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die bank 09 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT Die Ex-

MANAGEMENT Die Ex- Bundesbankerin Claudia Müller Claudia Müller (31) hat sich nach dreijähriger Tätigkeit für die Deutsche Bundesbank, zuletzt im Zentralbereich Finanzstabilität, im Sommer 2017 mit dem Female Finance Forum selbstständig gemacht. Sie sagt: „Frauen haben oft weniger finanzielle Bildung als Männer.“ diebank: Wer hat Ihnen den Umgang mit Geld beigebracht? Müller: Meine Oma. Sie hat gesagt: „Hab’ immer ein eigenes Konto und sorge dafür, dass nicht zu viel Geld rausgeht. Du solltest nie von Deinem Mann Geld nehmen müssen, um ihm ein Geschenk zu kaufen.“ diebank: Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient? Müller: Als Babybsitter, Nachhilfelehrerin und Flötenlehrerin, wobei der letzte Job am meisten Spaß gemacht hat. diebank: Wofür ausgegeben? Müller: Für gemischte Tüten mit Lakritz am Kiosk. diebank: Was halten Sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen? Müller: Ein spannendes Konzept. Das Grundeinkommen dürfte dann aber auf keinen Fall ein Ersatz für den Mindestlohn sein. diebank: Wie wichtig ist ein festes und regelmäßiges Gehalt für Sie? Müller: Höhen und Tiefen bei schwankenden Aufträgen kann ich gut aushalten und werde dann nicht sofort nervös. Aber ich muss einen Puffer haben und die Miete zahlen können. diebank: Mal angenommen, Sie gewännen eine Million im Lotto. Was würden Sie damit machen? Müller: Den größten Teil würde ich anlegen, um mir von den Erträgen ein Grundeinkommen auszuzahlen. diebank: Wofür sparen Sie? Müller: Heute für später, um nicht unbedingt bis 67 oder 70 arbeiten zu müssen. Mit 60 eröffne ich dann vielleicht ein Café und backe Kuchen – aber an maximal drei Tagen in der Woche. diebank: Wie legen Sie heute Ihr Geld an? Müller: Vor allem in Aktienfonds, die in nachhaltige Unternehmen investieren. 30 09 // 2018

MANAGEMENT Karrieren in der Finanzbranche Wer es geschafft hat Wenn Elke Holst und Katharina Wrohlich jeweils zu Jahresbeginn ihr aktuelles Managerinnen-Barometer vorlegen, haben die Gender-Expertinnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin für den Finanzsektor meist wenige gute Nachrichten. In Deutschland hatten Ende 2017 nur 32 der 100 größten Banken mindestens eine Frau im Vorstand – gerade mal zwei mehr als im Jahr zuvor. Der Frauenanteil in Bank-Vorständen lag insgesamt bei neun Prozent, das war gut ein magerer halber Prozentpunkt mehr als 2016. In den Top 100 saß nur bei fünf Instituten eine Frau an der Spitze: Bei den privaten Banken schaffte es mit Carola Gräfin von Schmettow von der HSBC 2017 nur eine Frau. Mit gleich drei Chefinnen steht das Sparkassenlager deutlich besser da: Seit 2017 leitet Karin-Brigitte Göbel die Stadtsparkasse Düsseldorf, Ines Dietze als ebenfalls erste Frau die SWN Kreissparkasse Waiblingen. Dr. Birgit Roos führt bereits seit 2012 die Sparkasse Krefeld. Wie bei den Privatbanken können auch die genossenschaftlichen Institute mit nur einer Vorstandsvorsitzenden aufwarten. Eva Wunsch-Weber übernahm 2012 die Frankfurter Volksbank. In einer männerdominierten Unternehmens- und Führungskultur gebe es nur wenig Anreize, Geschlechterstereotype und damit Rollenzuschreibungen aktiv zu durchbrechen, nennen die DIW-Forscherinnen als eine Ursache für den Stillstand in der Branche. Das sei in der als Mathematik-lastigen Finanzbranche besonders problematisch. Experimente zeigten aber, dass Frauen bei einer komplexen Mathematikaufgabe gleich gut abschneiden wie Männer, wenn ihnen im Vorfeld erzählt wird, dass sie im Allgemeinen bei diesem Test ein gleich gutes Ergebnis erzielen wie Männer. Wenn sie jedoch im Vorfeld die Information bekommen, dass sie tendenziell schlechter abschneiden, dann waren die Testergebnisse tatsächlich schwächer. Eine interessante These wagte die jüngste Allbright- Studie. Der häufigste Name in den Vorständen der 160 an der Frankfurter Börse notierten Unternehmen sei Thomas. In den Gremien gab es am 1. April 2018 mehr Thomasse und Michaels (56) als Frauen insgesamt (52). Die Anzahl der Thomasse sei 2017 sogar leicht gestiegen. Fazit der Autoren: „Thomas rekrutiert auch weiterhin gern Spiegelbilder seiner selbst.“ 09 // 2018 31

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