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die bank 09 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT REVOLUTION

MANAGEMENT REVOLUTION DER ERBENGENERATION Privatbanken: Der gefährliche Altersstarrsinn eines Bankentyps 30 09 | 2022

MANAGEMENT Viele Bankhäuser treffen heutzutage wichtige Entscheidungen für die Märkte von morgen auf Basis von Wissen über gestern. Die Erfolgsmuster der Vergangenheit sind jedoch nicht auf die Zukunft übertragbar, weil die Kunden von morgen radikal anders sein werden. Deshalb müssen Privatbanken jetzt Private Institute verstehen sich als Meister des Wandels und schmücken sich mit damit beginnen umzudenken. der Kompetenz, ihre Kunden über Generationen hinweg zu begleiten. Der typische Code von Privatbanken – das Gründungsjahr im Logo – ist ein Zeugnis der Anpassungsfähigkeit dieses Bankentyps. Diese zuweilen Jahrhunderte alte Tradition mancher Geldhäuser ist eine beeindruckende Spitzenleistung. Dennoch existiert das Klischee der lebensfremden und professionell distanzierten Privatbanken. Kein anderer Institutstyp steht für mehr Diskretion und gibt Außenstehenden so wenig Einblicke hinter die Kulissen. So ist es kaum verwunderlich, dass sich viele dieser Geldhäuser den sozialen Medien verweigern oder ihre Präsenz und Aktivitäten dort auf ein absolutes Minimum beschränken. Die meisten Webseiten sind auf das eigene Angebot, die stolze Geschichte – sofern vorhanden – und neuerdings das Thema Nachhaltigkeit reduziert. Nicht ohne Grund beschäftigen sich derzeit nahezu alle Branchen mit dem Wertewandel der Generationen. Wie zeitgemäß und vor allem zukunftsfähig ist das eigene Geschäfts- und insbesondere das Kundenbeziehungsmodell? Diese zentrale Frage müssen sich auch Privatbanken stellen. Doch warum? Absolute Transparenz gefordert Die Millennials und die Generation Z kennen keine Welt ohne Internet. Diese Gruppen wurden von den sozialen Medien und Marken wie Amazon, Google & Co. sozialisiert. Sie erwarten Lebensnähe sowie Authentizität. Diese Generationen fordern absolute Transparenz, teilen Erfahrungen, googlen alles und machen den Relevanztest in wenigen Sekunden. Im Überfluss aufgewachsen, sind sie es gewohnt, auf Knopfdruck die Marke zu wechseln. Werte sind im radikalen Wandel: Beispielsweise wird Sicherheit vorausgesetzt, sie darf aber nicht zu Bedürfnissen wie Convenience im Widerspruch stehen. Folglich stehen die Erwartungen der Kunden von morgen scheinbar im harten Kontrast zu heutigen Überzeugungen und dem Geschäftsgebaren/Geschäfts- sowie Beziehungsmodell der Privatbanken. Daher sollte eine Weiter-wie-bisher-Strategie überdacht werden. Warum die Kunden von morgen radikal anders sind und die Privatbanken sie fürchten sollten, wird in den folgenden drei Punkten erläutert: 1. Anhaltende Jugendliebe: Die Kunden von morgen warten weder auf das Erbe noch darauf, dass sich die Privatbank irgendwann um sie bemüht. Sie sammeln schon heute Erfahrungen mit anderen Institutstypen wie Digitalbanken und bauen starke Beziehungen zu diesen Marken auf. Dabei ist den jungen Leuten egal, ob die Eltern ein Fan von Scalable & Co. sind. Man fragt sich: Warum später zu einer Privatbank wechseln, wenn diese Bankentypen ihnen viel näher und vertrauter sind? 2. Perfect Match: Die Kundschaft der Zukunft sucht keine Bank, sondern eine Marke, die zu ihren Überzeugungen, Werten und ihrem Lebensstil passt bzw. Ausdruck der eigenen Identität ist. Rationale Argumente wie Sicherheit, Beratungskompetenz & Co. sind für diese Menschen reine Muss-Faktoren, aber keine entscheidungs- 09 | 2022 31

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