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die bank 08 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT „Unser

MANAGEMENT „Unser Brot- und Buttergeschäft liegt zwischen einer und drei Millionen Euro“, sagt Fritz, der die Anlagepolitik des Hauses als konservativ bezeichnet. Entsprechend finden sich im Portfolio vergleichsweise viele Euro-Unternehmensanleihen sowie bei den Aktien Dividendentitel. Das Gros des Geschäfts entfällt mit 90 Prozent auf private Kunden, der Rest auf institutionelle, wobei der Trend in Richtung 80 zu 20 gehe, unter anderem durch einen Zuwachs bei Pensionskassen, Kirchen und Versicherungen. Persönliche Betreuung, Nachhaltigkeit und Risikodiversifizierung, das sind für Fritz die wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Vermögensverwaltung. „Entscheidend ist zudem die Vermeidung von Klumpenrisiken.“ Neben Vermögensverwaltung und -beratung bietet die Bank ihren Bestandskunden auch Immobilien-Finanzierungen an. Last, but not least gehört das Stiftungsmanagement zum Angebot. Dass der unter ihm eingeschlagene Kurs richtig und erfolgreich war, belegen laut Fritz die Zahlen. Lagen bei seinem Amtsantritt gerade einmal 18 Mio. € in gemanagten Depots, waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,3 Mrd. €. Gut 1.350 Privatkunden hatten die Bank 2017 mit der Vermögensverwaltung beauftragt. Im institutionellen Geschäft befanden sich 1,5 Mrd. € und in der Fondsvermögensverwaltung mehr als 2 Mrd. €. Insgesamt erreichten die Assets Under Management im vergangenen Jahr 6,2 Mrd. €. Die Zehn-Milliarden-Grenze will der 57-Jährige noch in seiner Amtszeit knacken. Zum Vergleich: Die deutlich größere Berenberg-Bank etwa brachte es laut Fachmagazin Elite- Report, das jährlich die besten Vermögensverwalter kürt, im vergangenen Jahr auf 40,7 Mrd. €. Auch mit dem Ergebnis zeigt sich der Chef zufrieden. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern stieg im vergangenen Jahr von 14,4 auf 15,2 Prozent, nach Steuern blieben 9,5 (8,2) Prozent. Der Zinsüberschuss sank zwar von 6,8 auf 5,9 Mio. €, während der Provisionsüberschuss aber von 21,3 auf 25,4 Mio. € kletterte. Als Jahresüberschuss verblieben 4,2 (3,5) Mio. €. Um die Kosten im Griff zu behalten, haben die Augsburger alles ausgelagert, was nicht zum Kerngeschäft gehört, angefangen vom Kernbanksystem über die Depotführung bis zur IT. Noch in diesem Jahr stellt die Bank den kompletten Briefverkehr auf ein elektronisches Postfach um. Das spart laut Fritz Kosten im sechsstelligen Bereich. Auch der Vorstand gibt sich bescheiden. Chauffeur oder Vorstandsassistent? Der bodenständige Martin Fritz lässt keinen Zweifel daran, dass er solche Extravaganzen für ganz und gar überflüssig hält. Das gilt gleichfalls für exklusive Events wie Polo-Turniere, zu der die Konkurrenz schon mal einlädt. Einmal jährlich kommen die Fugger-Kunden zu einem gemeinsamen Golf-Turnier zusammen. Daneben kann sich jede Niederlassung zwei- bis fünfmal im Jahr bei Veranstaltungen bestehenden und potenziellen Kunden präsentieren. „Am begehrtesten sind unsere Business Seats bei FC Augsburg und FC Bayern“, sagt Fritz. Das Gros neuer Anleger werde allerdings über persönliche Empfehlungen gefunden. Für die Zukunft gibt sich der Chef optimistisch. Frei nach dem Adenauer-Motto „Keine Experimente“ will der Vorstandsvorsitzende am bewährten Geschäftsmodell festhalten und die bestehenden Geschäftsbereiche weiter stärken. „Die Vermögensverwaltung gewinnt weiter an Zulauf “, ist er überzeugt. Denn im Zuge der Neuregelung von MiFID II werden Aufzeichnungspflichten, Product Governance und Kostentransparenz noch verschärft. „Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die individuelle Beratung vermögender Privatkunden in Zukunft noch stärker eingeschränkt wird als mit den aktuellen Regelungen.“ Auf der Agenda ganz oben stehe zudem die Digitalisierung: „Sie wird die persönliche Beratung zwar nicht ersetzen, aber durch digitale Services ergänzen.“ So werde die Fuggerbank künftig ihren Kunden individualisierte Reporting-Unterlagen in kurzen Zeitabständen zur Verfügung stellen, bei Bedarf tagesaktuell. Auch neue, digital unterstützte Geschäftsmodelle seien möglich, „etwa Managementansätze in der Vermögensverwaltung, die auf dezidierten Algorithmen basieren und auf Basis des langjährigen Erfahrungsschatzes unserer Portfoliomanager laufend verbessert werden“. Den persönlichen Ansprechpartner will Fritz dadurch keinesfalls ersetzen. Denn die digitale Affinität sei bei den vermögenden Privatkunden durchaus unterschiedlich ausgeprägt. Der typische Fugger- Kunde habe „eine Vermögenskarriere gemacht“ und sei 50 Jahre und älter, er gehöre nicht zur Generation der Digital Natives. Auf Tools wie 54 08 // 2018

MANAGEMENT Der Chef Für den gebürtigen Münchner Martin Fritz trifft es sich gut, dass die Augsburger Bank auch eine Niederlassung an der Isar hat und er gelegentlich dort arbeiten kann. Ohnehin sei er viel unterwegs bei Kunden und an den anderen Standorten, sagt der Vorstandsvorsitzende der mittelständischen Bank. In der bayerischen Hauptstadt lebt der 57-Jährige mit Frau und vierjährigem Sohn. Die beiden älteren Buben, wie Fritz sie nennt, sind längst ausgezogen. Wie seine Söhne ist auch der Vater in seiner Geburtsstadt zur Uni gegangen. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität schloss Fritz eine Promotion über das Kreditrisikomanagement in Banken an. Schon davor hatte er seine Karriere bei der Bayerischen Vereinsbank AG gestartet. Zuletzt leitete er bei der Großbank das Private Banking in München und wechselte 2001 schließlich nach Augsburg zur deutlich kleineren Fürst Fugger Privatbank, als persönlich haftender Gesellschafter und als Mitglied der Geschäftsleitung der damaligen KG, die seit 2015 als AG firmiert. 2016 wurde Fritz zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ehrenamtlich engagiert sich der Münchner u. a. im Privatbankierausschuss des Bundesverbands deutscher Banken, als Vorstand des Münchner Handelsvereins sowie als Mitglied des Börsenrats der Börse München. Der sportbegeisterte Manager hält sich mit Golfen, Tennisspielen und Skilaufen fit. Seine Hobbies teilt er, wenn es die knappe Zeit zulässt, auch gern mit seinen Kindern. Als Mitglied des FC Bayern schaut er sich regelmäßig Heimspiele des Bundesligisten an, mal mit Kunden, mal mit seinen Söhnen – dann allerdings auf den „Würschtelplätzen“ und nicht in der Firmenloge. Nur eine Leidenschaft seiner beiden Älteren scheint ihn lediglich aus der Distanz zu begeistern: das Fliegenfischen. 08 // 2018 55

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