fragen im führenden Miteinanderumgehen heißen für ihn deshalb: Wie nimmt ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter wahr? Wie werden sie von ihm eingeschätzt? Was trauen sie oder er ihnen zu? Je nachdem, wie Führungskräfte ihren Mitarbeitern im Einzelnen gegenüber eingestellt sind, neigen die so Eingeschätzten dazu, Arbeitserfolge eher eigenem Einsatz und Können zuzuschreiben, was ihre Selbstwirksamkeitserwartung unterstützt und festigt, oder, umgekehrt, als Glückssache oder ganz und gar Zufall anzusehen, was ihre Selbstwirksamkeitserwartung stets in einem labilen Zustand hält. ó 10.2016 diebank 91

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