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die bank 10 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING tural Bank of

ó BANKING tural Bank of China und die ICBC von Anfang 2013 bis Ende 2015 jeweils rund 40.000 Mitarbeiter zusätzlich auf ihre Gehaltslisten. Den größten Ausbau gab es bei der russischen Sberbank. Ihr Personalbestand wuchs binnen drei Jahren um fast 45.000. In Europa gehörten die niederländische Home Credit und die spanische BBVA zu den zahlenmäßig am stärksten wachsenden Instituten. Wie bereits erwähnt fiel die Entwicklung der Gewinne regional sehr verschieden aus. Chinas kapitalstärkste Finanzhäuser verdienten – auf Dollar-Basis – erstmals seit vielen Jahren in Summe weniger als im Vorjahr (minus 3 Prozent). Die Erträge in Großbritannien brachen sogar um mehr als die Hälfte ein. Dagegen legten die US-Institute um 11 Prozent zu. Die japanischen Banken im Ranking steigerten ihre Vorsteuergewinne um fast drei Viertel, nachdem diese 2014 rückläufig gewesen waren. Währenddessen setzten die Vertreter der Eurozone ihre Erholung fort, mit einem Plus von 53 Prozent zum Vorjahr. Weltweiter Gewinnkuchen wird neu verteilt Entsprechend änderten sich die Anteile der Regionen am weltweiten Gewinnkuchen. Zwar sicherten sich Banken in Asien- Pazifik einschließlich China und Japan erneut den Löwenanteil der Profite. Allerdings strich die Region erstmals seit Jahren weniger als die Hälfte der aggregierten Erträge ein. Leicht aufwärts ging es für Geldhäuser aus Nordamerika. Sie erhielten ein Viertel aller Vorsteuergewinne. Nach Westeuropa flossen knapp 16 Prozent, was einer Verbesserung zum Vorjahr von 1,5 Prozentpunkten entspricht. Der Hauptgrund für die Gewinnumverteilung dürfte in Asien liegen: Die wirtschaftliche Abkühlung in China sowie die Problemkredite indischer Staatsbanken haben ihren Tribut gefordert. So stockten die zehn kapitalstärksten Banken aus dem Reich der Mitte ihre Rückstellungen binnen Jahresfrist aggregiert um mehr als 40 Prozent auf. Gleichzeitig stieg der Anteil der faulen Kredite. In Indien verdoppelten die führenden zehn Geldhäuser ihren Aufwand für Wertminderungen und Rückstellungen. „Das bereitet Sorge, weil Indien nicht die gleichen Gewinnpolster hat wie China“, warnen die Analysten des „Banker“. Faule Kredite in China und Indien Mehrere indische Großbanken meldeten für das Geschäftsjahr 2015 Verluste, einschließlich der Punjab National Bank, der Bank of India und der IDBI Bank. Weitere Belastungen drohen, weil die indische Zentralbank den Finanzinstituten für März 2017 eine Deadline zur Säuberung ihrer Bilanzen gesetzt hat. In China ist die Lage eine andere. Hier vermuten Beobachter, dass der tatsächliche Wertberichtigungsbedarf deutlich höher liegt, als der berichtete. 2015 gab es in den gesamten Top 1.000 kein einziges chinesisches Institut, das rote Zahlen schrieb. Europas Banken kämpfen seit Jahren mit faulen Krediten und hohem Wertberichtigungsbedarf. Ende 2015 beliefen sich die faulen Kredite in der Eurozone immer noch auf 1.000 Mrd. €, so der „Banker“. Gut ein Drittel davon steht in den Büchern italienischer Institute. Zwar hat sich deren Lage auch dank Kapitalaufstockungen zuletzt etwas entschärft. Doch reichen ihre Rückstellungen keineswegs dazu, alle Risiken abzudecken. Vollkommen unzureichend ist das Kapitalpolster der Monte dei Paschi di Siena. Die traditionsreiche Bank aus der Toskana bekam das schlechteste Zeugnis im jüngsten Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA). Licht und Schatten in Europa In Griechenland verschlechterte sich dem „Banker“ zufolge 2015 die Lage. Mehr als ein Drittel der Kredite in den Büchern der Piraeus Bank, der Alphabank, der Eurobank Ergasias und der National Bank of Greece sind überfällig. Aufwärts ging es in Zypern, wo mehrere Geldhäuser Problemkredite abbauten. Licht und Schatten liegen in Europa eng beieinander, das zeigt sich auch in der Auswertung der Top 1.000. Von den zehn verlustreichsten Instituten im Ranking stammen neun aus der Eurozone und Großbritannien. Allein vier kommen aus Griechenland. Gleichzeitig finden sich unter den Banken, die einen besonders großen Sprung aus der Verlust- in die Gewinnzone machten, mehrere italienische Adressen. Während die Banken in Großbritannien hohe Geldstrafen verkraften mussten und nun der Brexit vor der Tür steht, haben die Institute in Österreich, Sloewenien und Portugal aggregiert den Turnaround geschafft. Wie Europa international dasteht, lässt sich am besten im Mehrjahresvergleich zeigen: So ist der Anteil der Eurozone am weltweiten Kernkapital zwischen 2010 und 2015 von knapp einem Viertel auf ein Sechstel geschrumpft. Der Anteil an der aggregierten Bilanzsumme ging von 31 auf 22 Prozent zurück, das Stück vom Gewinnkuchen schrumpfte von 12 auf 9 Prozent. Derweil bauten chinesische Banken ihren Beitrag zum Kernkapital von 11 auf 23 Prozent aus. Chinas Anteil an den Assets stieg von 11 auf 21 Prozent, sein Scheibchen vom Gewinn wuchs von 21 Prozent auf 32 Prozent. Umso interessanter ist die Frage, ob das Jahr 2015 eine Ausnahme bleibt. War der Gewinnknick, den Chinas Banken im vergangenen Jahr erlebten, nur ein Ausrutscher oder deutet sich eine Trendwende an? Wie entschlossen werden Indiens Staatsbanken künftig ihre Bilanzen aufräumen? Können Europas Geldhäuser den belastenden Berg fauler Kredite endlich abbauen? Und welche Strategien schlagen Deutschlands Banken ein, um sich im In- und Ausland zu behaupten? Die Zukunft der Banken bleibt spannend. ó 52 diebank 10.2016

