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die bank 08 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

Banking News FINANCE

Banking News FINANCE AWARD IN BONN Auswege aus der Niedrigzins-Falle ó 21 Teams von Universitäten und Hochschulen aus Deutschland hatten sich für den diesjährigen Postbank Finance Award beworben, dem höchstdotierten deutschen Hochschulpreis. Gesucht wurden „Auswege aus dem Zinsdilemma“ und Lösungen für die Frage „Hat Geldanlage Zukunft?“ Den ersten Rang mit einem Preisgeld von 50.000 € erhielten die Studenten der Uni Gießen um Dozent Peter Tillmann. Sie haben 90.000 Twitter-Nachrichten zur Zinspolitik der US-Notenbank untersucht und daraus ein Prognose-Modell entwickelt. Damit können sie feststellen, ob die Finanzmärkte eine frühe oder späte Abkehr der Notenbank von ihrer Nullzinspolitik erwarten. Und sie können vorhersagen, wie sich dies auf die Zinsen, Aktien- und Wechselkurse auswirkt. Das zweitplatzierte Team von der Uni Regensburg erhielt 25.000 € für seine überzeugenden Vorschläge dafür, wie Stiftungen trotz Niedrigzinsen akzeptable Kapitalerträge erzielen können, ohne zu hohe Risiken einzugehen. Der dritte Preis (15.000 €) ging an Studenten der Uni Freiburg. Sie entwarfen ein Konzept, wie institutionelle Anleger ihren Ertrag verbessern können, indem sie Wertpapiere mit geringer Liquidität in ihr Portfolio aufnehmen. Weitere Preisgelder erhielten Studenten der WHU in Vallendar und der Berufsakademie Sachsen in Dresden. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer zehnköpfigen Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft. VAB: AUFSICHT ALS HERAUSFORDERUNG Proportionalität berücksichtigen ó Der Übergang sei zwar reibungsloser als oft erwartet vonstattengegangen, aber etliche Prozesse müssten sich noch besser einspielen, lautet das Fazit des Verbands der Auslandsbanken (VAB) im Hinblick auf die Übernahme der Bankenaufsicht durch die EZB. Die neue Aufsichtsstruktur sei eine große Herausforderung für die Mitglieder, sagte Verbandschef Stefan Winter im Rahmen der Mitgliederversammlung. Zwar fielen die meisten Mitglieder nur indirekt unter die EZB- Aufsicht, seien oft aber durch ihre Konzernzugehörigkeit betroffen. Winter hielt es für absehbar, dass sich mittelfristig eine neue Aufsichtspraxis und -kultur etablieren werde, die keine großen Unterschiede zwischen den von der EZB und den weiterhin national beaufsichtigten Banken zulasse. Die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Nikolaus Närger und Joachim von Schorlemer, sprachen sich dafür aus, das Interesse an einem harmonisierten Rahmenwerk mit den Bedürfnissen der Mitglieder an einem praktikablen und dem jeweiligen Geschäftsmodell angemessenen Regelwerk abzustimmen. Für viele Verbandsmitglieder sei es wegen ihrer Mitarbeiterzahl und der Geschäftsvolumina eine große Herausforderung, den zunehmend formaleren und quantitativeren Aufsichtsanforderungen gerecht zu werden. BEI BANKERN KOMMT NEID AUF Schwitzen fürs Geld ó Wer kassiert mehr, Top-Banker oder Tenniscracks? Mit einem Augenzwinkern haben die Spezialisten von Emolument.com, einem Vergleichsdienst für die Finanzbranche, die jeweiligen Einkommen verglichen. 2014 erhielt Wimbledon- Champion Novak Djokovic ein Preisgeld über 1,76 Mio. £ und spiele damit in der gleichen Liga wie der ausgeschiedene CEO der Credit Suisse, Brady W. Dougan (ohne Prämien). Djokovics Finalgegner hält in Sachen Einkommen noch den Ranglistenplatz 1: Roger Federer bekam 2014 36 Mio. £ Preisgelder – der bestbezahlte Banker, Lloyd Blankfein von Goldman Sachs, würde es mit 14,8 Mio. £ nur auf den 5. Platz der Tennis-Preisgeldliste schaffen. Immerhin verdienen Bank-Spezialisten aus dem Bereich M & A deutlich besser als ein Tennis-Doppelspieler, hat Emolument bilanziert. Banker wie Tennisspieler stünden im Rampenlicht und müssten oft negative Berichterstattung ertragen. Doch während das Publikum den sichtbar schwitzenden Tennisprofis das Geld gönnt, wird bei Bankern ein hoher Verdienst oftmals als ungerecht empfunden. 20 diebank 8.2015

