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die bank 08 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE

BERUF & KARRIERE INTERNES RECRUITING Eigengewächse bevorzugt Fachkräfte sind gesucht, deshalb besetzen Finanzunternehmen ihre freien Stellen zunehmend mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen. Dieser Weg der Rekrutierung spart Suchkosten, verhindert mitunter lange Vakanzen, hält das Wissen im Unternehmen und stärkt die Bindung von qualifizierten Mitarbeitern. Nur auf dieses Pferd zu setzen, wäre allerdings fatal. Zu viel Stallgeruch kann das Wachstum auch behindern. Seit April 2018 ist Christian Sewing Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Der 48-Jährige ist ein Eigengewächs und hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach abgeschlossener Banklehre, anschließendem Studium und einer zweijährigen Zwischenstation bei einem anderen Finanzinstitut bekleidete er bei der Deutschen Bank verschiedene Führungspositionen, auch im Ausland. Sein zuvor größter Karriereschritt erfolgte 2015 mit dem Einzug in den Vorstand und der Leitung der Sparte für Privat- und Geschäftskunden mit rund 27 Millionen Kunden. In Sewings Fall hat ihn die Mischung aus Talent, Ehrgeiz und Expertenwissen auf den höchsten Stuhl im Unternehmen befördert, zusätzlich begünstigt durch eine funktionierende Personalentwicklung, die zur richtigen Zeit den passenden Mann parat hatte. Bei anderen Banken gibt es ebenfalls solche Karrieren: Auch der Commerzbank-Chef Martin Zielke kommt aus den eigenen Reihen. 2016 setzte er sich gegen externe Kandidaten durch, die zeitweise im Gespräch waren. Auch Michael Diederich, Chef der Hypo-Vereinsbank, ist ein Eigengewächs, das sich im Unternehmen hochdiente. Seit über 20 Jahren arbeitet er mit kurzen Unterbrechungen für das Unternehmen, bei dem er vor vielen Jahren als Trainee begonnen hatte und später die Karrierestufe eines Vorstandsassistenten im Bereich Firmenkunden erklomm. Was in der Finanzbranche als Trend erkennbar ist, lässt sich auch auf Großunternehmen anderer Branchen übertragen: Stallgeruch und Vorstandserfahrung sind für den Chefsessel unabdingbar: Vier von fünf CEO in Deutschland werden intern rekrutiert, so das Ergebnis einer Studie der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson. Vielfach wird die Verantwortung lieber in sogenannte Eigen- oder Hausgewächse gelegt, als das Risiko einer teuren Fehlbesetzung zu riskieren. Branchenkenner beobachten, dass sich bei den von der Bankenkrise gebeutelten Finanzhäusern vielfach eine gewisse Rückbesinnung auf den Heimatmarkt und die Kernkompetenzen feststellen lässt, was sich auch in den Top-Positionen widerspiegelt. Eine Etage tiefer geht der Trend ebenfalls in diese Richtung: Führungskräfte und zunehmend auch Wissensarbeiter werden vielfach im eigenen Haus rekrutiert – in Zeiten abgeräumter Arbeitsmärkte eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Weitere Gründe, warum viele auf das „sichere Pferd“ setzen: Langjährige Mitarbeiter haben den Vorteil, dass sie die Abläufe, die Produkte und die Firmenkultur kennen. 74 08 // 2018

BERUF & KARRIERE Kultur der Bewegung fördern Hinzu kommt, dass eigene Mitarbeiter nicht erst aufwendig eingearbeitet werden müssen. Die Commerzbank fährt daher bewusst die Strategie, Vakanzen immer zuerst intern auszuschreiben. Rund 80 bis 85 Prozent der Stellen werden mit Kandidaten aus den eigenen Reihen besetzt. „Wir investieren ganz bewusst in einen transparenten internen Arbeitsmarkt, um qualifizierten Mitarbeitern neue Erfahrungen zu ermöglichen und sie dadurch langfristig im Unternehmen zu halten“, sagt Dorothee Pfeuffer, die den Bereich Personalmarketing & Recruiting verantwortet. Klassische Berufsprofile, wie zum Beispiel Kundenberater, Filialleiter, Konzeptionisten oder Projektleiter, werden intern rekrutiert, während Stellen, für die spezifisches Wissen – wie beispielsweise zu Künstlicher Intelligenz oder Big Data – eher extern besetzt werden. Pfeuffer: „Immer dann, wenn wir Experten mit spezifischem und bisher noch bankfremdem Know-how für unser Unternehmen gewinnen wollen, schauen wir extern nach geeigneten Kandidaten.“ Ansonsten wird auf die internen Kompetenzen zurückgegriffen und eine Kultur der internen Bewegung gefördert. Das Frankfurter Finanzinstitut setzt hierfür verschiedene Hebel in Bewegung: Die Mitarbeiter können konzernweit auf eine interne Bewerbungsplattform zugreifen und darin eine Art Alarmsystem mit Job-Angeboten gefiltert nach Regionen oder Jobprofilen einrichten. Will ein Mitarbeiter zum Beispiel aus dem Firmenkundenbereich in den Risikobereich wechseln, kann er sich entsprechend neue Jobangebote zuschicken lassen. „Wir motivieren den Einzelnen dazu, mutig in andere Bereiche zu wechseln. Das bietet nicht nur Entwicklungschancen für den Mitarbeiter, sondern trägt auch dazu bei, dass das Team von dessen neuen Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen profitiert“, sagt die Abteilungsleiterin. Für die Direktansprache wechselwilliger Mitarbeiter gibt es zudem seit 2013 die Funktion eines sogenannten Talent-Brokers. Als interner Recruiter beziehungsweise Headhunter wird er immer dann gefragt, wenn es eine Vakanz im Unternehmen gibt. Gerade bei schwer zu besetzenden Jobs hat sich diese Rolle bewährt: „Der Talent-Broker ist sehr gut vernetzt und kann wechselwillige Mitarbeiter, die im Rahmen der Potenzialträger-Entwicklung identifiziert wurden, für interessante Stellen gewinnen. Die proaktive Ansprache ist Teil der zukunftsgerichteten Personalentwicklung: „Wenn wir unseren Mitarbeitern das Signal geben, dass sie sich bei uns in vielfältiger Weise, zum Beispiel innerhalb der Experten-, Projekt- oder Führungslaufbahn entwickeln können, 08 // 2018 75

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