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die bank 09 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 | Top-Banken

MARKT 1 | Top-Banken weltweit nach der Bilanzsumme (li) und Marktkapitalisierung Rang Institution Land Bilanzsumme, Mrd. US-$ Rang Institution Land Börsenwert, Mrd. US-$ 1 Industrial & Commercial Bank of China China 5.108 2 China Construction Bank China 4.309 3 Agricultural Bank of China China 4.167 4 Bank of China China 3.738 5 Mitsubishi UFJ Financial Group Japan 3.408 6 JPMorgan Chase USA 3.386 7 BNP Paribas Europa 3.081 8 HSBC Holdings Europa 2.984 9 Bank of America USA 2.820 10 Crédit Agricole Europa 2.742 ... ... ... ... 22 Deutsche Bank Deutschland 1.621 (Stand: 31. Dezember 2020) 1 JP Morgan Chase USA 466,4 2 Bank of America USA 347,3 3 Industrial & Commerc. Bank of China China 270,0 4 China Merchants Bank China 204,9 5 China Construction Bank China 199,5 6 Wells Fargo & Co USA 186,6 7 Agriculture Bank of China China 169,7 8 Morgan Stanley USA 154,4 9 Citigroup Inc USA 148,7 10 Bank of China China 138,9 ... ... ... ... 13 HSBC Holdings UK 127,5 … ... ... ... ... Deutsche Bank Deutschld. 22,5 (Stand: 30. April 2021) Quelle: S&P Global Market Intelligence (li); ADV Ratings/https://www.advratings.com/banking/worlds-top-banks-by-market-cap / Deutsche Bank: Börsenwert Stand 13. September 2021 (re). rangiert hierbei auf dem 13. Platz, während die Deutsche Bank mit einem Börsenwert von ca. 22 Mrd. € unter ferner liefen zu finden ist. Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man die Bilanzsumme als Vergleichskriterium heranzieht: vier chinesische Banken, drei europäische Institute, zwei amerikanische und ein japanisches Geldhaus. Zusammengezählt haben Chinas Big Five ein Gesamtvermögen von 17,6 Bio. €, was fast 70 Prozent des Gesamtvermögens der gesamten Top-10-Liste ausmacht. Gemessen an der Bilanzsumme ist BNP Paribas Europas führende Bank, beim Börsenwert belegen die Franzosen jedoch nur den 20. Platz. Das Ranking nach der Marktkapitalisierung verdeutlicht, wie Europas Banken in den letzten Jahren ins Hintertreffen geraten sind. Selbst unter den Top-50-Instituten sind (exkl. UK) nur sechs Banken aus Europa zu finden. ÿ 1 Insgesamt hat sich die Marktkapitalisierung der weltweiten Banken nach Berechnungen des Beratungshauses zeb ausgehend vom ersten Quartal 2020 von 4,9 Bio. € auf 7,4 Bio. € im zweiten Quartal 2021 (plus 39,4 Prozent) gesteigert. Auch im laufenden Jahr sei die Marktkapitalisierung der Top-100-Banken um 22 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 5,7 Bio. € gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich auch die Bewertung der weltweit größten 100 Banken verbessert – und zwar von 3,9 Bio. auf 5,7 Bio. €. US-Banken erzielen höhere Bewertungen Diese Entwicklung spiegelt sich in den Aktien- Indizes wider. Während der KBW-Banken-Index, der die Entwicklung von 24 US-Bankaktien abbildet, in den vergangenen zehn Jahren auf Total-Return-Basis um etwa 338 Prozent (5 Jahre: 105 Prozent) zulegte, konnte sich der Euro Stoxx Banks-Index, der Branchenindex der Euro-Zone, im selben Zeitraum lediglich um knapp 3 Prozent verbessern. Auch in der Ein-Jahres-Betrachtung hinkt der Bankenindex aus der Eurozone mit plus 59 Prozent dem amerikanischen Pendant (mit 71 Prozent Zugewinn) hinterher. In Verbindung mit der höheren Bewertung ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B-Ratio) der US-Banken von ca. 0,8 auf 1,5x und jenes der westeuropäischen Banken von 0,4x auf ca. 0,7x gestiegen. Auch die chinesischen Bankaktien konnten mit einer durchaus zufriedenstellenden Performance aufwarten. Während der FTSE China 600 Banks Index in den letzten fünf Jahren knapp 20 Prozent gewann, legt der Index in der Ein-Jahres-Betrachtung um rund 9 Prozent zu. Amerikas Großbanken sind gut durch die Corona-Krise gekommen Der Vergleich der Aktienkursentwicklung zeigt, dass sich die Divergenz zwischen amerikanischen und europäischen Banken seit der Finanzkrise weiter verfestigt hat. Die Erträge der US-Institute sind nicht nur resilienter, sondern auch in der Krise weniger stark zurückgegangen. Amerikas Banken sind aus der Corona- Krise als große Gewinner hervorgegangen und haben zugleich großzügige Dividenden für ihre Aktionäre verkündet. Nach dem Stresstest im Juni 2021 hatte die US-Noten- 10 09 // 2021

