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die bank 08 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT KLEINE UND

MARKT KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN QUO VADIS MITTEL- STANDSFINAZIERUNG? Während der deutsche Mittelstand sich noch von der Corona-Pandemie erholt, besteht für Unternehmen zugleich die Notwendigkeit, ihre Innovationskraft zu stärken, die Digitalisierung auszubauen und ihr Geschäftsmodell nachhaltig auszurichten. Dies geht ebenfalls mit erheblichem Finanzierungsbedarf einher. Die Kapitalmarktunion soll dazu beitragen, Mittel für die Transformation zu mobilisieren und zugleich Nachhaltigkeitsaspekte in die Mittelallokation zu integrieren. Kann dieses Vorhaben gelingen? Die deutsche Wirtschaft blickt auf eine Krise zurück, die in vielerlei Hinsicht einzigartig war – in der Schnelligkeit ihrer Ausbreitung, ihrer Tiefe und ihrem globalen Ausmaß. Auch und gerade den deutschen Mittelstand hat es dabei mit voller Wucht getroffen – nach einem Jahrzehnt, in dem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland in puncto Umsatz und Beschäftigung eine hervorragende Entwicklung aufweisen konnten. Gerade der Umsatz hat nun jedoch stark gelitten: Im Frühjahr 2020 waren rund sechs von zehn KMU von Umsatzeinbrüchen betroffen. Bis Mai 2021 sank dieser Anteil auf rund 40 Prozent – und dabei gibt es kaum eine Branche, die von den Auswirkungen der Corona-Krise und den damit einhergehenden Eindämmungsmaßnahmen verschont geblieben ist. Eine Befragung von KfW-Research hat gezeigt, dass die Finanzierungssituation der Unternehmen vor Ausbruch der Krise weitestgehend gut war: Der Zugang zu Krediten wurde überwiegend noch als „leicht“ bewertet. Durch den stetigen Ausbau ihrer Eigen- 12 08 // 2021

MARKT Fremdkapital wird zur Finanzierung von wichtigen Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung, Innovation und Klimaschutz unerlässlich bleiben. Die Krise hat jedoch ihre Spuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen, und dies kann den Zugang zur Kreditfinanzierung mittelfristig erschweren – insbesondere bei Abhängigkeit von nur einem Bankpartner. Daher sollten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen auch alternative Finanzierungsinstrumente im Blick behalten. In den letzten Jahren hat sich zum Glück viel getan. Der Markt für Unternehmensfinanzierungen ist auch für den Mittelstand vielfältiger geworden. Nicht nur klassische Finanzierungsalternativen wie Factoring, Leasing oder Schuldscheindarlehen sind wieder stärker in den Fokus der Unternehmen gerückt. Auch der mittelständische Anleihenmarkt erlebte in den Jahren nach der Finanzkrise einen Aufwärtstrend. Zusätzlich sind durch neue Finanzierungsinstrumente wie Crowdlending und -funding sowie neue Finanzierungsanbieter wie Kreditfonds und FinTechs die Auswahlmöglichkeiten für KMU in den letzten Jahren größer geworden. Digitale Plattformen haben den Markt transparenter gemacht und bieten den Unternehmen heute außerdem bessere Vergleichsmöglichkeiten. Noch immer hält sich die Nutzung von alternativen Finanzierungsformen bei den kleinen und mittleren Unternehmen jedoch in Grenzen. Auch der Zugang zum Kapitalmarkt stellt für viele der mittelständischen Unternehmen aus heutiger Sicht leider noch immer keine ernst zu nehmende Option dar: Seit 2017 wurden lediglich rund 30 Mittelkapitalausstattung und der damit verbundenen Verbesserung ihrer Bonitätsbewertung haben sich die Unternehmen in Deutschland dies selbst hart erarbeitet. Infolge der Krise hat sich das Finanzierungklima jedoch eingetrübt: Der Zugang zu Krediten hat sich verschlechtert, und das finanzielle Polster vieler Unternehmen hat im Jahr 2020 gelitten. Dementsprechend sind auch die Ratingnoten der Unternehmen unter Druck geraten. Der Staat ist proaktiv mit Unterstützungskrediten eingesprungen, die vor allem die Liquidität der Unternehmen sicherstellen sollten. Erst jüngst zeichnet sich ab, dass die mittelständischen Firmen wieder Licht am Ende des Tunnels sehen und sich die Stimmung aufhellt. Auch die Betroffenheit durch die Krise wird geringer beurteilt, allerdings stuft zuletzt noch fast jedes fünfte mittelständische Unternehmen die Beeinträchtigungen durch die Krise als existenzgefährdend ein. Digitalisierung langfristig voranbringen Die KfW hat in der Corona-Pandemie bereits frühzeitig eine prominente Rolle eingenommen und dabei auch einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise geleistet. Jetzt wird es entscheidend sein, langfristig die Digitalisierung voranzubringen, die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken sowie diese nachhaltiger aufzustellen. Für die KfW wird es eine Ihrer Kernaufgaben sein, einen Beitrag zur Finanzierung dieser Veränderungen zu leisten und somit die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dauerhaft abzusichern. Allerdings kann dies nur ein Teil der Lösung sein. 08 // 2021 13

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