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die bank 08 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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ó BANKING Banking mit Andacht fi INTERVIEW INTERVIEW Über zu viel Medieninteresse kann Thomas Katzenmayer nicht klagen. Wie man denn auf das Thema Kirchenbanken gekommen sei, möchte er zum Start des Interviews gern wissen, um dann ganz entspannt die Fragen zu beantworten. 2014 rückte Katzenmayer an die Spitze der größten deutschen Kirchenbank, der Evangelischen Bank. Mit einer Bilanzsumme von 7,2 Mrd. € steht das Institut aus Kassel auf Rang neun der größten genossenschaftlichen Institute; es beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und hat 72.000 private sowie 19.000 institutionelle Kunden. diebank: Wie merkt man in der Bank, dass es sich um ein Institut mit kirchlichem Hintergrund handelt? Katzenmayer: Das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Bank. Unser neues Logo haben wir in den liturgischen Farben der evangelischen Kirche gestaltet, mit etwas Phantasie erkennt man ein Kreuz. Generalversammlungen oder Aufsichtsratssitzungen beginnen wir mit Andachten, oftmals lesen wir die Tageslosung und interpretieren sie auch. An vielen Wänden hängen Bilder mit biblischen Motiven. Zudem haben wir einen „Raum der Stille“, in dem wir Abschied nehmen können, wie jüngst, als ein Kollege verstorben ist. diebank: Nach der Fusion von Evangelischer Kreditgenossenschaft und Evangelischer Darlehnsgenossenschaft zur Evangelischen Bank ist Ihr Haus 2014 zur größten Kirchenbank aufgestiegen. Welche Ziele verfolgen Sie mit dem neuen Institut? Katzenmayer: Wie die gesamte Branche müssen wir mit der aktuellen Niedrigzinsphase, einem verschärften Wettbewerb und steigenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen zurechtkommen. Darüber hinaus schließen sich unsere Kunden in Kirche und Diakonie zu immer komplexeren Einrichtungen zusammen. Die neue Größe benötigen wir, um unsere Kreditspielräume zu erweitern, aber auch, um die Ansprüche der Kunden an Beratung und Betreuung von großen Anlagevolumina erfüllen zu können. diebank: Wie haben sich die schwierigen Rahmenbedingungen in der Branche auf Ihr Geschäft 2014 ausgewirkt? Katzenmayer: Die positive Entwicklung unseres Kundenvolumens hat uns in unserer Fusions-Entscheidung bestärkt. Trotz der niedrigen Zinsen sind die Kundeneinlagen um gut zwei Prozent gestiegen, wobei vor allem die Sichteinlagen mit 12,2 Prozent stark zulegen konnten. Das Kundendepotvolumen inklusive Vermögensverwaltungen und Advisory Mandaten stieg um 9,9 Prozent auf 7,7 Mrd. €. Zum 31.12.2014 wurden von der Evangelischen Bank damit 13,7 Mrd. € an Kundenanlagen betreut. diebank: Wie gut ist die Bank gerüstet, um die Finanzierungswünsche ihrer Kunden zu befriedigen? Katzenmayer: Durch die qualitative Stärkung des Eigenkapitals haben wir die Kernkapitalquote auf 10,9 Prozent ausgebaut. Die Gesamtkapitalquote betrug Ende vergangenen Jahres 14,3 Prozent und liegt damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestwert von acht Prozent. Wir haben deshalb ausreichende Möglichkeiten, den Finanzierungswünschen unserer Kunden jederzeit nachkommen zu können. diebank: Was sind Ihre Pläne für den neuen Marktführer? Katzenmayer: Als Spezialdienstleister arbeiten wir neben Kirche und Diakonie für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Dieser Markt wächst stark und bietet uns gute Chancen, das Kredit- ebenso wie das Anlagegeschäft auszubauen. Allein in der Diakonie rechnet man mit einem jährlichen Volumen von vier Milliarden Euro an Ersatz- und Neuinvestitionen. Da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass der Markt an die Grenzen stößt. Gleichzeitig müssen auch wir die Kosten senken. Aktuell haben wir 16 Standorte. Wie bei den Wettbewerbern nutzen auch unsere Kunden verstärkt Online Banking und mediale Vertriebswege. Deshalb stellt sich die Frage, ob wir künftig noch alle Dienstleistungen in den Filialen vorhalten müssen. Dem Thema Digitalisierung begegnen wir mit einem bereits aufgelegten strategischen Projekt. diebank: Profitieren Sie von Kunden, die der Finanzkrise genauer hingucken, bei wem sie ihr Geld anlegen? Katzenmayer: In den ersten Monaten nach Ausbruch der Finanzkrise hatten wir tatsächlich einen starken Zulauf im dreistelligen Millionenbereich. Nach der damaligen Garantieerklärung der Bundeskanzlerin, dass die Kundengelder bei deutschen Banken sicher seien, änderte sich dies jedoch schnell wieder. Der Renditewunsch trat wieder in den Vordergrund, wesentlich geändert hat sich nichts. Das Interview führte Eli Hamacher. 26 diebank 8.2015