MARKT 2 | US-Banken: Peer-Group-Vergleich Institution Bilanzsumme, Mrd. US-$ Nettogewinn, Mrd. US-$ CET1-Ratio (%) Nettozins- Margen (%) ROAE ( %) Cost-Income- Ratio /%) Liquide Anlagen (%) JP Morgen Chase & Co 2.767 25,55 13,1 2,0 10,9 55,6 55,4 Bank of America Corp. 2.305 15,70 11,9 1,9 6,7 64,1 40,3 Citigroup Inc. 1.848 9,69 11,7 2,2 5,7 58,9 58,2 Wells Fargo & Co 1.598 2,90 11,6 2,3 1,9 77,6 32,0 Goldman Sachs Group 951 8,30 13,4 - 10,1 55,5 - Morgan Stanley 912 9,64 17,4 - 12,5 69,6 38,1 Quelle: LBBW, CIR bei GS & MS: Stand Q2 2021. bank den Weg für üppige Dividendenzahlungen und Aktienrückkaufprogramme bereitet: In der Summe wird hier mit einem Volumen von rund 140 Mrd. US-$ gerechnet. Die Unterschiede zur Bankenwelt in Europa werden auch durch die immensen Milliardengewinne der US-Institute aus dem ersten Halbjahr sichtbar, selbst wenn man im Vorjahresvergleich den positiven Basiseffekt berücksichtigt. Allein im zweiten Quartal generierten Wells Fargo, JPMorgan Chase, Citigroup und Bank of America zusammen 33 Mrd. US-$ an Nettogewinnen. Daneben haben die Institute rund 9 Mrd. US-$ Risikovorsorge gebildet, um mögliche Verluste aus der Pandemie zu stemmen. Selbst mit dem bereinigten Nettogewinn von 24 Mrd. US-$ wurden die Schätzungen der Analysten weit übertroffen. Allein Bankenkrösus JPMorgan wies einen Nettogewinn von 11,9 Mrd. US-$ aus, gegenüber 4,7 Mrd. US-$ im letzten Jahr. Da der Markt für Börsengänge und Fusionen & Übernahmen außerordentlich geboomt hat, konnte die Investmentbank Goldman Sachs ebenfalls die Markterwartungen schlagen und eine Gewinnverdopplung auf 5,5 Mrd. US-$ verbuchen. ÿ 2 Überlegenheit der US-Großbanken hat vielfältige Gründe Die systemrelevanten US-Institute profitierten von den staatlichen Rettungsprogrammen, der Auflösung von Rückstellungen und einem unerwarteten Boom an den Kapitalmärkten, der auch durch weltweit viele Börsengänge getrieben war. Die im Vergleich zu Europas Banken höhere Gewinndynamik resultiert zudem aus dem höheren Zinsniveau in den USA. Amerikanische Banken haben aufgrund der steileren US-Zinsstrukturkurve einen Vorteil beim Erzielen von Erträgen, ist auch einer Studie des Schweizer Kreditresearch-Instituts Independent Creditview (I-CV) zu entnehmen. Zudem seien die US-Banken im Schnitt weniger abhängig vom Zinsgeschäft. Die Zinseinnahmen steuerten bei vielen europäischen Banken noch immer rund 60 bis 70 Prozent zu den operativen Erträgen bei. Fiskalischer Stimulus gibt den Banken Rückenwind Auch die US-Haushalte haben – befeuert durch staatliche Schecks und höhere Marktwerte ihrer Aktienportfolien – im zweiten Quartal ihre Konsumfreude wiederentdeckt. Gleichwohl fällt auf, dass die US-Banken im Zug der Corona-Pandemie bei der Auflösung von Rückstellungen wesentlich aggressiver vorgegangen sind als die europäischen Institute. Dies lässt sich unter anderem durch verschiedene Exposures (Kreditkarten, Bergbau, Gewerbeimmobilien), Differenzen in der Rechnungslegung sowie die viel stärkere Reaktion auf dem US-Arbeitsmarkt infolge der Corona-Verwerfungen erklären, heißt es etwa in einer Studie der LBBW. Die Analysten von S&P Global Ratings sind sich sicher, dass die Bankenregulierung seit der globalen Finanzkrise stark verbessert wurde und die Bilanzen der US-Banken so solide sind wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Stärke und Widerstandsfähigkeit des US-Bankensystems dürfte sich auch in höheren Ratings in den nächsten ein bis zwei Jahren für einige Banken niederschlagen. Bereits im Mai wurden die Rating-Outlooks für Bank of America, JPMorgan Chase sowie Morgan Stanley von „stabil“ auf „positiv“ heraufgestuft. Europäische Banken mit starken Halbjahreszahlen Europas Großbanken haben zum Halbjahr 2021 starke Quartalszahlen vorgelegt, allen voran Adressen aus Skandinavien, Frankreich und der Schweiz. Dabei gleicht das Gesamtbild bislang dem der US-Wettbewerber: unter dem Strich ein kräftiger Gewinnanstieg, eine wesentlich geringere Risikovorsorge, höhere Provisionseinnahmen sowie gute Geschäfte in der Vermögensverwaltung. Im Vergleich zum (Corona-geschuldet) äußerst schwachen Vorjahresquartal Q2/2020 verzeichneten die Banken nach Berechnungen der LBBW hohe Ertrags- und Gewinnsprünge: Demnach kletterte der aggregierte Umsatz im zweiten Quartal um 28 Prozent, und der Gewinn sprang in Summe sogar um 264 Prozent. Mehr als die Hälfte der Unternehmen habe einen Gewinn oberhalb dieser Konsens- Schätzung erzielt. Im Vergleich zum Tiefpunkt-Quartal Q2/2020 sei das EBITDA deutlich um 60 Prozent gestiegen, die Unternehmen erzielten damit im Median das bisher höchste Ergebnis für ein zweites Quartal. Beim EBIT sei mit einem Sprung um 120 Prozent sogar ein neuer Quartalsrekord gelungen. Fazit der LBBW: Noch nie 09 // 2021 11

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