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die bank 09 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG FINTECHS: ELINVAR Vermögensverwaltung für alle Auf Künstliche Intelligenz wollen viele Banken bei der Vermögensanlage nicht mehr verzichten. Doch die digitale Transformation können die Institute oftmals nicht allein stemmen: zu komplex, zu aufwendig, zu teuer. Das Berliner FinTech Elinvar GmbH, an dem auch der Seriengründer FinLeap beteiligt ist, stellt deshalb unabhängigen Vermögensverwaltern und Banken eine Plattform zur Verfügung, auf der sie unter ihrem Namen eine digitale Vermögensanlage anbieten können. 56 09 // 2018

DIGITALISIERUNG Berlin, Prenzlauer Berg. In einem der angesagten Kieze der Hauptstadt, Hochburg für junge Familien, Touristen und zugezogene Schwaben, hat sich das FinTech Elinvar niedergelassen. Nicht mittendrin, sondern in der Winsstraße, einer ruhigen Seitenstraße mit kleinen Läden und Restaurants. Im Haus Nummer 63 wohnte mal der Showmaster Hans Rosenthal. Zu seiner Rateshow „Dalli Dalli“ saßen die Zuschauer noch gebannt vor dem Schirm, statt mit Smartphone oder Tablet auf allen Kanälen gleichzeitig zu kommunizieren. Dass einmal junge Techies in Hoody, Jeans und Sneakern die konservativen und seinerzeit noch sehr angesehenen deutschen Banken aufmischen würden, hätte damals wohl niemand für möglich gehalten. Die technikaffinen Youngster sitzen im zweiten Hinterhof der 63. Nur ein kleines Namensschild weist den Weg zu Elinvar. In einem Loft im ersten Stock teilen sich knapp 60 Mitarbeiter ziemlich wenig Platz. Der würde nicht einmal für den sonst obligatorischen Kicker reichen, der bei vielen Start-ups schon fast zur Standardausstattung gehört. Auch auf typische Insignien etablierter Finanzdienstleister verzichtet man hier. Der Chef, Chris Bartz, sitzt wie alle Kollegen im Großraumbüro. Den Kaffee, auch den für seine Besucher, kocht er selbst. Als Rückzugsort dient lediglich ein kleiner Konferenzraum. Hier erzählt der CEO, wie das FinTech mit etablierten Banken und Vermögensverwaltern gemeinsame Sache machen will, um die digitale Transformation voranzubringen. Von der Innovation profitieren Welche Grundidee Bartz dabei mit seinem Team verfolgt, zeigt schon der Firmenname. Elinvar taufte der französische Physiker und Nobelpreisträger Charles Edouard Guillaume eine Legierung, die die Präzision von Uhren entscheidend verbesserte. „Von der Innovation haben alle Uhrenhersteller enorm profitiert. Genau das ist auch unser Ansatz. Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Partner, die untereinander konkurrieren, mit unserer Technologie steigern“, umreißt der 41-Jährige das ehrgeizige Ziel. In die Geschäftsbeziehung bringt Elinvar – ausgestattet mit den nötigen BaFin-Lizenzen für Finanzportfolioverwaltung – technische und regulatorische Kompetenz ein, während die Banken und Vermögensverwalter ihr Anlage-Know-how beisteuern. Die Partner, das sind unabhängige Vermögensverwalter und Banken, denen die Berliner ihre digitale Plattform zur Verfügung stellen. Auf ihr bildet das FinTech eine integrierte Lösung für die Vermögensanlage individualisiert ab. Individualisiert, weil sie unter der eigenen Marke und im eigenen Corporate Design des Partners läuft. Die Partner erhalten alle notwendigen Bausteine zur Digitalisierung aus einer Hand: von der einfachen und voll-digitalen Konteneröffnung über die Abbildung ihrer Vermögensverwaltungsstrategien und die automatische Ordererstellung bis hin zur Administration und Kommunikation mit ihren Kunden. „Dank einer Microservices-Architektur können wir die Plattform schnell an neue Anforderungen anpassen, die sich zum Beispiel aus regulatorischen Veränderungen oder neuen Endgeräten ergeben“, sagt Bartz. Über Schnittstellen (APIs) könnten zudem unterschiedliche Drittanbieter angeschlossen und gemanagt werden, etwa zur Kundenidentifizierung, Marktdatenversorgung oder Kommunikation. Starke Partner überzeugt Das Geschäftsmodell hat die Hannoveraner Versicherungsgruppe Talanx überzeugt. Sie beteiligte sich zum Start im Sommer 2016 mit 37,5 Prozent an dem FinTech. Die Talanx Asset Management steuert seitdem ihre Expertise als einer der größten deutschen Asset Manager zum Joint Venture bei. „Nachdem wir mit den internationalen Akzeleratoren Plug and Play im Silicon Valley und Startupbootcamp in London Partnerschaften geschlossen haben, setzen wir mit diesem Joint Venture nun unsere Digitalisierungsstrategie gezielt im Asset Management fort“, unterstrich Talanx-Chef Herbert K. Haas bei der Gründung. Zweiter im Gesellschafter-Bunde und Experte für die Digitalisierung ist die FinLeap GmbH, die gleichfalls mit 37,5 Prozent beteiligt ist. In der Berliner Start-up-Szene macht deren Geschäftsführer Ramin Niroumand seit der Gründung im Sommer 2014 mit zahlreichen Neustarts und zuletzt mit einem Joint Venture mit der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) von sich reden. Ziel ist es, das Geschäftsmodell der DVAG zu digitalisieren. Dafür wollen die beiden Partner in der neuen Deutsche Fintech Solutions GmbH eine App entwickeln, in der „der Sachverstand der Finanzberater mit Künstlicher Intelligenz kombiniert wird“. 09 // 2018 57

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