GLOBALES ETHISCHES FINANZFORUM Mehr soziale Verantwortung ó Anfang September findet in Edinburgh das erste Global Ethical Finance Forum (GEFF) statt. Es soll die Unterschiede in den verschiedenen Segmenten der ethischen Finanzindustrie überbrücken. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung globaler Standards für die Branche. Sarah Marten vom neuen Responsible Finance Institute RFI, das auf der Konferenz vorgestellt wird, will die gemeinsamen Stärken der verschiedenen Finanzierungsformen herausstellen. Globale Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung, wie der Klimawandel und die Bekämpfung der Armut, könnten kaum ohne verantwortungsvolle Finanzierungsinitiativen angegangen werden, die soziale, ökologische und Governance-Belange in ihre Entscheidungen integrieren. Das GEFF richtet sich besonders an institutionelle Investoren, Vermögensbesitzer, politische Entscheidungsträger oder Wissenschaftler im Bereich der Islamic Finance. Mitveranstalter sind unter anderem Thomson Reuters und das Islamic Finance Councilnter UK. Dessen Vorstandsmitglied Graham Burnside hatte die ersten Schariakonformen Hypothekenprodukte unter schottischem Recht strukturiert. Er ist davon überzeugt, dass Ethik und Geschäft Hand in Hand gehen können. Für Burnside wird die Forderung nach mehr sozialer Verantwortung und ethischem Verhalten zunehmend zu einer wichtigen transformativen Kraft in der globalen Finanzbranche. RETAIL BANKING KOMPASS Strategisch unklar positioniert ó Der deutsche Retail-Banking-Markt ist gesättigt. Die Institute können ihr eigenes Geschäft nur aus dem Wettbewerb und nicht aus dem Marktwachstum heraus entwickeln. Wer Wachstum anstrebt, muss somit gegen Wettbewerber gewinnen. Nachteilig wirken sich das Niedrigzinsumfeld und die Belastungen durch regulatorische Anforderungen aus. So stark, dass einigen Instituten die Luft zum Atmen genommen werde, sagen die Berater von Moonroc. Sie haben in ihrem aktuellen Retail Banking Kompass einige, wie sie es nennen, Überraschungen festgestellt: So hätten verschiedene Bankhäuser ihr Geschäftsmodell weiter auf Wachstum eingestellt und realisierten zweistellige Zuwächse. Bei anderen Häusern hingegen habe eine Abwärtsspirale eingesetzt. Den privatwirtschaftlichen Großbanken bescheinigt Moonroc eine strategisch unklare Positionierung. Hier werde versucht, durch Kostenkontrolle „das Geschäft profitabel zu sparen“. Die strategischen Ansätze der Banken variieren vom marktorientierten Digitalisierungsansatz bis zur IT-gestützten operativen Neuausrichtung. Andere Mitbewerber suchen Erfolg mit aggressivem Pricing oder einer neuartigen Filialarchitektur. Die Studienautoren vermissen bei den Großbanken vor allem das Verständnis eines „Neuen Bankings“. Laut ihrer Arbeit trennt sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im Retailgeschäft die Spreu vom Weizen. MIFID II: ZWEI DRITTEL DER BANKEN SCHIEBEN UMSETZUNG VOR SICH HER Branche in einer Phase ständiger Unsicherheit ó Deutsche Banken treten bei der Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie auf der Stelle. Anfang des Jahres hatte die PPI AG in ihrem „MiFID II Readiness Index“ konstatiert, dass gerade ein Viertel der Banken mit der Umsetzung der 2017 fälligen Anforderungen begonnen habe, ein knappes halbes Jahr später zeigt die zweite Befragungswelle, dass zwei von drei Instituten noch nicht mal in den Startlöchern stehen. Aktuell liegt die „MiFID II Readiness“ der Banken bei sieben statt der anvisierten 30 Prozent. Der Grund für die Verzögerungen liegt aber weniger bei den Banken selbst. Die Aufsicht gab zwischenzeitlich Änderungen an der Richtlinie heraus, die für die Umsetzung bereits reservierte Kapazitäten binden. Zuletzt hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA Konsultationen im Umfang von mehr als 2.000 Seiten veröffentlicht. Zudem griff der deutsche Gesetzgeber mit dem Honorarberatungsgesetz der Finanzmarktrichtlinie in einigen Punkten vor. Viele Banken müssen deshalb die Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell immer wieder neu bewerten. „Die Branche befindet sich derzeit in einer Phase ständiger Unsicherheit“, stellte Christian Appel fest, PPI-Experte für Banken-Compliance. Jetzt habe zwar die ESMA technische Umsetzungsempfehlungen zu MiFID II vorgelegt, die Europäische Kommission könne diese aber bis Jahresende noch anpassen, sodass die Banken sich nur bedingt auf den aktuellen Stand verlassen könnten. Allerdings gerät der Markt nun langsam in Bewegung. Vor allem die neuen Dokumentationsund Aufzeichnungspflichten werden für erheblichen Mehraufwand im Bankenvertrieb sorgen. Zwei von drei Instituten befürchten hohe oder gar sehr hohe Folgekosten durch die neuen Anforderungen bei Beratungs- und Telefonprotokollen, vor sechs Monaten waren es erst zehn Prozent. 54 Prozent der Befragten rechnen mit einem höheren finanziellen Aufwand bei neuen Produkten und Finanzinstrumenten, weil alle Verwaltungs- und Beratungsschritte für digitale Angebote komplett dokumentiert und die Daten für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren sicher aufbewahrt werden müssen. In vielen Banken beginne jetzt die Suche nach neuen Geschäftsfeldern und Wettbewerbsvorteilen im Zuge der MiFID II-Umsetzung. Knapp jedes fünfte Institut glaubt mittlerweile an solche Chancen. Besonders positiv gestimmt zeigen sich dabei die Privatund Geschäftsbanken. 8.2015 diebank 21

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