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die bank 08 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT Jakob Fugger

MANAGEMENT Jakob Fugger alias „Jakob der Reiche“ Die Nähe Augsburgs zu Norditalien und damit zum Mittelmeer trug maßgeblich zum Aufstieg der Fugger bei. Im Süden lernten die Schwaben die Märkte der Handelsmetropolen Venedig, Genua, Florenz, Mailand, Siena und Pisa kennen, kamen mit den frühen Banken in Verbindung und brachten dann das für das Bankgeschäft nötige Know-how mit in ihre Heimat. Jakob Fugger (1459-1525) wurde schon als 14-Jähriger zur Ausbildung nach Venedig geschickt. In der Lagunenstadt sollte er das Metall- und Finanzgeschäft, inklusive der italienischen Art der Buchführung, kennenlernen. Im „Fondaco dei Tedeschi“, dem Wohn- und Handelshaus der deutschen Kaufleute, hatte sein älterer Bruder Ulrich ein Handelskontor eingerichtet. 1486 gründete Ulrich Fugger schließlich in Augsburg die Bank der Fugger. Nach seinem Tod 1510 führte Jakob Fugger die Geschäfte allein weiter. Zu diesem Zeitpunkt bestanden auch bereits gute Kontakte nach Rom. Denn Jakobs älterer Bruder, Markus Fugger (1448 bis 1478), hatte als Schreiber in einer päpstlichen Kanzlei für Bittgesuche gearbeitet und in dieser Zeit die Familienfirma in Rom positioniert. 1472 wickelte sie ihre ersten Bankgeschäfte in der Stadt am Tiber ab. Einige Jahre prägte die Faktorei der Fugger sogar die Münzen der Päpste. Als einzige nicht-italienische Bank kam sie so ins Geschäft mit der Kurie. Diese Kontakte brachten vor allem einen enormen Prestigegewinn. Über die Bank der Fugger wurden Abgaben von kirchlichen Würdenträgern an die päpstliche Kammer abgeführt, das Ablasswesen in weiten Teilen Deutschlands abgewickelt, inklusive des „Peterspfennigs“ zur Finanzierung des Petersdoms. Das Institut gab zudem Kredite, um die Schweizergarde des Papstes zu finanzieren. Offenbar unvergessen: 2006, zum 500.Geburtstag der Garde, lud Rom auch Angehörige aus dem Hause Fugger ein. Ihr Geld verdienten die Fugger jedoch weniger mit der Kurie als vielmehr mit den Krediten an Kaiser, Könige und Erzherzöge. Neue Entwässerungstechniken und innovative Verhüttungsmethoden hatten der Montanindustrie in den Reichsstädten Nürnberg und Augsburg zu einem blühenden Aufschwung verholfen. Der alpenländische Raum gehörte zu Zeiten Jakob Fuggers und dessen Neffen Anton (1493 bis 1560) zu den führenden Bergbaugebieten. Jakob Fugger beteiligte sich europaweit an zahlreichen Bergwerken und baute in wenigen Jahren einen horizontal wie auch vertikal diversifizierten Montankonzern auf, der sich nicht nur um die Gewinnung der Erze, sondern auch um deren Verarbeitung zu Silber, Kupfer oder Gold kümmerte. Gleichzeitig finanzierte er Seehandelsexpeditionen in die „Neue Welt“ und nach Ostindien. Als politischer Bankier nahm er schließlich auch Einfluss auf den Lauf der Geschichte. So unterstützte Jakob Fugger mit einer maßgeblichen Wahlspende die Kandidatur des Habsburgers Karl, damals König von Spanien und Herzog von Burgund, zum neu- eine moderne und technisch gut gemachte Website verzichtet die Bank trotzdem nicht. Seit mittlerweile 17 Jahren arbeitet Fritz jetzt für die Fuggerbank, die er zunächst als „kleine unbedeutende Bank unterhalb meiner Wahrnehmung“ empfunden hatte. Historie und Erfolg der Dynastie haben ihn dann aber doch überzeugt. „Was man von den Fuggern lernen kann, ist, wie sie die Substanz über Generationen hinweg erhalten haben.“ Dazu zählt auch das soziale Engagement, das die Familie in mehreren Stiftungen bündelt. 500 Jahre alt werden sie 2021. In einem neuen Buch sollen Historiker die Leistungen zusammentragen und würdigen. Vielleicht werden die Fugger dann auch wieder eine neue Briefmarke bei der Deutschen Post in Auftrag geben. Schon mehrfach hat der Schwiegersohn von Fürst Fugger-Babenhausen historische Motive entworfen, mal mit Martin Luther vor den berühmten Fuggerhäusern oder Jakob Fugger vor der Kulisse Venedigs. In der damals wichtigsten Handelsdrehscheibe am Mittelmeer hatte er als junger Mann mehrere Jahre gelebt und eine Ausbildung zum Kaufmann gemacht. Die Tradition wird in der Fuggerstadt Augsburg und ihrer berühmten Bank sorgfältig bewahrt. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit knapp 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. 56 08 // 2018

MANAGEMENT en Kaiser Karl V. Damit fühlten sich die Habsburger ihm verpflichtet und sein Montanunternehmen war abgesichert. Zwei Jahre nach der Wahl erhielt der Bankier zur Schuldentilgung Rechte an Silber- und Kupfergruben sowie später weitere an spanischen Quecksilber- und Zinnobergruben. Ein portugiesischer Diplomat beschrieb Jakob Fugger 1519 als den wichtigsten Mann Deutschlands, der alle Fürsten und Könige in einer Weise beherrschte, dass „keiner ohne ihn lebe, jeder sich freue ihn zum Freund zu haben“. Vier Jahre vor seinem Tod, 1521, stiftete Jakob Fugger – auch im Namen seiner verstorbenen Brüder Ulrich und Georg – offiziell die Fuggerei, eine Reihenhaussiedlung, in der bis heute hilfsbedürftige Menschen leben. Voraussetzung für eine Wohnung ist, dass der Mieter Augsburger und katholisch sein muss. Für etwa 60 Quadratmeter zahlen die Bewohner 0,88 Euro pro Jahr (kalt). Als Dank sprechen sie – so heißt es – täglich drei Gebete für die Stifter. Neben der Sozialsiedlung hinterließ Jakob Fugger das bedeutendste Handels-, Montan- und Finanzunternehmen Europas in der frühen Neuzeit mit einem dicht geknüpften Netz aus Niederlassungen. Sein Neffe Anton führte die Geschäfte äußerst erfolgreich fort. (Quelle: Martin Kluger, Die Bank der Fugger, Ein glanzvolles Kapitel europäischer Wirtschaftsgeschichte.) 08 // 2018 57

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