BANKING ó Islamic Banking für den deutschen Markt? GESCHÄFTSMODELLANALYSE Am 16. März 2015 erhielt die erste islamkonforme Bank in Deutschland eine Vollbanklizenz durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Somit kommt erstmals Bewegung in eine Marktnische, deren vielversprechende Entwicklung bisher weitestgehend am deutschen Markt vorübergegangen war. Doch noch fehlt es hierzulande an den Voraussetzungen für ein wettbewerbsfähiges Islamic Banking. Oliver Kruse | Jonas Wischermann Keywords: Islamic Banking, Religious branding, Geschäftsmodellanalyse Seit den 1990er Jahren lassen sich in vielen westlichen Staaten wachsende Bemühungen feststellen, die potenzielle Nachfrage nach Shari'ah-konformen Finanzprodukten zu ermitteln und den Gesetzesrahmen an die Besonderheiten eines islamischen Wirtschaftsmodells anzupassen. Das Beispiel Großbritannien zeigt auf, von welcher Bedeutung Gesetzesreformen für die Entwicklung islamkonformer Institute in westlichen Finanzmärkten sind. Die Anpassung gesetzlicher Rahmenbedingungen hat dazu geführt, dass sich am Finanzplatz London neben konventionellen Banken mit islamkonformen Produkten auch islamische Versicherungsunternehmen und Banken niedergelassen haben. Unter den Volkswirtschaften mit dem größten Volumen an islamkonform angelegten Vermögenswerten liegt das Land als einziger westlicher Staat unter den zehn Bestplatzierten. In Deutschland beschränkte sich der Markt bisher auf konventionelle Anbieter, die mittels sogenannter Islamic Windows islamkonforme Produkte für vermögende Kunden entwickelten, um diese über eigens gegründete Tochtergesellschaften im Ausland zu verkaufen. Folglich entwickelte sich die Branche an den Bedürfnissen der breiten Mehrheit der muslimischen Bevölkerung vorbei. Auch die auf Muslime zugeschnittenen Filial- und Vertriebskonzepte einiger konventioneller Institute konnten nicht über den Mangel an für Retail-Kunden geeigneten Produkten hinwegtäuschen. Anbieter aus muslimisch geprägten Staaten traten nur in Form von Repräsentanzen oder Niederlassungen auf, mittels derer sie zumindest die Drittstaateneinlagenvermittlung betreiben konnten. Durch die Wandlung der Niederlassung einer kuwaitisch-türkischen Gesellschaft zu einem Kreditinstitut mit Vollbanklizenz scheint sich auf dem deutschen Markt ein Wandel abzuzeichnen, welcher der breiten Bevölkerung einen Zugang zu islamkonformen Produkten ermöglicht. Im Zuge der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten wurden neben dem bereits seit 2011 in Mannheim bestehenden Standort zwei weitere Filialen in Frankfurt und Berlin eröffnet. Für die Zukunft strebt das Institut einen sukzessiven Ausbau des Filialnetzes an, wobei mit Köln und Düsseldorf als bevorzugte Standorte die Ballungszentren des bevölkerungsreichsten Bundeslands mit ihrer hohen Anzahl an Muslimen erschlossen werden könnten. Shari'ah-Konformität als Differenzierungsstrategie Um nachvollziehen zu können, vor welche Herausforderung die Einbindung eines islamkonformen Finanzsektors in das bestehende konventionelle Finanzsystem den Gesetzgeber stellt, muss man sich mit dem Ursprung des islamischen Bankwesens befassen. Dieser liegt im islamischen Rechtssystem, der Shari'ah. Aus den ethischen Prinzipien der Shari'ah lassen sich normative Regeln ableiten, die Einfluss auf Produktportfolio und Organisation eines Instituts haben und deren Einhaltung folglich als Differenzierungsmerkmal islamkonformer Banken betrachtet werden kann. Welches Geschäft ein Institut betreiben darf, hängt von der Zertifizierung durch ein Shari'ah Supervisory Board ab, das als zusätzliches Aufsichtsorgan die Einhaltung der Regelungen überwacht. Das Zinsverbot (Riba) untersagt ungerechtfertigte Einkommensmehrung durch Ausnutzung zeitlicher Verzögerung oder Übermaß bei einem Tausch. Bei der Kreditvergabe entsteht der Ertrag des Kapitalgebers stattdessen in Form einer Gebühr oder eines Preisaufschlags, den sich dieser jedoch durch teilweise Übernahme der mit dem Eigentum am zu finanzierenden Gut verbundenen Risiken (z. B. Untergang der Ware oder Zahlungsunfähig- 10.2016 diebank 53

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