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die bank 09 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT sucht

MANAGEMENT sucht die 31-jährige Jungunternehmerin mit zahlreichen Argumenten von ihren Workshops zu überzeugen. Das Wissen um die finanzielle Versorgungslücke stärke das Interesse an mehr beruflichem Engagement und einer höheren Stundenzahl, so ein – nicht ganz uneigennütziges – Credo. Als Deutschlands erste Finanzplattform für Frauen will „FinMarie“ ab Ende 2018 das Geld der Anlegerinnen mehren. Mögen die Ansprache der in altrosa gehaltenen Plattform und der Zuschnitt auf die Lebensphasen frauenspezifisch sein, die Fonds selbst sind es nicht. Mitte Oktober wurde verlautbart, dass FinMarie eine Kooperation mit dem Berliner Robo-Advisor Growney eingeht, so sollen die Anlegerinnen einen vollständig transparenten Zugang zu ihrer individuellen Vermögensanlage erhalten. Für die vollautomatische digitale Geldanlage gebe es keinen Mindestbetrag, sagt Mitgründerin Karolina Decker. Neben der Geldanlage wird auch eine zweistündige kostenlose Beratung via Telefon angeboten. Da ist die Schweizer Großbank UBS schon einen Schritt weiter. Anfang 2018 hat sie einen Exchange Traded Fund auf den Markt gebracht, der in den „Global Gender Equality 100 Leaders“-Index des Anbieters Solactive Equileap investiert. Der versammelt in seinem Index 100 Unternehmen, die sich weltweit am stärksten für Gleichstellung einsetzen, etwa die gleiche Bezahlung. „Frauen ist es viel wichtiger in Anlagen zu investieren, die positive gesellschaftliche Veränderungen bewirken“, unterstreicht Sandra Huber-Schütz, die bei der Großbank das neue Programm „Unique“ leitet. Ziel ist es, diese Anlagewünsche besser zu verstehen und die Anlegerinnen passend zur jeweiligen Lebensphase zu beraten, damit sie ihr Vermögen optimal einsetzen können. Ein Drittel des globalen Vermögens besitzen Frauen Und das wird immer größer. Rund 30 Prozent des weltweiten Vermögens liegt laut UBS-Recherchen in weiblicher Hand. Die Entwicklung zeige, dass zunehmend mehr Frauen stärker kapitalisiert seien. Die Wachstumsrate liege jährlich global bei rund sieben Prozent und sei damit deutlich höher als bei Männern. Anders als die UBS sind viele deutsche Banken der Ansicht, dass Anlegerinnen keine speziellen Finanzprodukte brauchen, sondern nur eine andere Ansprache. Beispiel Deutsche Bank: Gab es in den 1990er- Jahren noch große Frauen-Konferenzen, auf denen das Netzwerken neben Fachvorträgen im Mittelpunkt stand, so bietet der Marktführer heutzutage eher kleinere Veranstaltungen mit fachspezifischem Fokus an. Das Einkommen steige, auch das von Frauen, ebenso wie die Zahl der Erbinnen zunehme, sagt Stefanie Heberling, Sprecherin der lokalen Geschäftsleitung in Essen. „Finanzielle Unabhängigkeit ist essenzieller Bestandteil eines guten Lebens, da steigt gleichzeitig das Bedürfnis nach guter Betreuung. Frauen wollen professionell beraten werden, und sie wollen mit ihrem Wissen auf der Höhe der Zeit sein.“ Bei den Veranstaltungen sind besonders die Themenfelder des Portfolio-Managements und der Geldanlage mit nachhaltiger Anlage-Strategie gefragt. „Den Kundinnen ist eine werteorientierte und nachhaltige Investition enorm wichtig“, sagt Heberling. 24 09 // 2018

MANAGEMENT Auch Digitalisierung und neue Technologien will die Deutsche Bank vorantreiben, darunter Produkte, die die finanzielle Fitness der Frauen fördern. Im April 2018 fand in Berlin der erste „Female Hackathon“ statt. Die Aufgabe: Eine Lösung von Frauen für Frauen zu entwickeln, „damit diese ihre Finanzsituation vom Berufseinstieg über Familiengründung und Wiedereinstieg in den Job bis hin zur Rente überblicken und in Zukunft noch besser planen können“, sagt Kirsten Oppenländer, Leiterin Digitale Produkte für Firmenkunden, die den Hackathon maßgeblich initiierte. Am Ende gewann das Projekt „Space Hamster“: ein Spiel, das von Hamstern im Weltraum handelt und Kindern jeden Alters ermöglicht, Finanzkompetenz und ein Verständnis für Geld zu entwickeln. Es kann sicher nicht schaden, möglichst früh mit finanzieller Bildung zu starten. Wettbewerber HSBC lädt regelmäßig zum Format „Ladys Only“, einer branchenübergreifenden Netzwerkveranstaltung für Managerinnen in Führungspositionen. „Unsere Produkte sind kunden-, aber nicht genderspezifisch“, unterstreicht das Institut. Eine Strategie, die auch die Quirin Privatbank verfolgt und jüngst feststellte, dass die Depots ihrer weiblichen Anleger zu 49 Prozent aus Aktien bestünden, bei Männern sind es nur 5 Prozentpunkte mehr. Damit seien die Quirin-Kundinnen fast so aktienaffin wie die Kunden und investierten deutlich häufiger in diese Anlageklasse als Frauen im Bundesschnitt. Dieses Ergebnis begründet das Institut allerdings nicht mit einer geschlechtsspezifischen Beratung, sondern mit seiner unabhängigen Beratung auf Honorarbasis und nutzt den aktuellen Hype um die Frauen geschickt für etwas Eigenwerbung. „Risikoneigung und Fachwissen sind bei Männern und Frauen ganz ähnlich, wenn sie mehr oder weniger gleich viel verdienen bzw. das Vermögen gleich hoch ist“, glaubt Mechthild Upgang, die sich als Mitglied der FinanzFachFrauen e.V., einer Vereinigung von 25 Finanz- und Versicherungs-Expertinnen, regelmäßig mit Kolleginnen austauscht. Etwas Bewegung komme dennoch in das Thema. Sie beobachtet: „Das Interesse an Geldfragen nimmt bei jungen Berufstätigen zu. Ihnen wird klar, dass sie unbedingt für das Alter vorsorgen müssen.“ Ihnen können die zahlreichen femininen Finanzportale und Blogs einen guten Einstieg bieten und auch Mut machen. Doch welches Produkt wann das Richtige ist, muss letztlich jede Anlegerin wie jeder Anleger auch selbst entscheiden. Schon Börsenguru André Kostolany wusste: „Spekulieren kann jeder. Es zur richtigen Zeit zu tun – das ist die Kunst.“ Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit knapp 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. 09 // 2018 25

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