BANKING ó Die Chefs der Kirchenbanken Thomas Katzenmayer wollte eigentlich Musiker werden. Seit seinem 10. Lebensjahr spielt er leidenschaftlich gern Schlagzeug. Doch seine Eltern rieten ihm, „etwas Vernünftiges“ zu machen. So begann der heute 50-Jährige seine berufliche Laufbahn ganz klassisch mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann, arbeitete dann 17 Jahre bei der Volksbank Darmstadt, bevor er zur genossenschaftlichen Beratungsgesellschaft GenoConsult stieß. Hier begleitete er die Fusion der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel (EKK) mit der Nürnberger Acredobank. Als das Angebot kam, zur EKK zu wechseln, sagte er zu. Nach der Fusion mit der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft rückte der Vater von vier Kindern im Herbst 2014 an die Spitze der Evangelischen Bank. Klaus Schraudner liebt Kirchenmusik, spielte früher Orgel und sang im Kirchenchor. Dafür fehlt heute die Zeit. Der Chef der Kölner Pax-Bank genießt deshalb umso mehr die Besuche im Kölner Dom, wo er in Ruhe kirchlichen Klängen lauschen kann. Wie viele seiner Kollegen stieg der Franke zunächst in einer Volksbank, der Zevener Volksbank, auf, bevor er als Mitglied des Vorstands 2010 zur katholischen Pax-Bank stieß. An die Spitze des Gremiums rückte der Vater von zwei Kindern Anfang 2014. Die Grundlagen für seine Karriere legte der 50-Jährige mit einem BWL-Studium, einer Promotion zum Dr. rer. pol. und schließlich einem Abschluss zum Diplom-Bankbetriebswirt an der Akademie deutscher Genossenschaften in Montabaur. Norbert Wolf begann seine Laufbahn mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei einer Genossenschaftsbank und einem Traineeship bei einer Großbank. An der heutigen Frankfurt School of Finance & Management sattelte er ein bankbetriebswirtschaftliches Studium drauf, bevor der 51-Jährige beim Bankenverband des privaten Bankgewerbes Mitgliedsinstitute prüfte und beriet. Anders als seine Kollegen von Pax-, KD-, Evangelischer Bank und DKM veröffentlicht der Geschäftsführer der Steyler Ethik Bank, zu der er 1994 stieß, auch sein Profil auf dem Karriereportal Xing, sucht dort nach ethischen Geldanlegern und Stiftungsinteressierten. Neben Familie und Golf nennt der Vater von drei Kindern als Interessen Schalke 04, Skifahren, Sylt und Rotwein. Ekkehard Thiesler rückte 2005 an die Spitze der Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund. Zuvor machte er auch Karriere im genossenschaftlichen Sektor der Volksbanken, zuletzt als Vorstandsmitglied der Volksbank Heilbronn. An der kirchlichen Hochschule Wuppertal-Bethel hat der 50-Jährige einen Lehrauftrag für Betriebswirtschaft, vor allem in der Weiterbildung von evangelischen Theologen aus Deutschland, aber auch aus Afrika und Asien. Thiesler ist Vater eines Sohnes und Besitzer eines Beagles, der „nicht macht, was er machen soll“ und deshalb viel Aufmerksamkeit fordert. In seiner Freizeit joggt der Bankchef auch, zuletzt etwas regelmäßiger, um künftig einmal bei einem der Firmenläufe in Dortmund oder Münster teilnehmen zu können. Christoph Bickmann ist der einzige Chef, der schon einmal bei der Konkurrenz gearbeitet hat. Der gebürtige Essener leitete als Direktor vier Jahre die Erfurter Filiale der Pax-Bank und zuvor vier Jahre die zentrale Kreditabteilung in Köln. Gut kann er sich noch an die Bewerbung in 1992 erinnern und wie schwierig es war, überhaupt einmal einen Blick in den Geschäftsbericht werfen zu können. Im Jahr 2000 kam Bickmann als Vorstandsmitglied zur Darlehnskasse Münster, wo er heute den Vorsitz des Gremiums innehat. Vor seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften absolvierte Bickmann eine Lehre als Bankkaufmann bei der Sparkasse Essen. In seiner Freizeit „steht die Familie über allem“, Sohn und Tochter begleitet der 53-Jährige dann gern zu Hockey und Reiten. 8.2015 diebank 27

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