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die bank 07 // 2023

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT DIE TOP 100 DER

MARKT DIE TOP 100 DER DEUTSCHEN KREDITWIRTSCHAFT Besser als erwartet – den Zinsen sei Dank 14 07 | 2023

MARKT In den Top 100 gab es in diesem Jahr ein paar überraschende Veränderungen, starke Aufsteiger, aber auch Absteiger und zwei Neueinsteiger. Unter den ersten zehn befinden sich nun gleich zwei Divisionen amerikanischer Großbanken. Addiert wuchsen die Bilanzen der 100 Großen um über 4 Prozent. Waren wir im letzten Jahr noch mit eher düsteren Gedanken in den Überblick über die TOP 100 gestartet, so hat sich das Geschäftsjahr 2022 für die Mehrheit der hier vertretenen Banken doch wesentlich besser gestaltet als damals befürchtet. Sprudelnde Gewinne bei den meisten Banken, endlich wieder bzw. verbesserte Dividenden, viele zufriedene Vorstände bei den Hauptversammlungen – lässt man den andauernden Krieg in der Ukraine außer Betracht, dann sieht es für die Branche gar nicht so schlecht aus. Dazu beigetragen hat natürlich zunächst einmal, dass sich das Zinskarussell 2022 endlich wieder in Bewegung setzte. Ein Leitzins von 2,5 Prozent (Dezember 2022) war lange nicht mehr dagewesen. Nach fünf Jahren mit einem Durchschnitt von 0,0 reichte ein Jahresmittel von 0,58 Prozent, um das Geschäft der Banken anzukurbeln und die Zinsmarge zu erhöhen. Bei der Deutschen Bank beispielsweise stieg der Zinsüberschuss auf 13,6 Mrd. Euro gegenüber 11,2 Mrd. Euro im Vorjahr (+21 Prozent), bei der Commerzbank waren es sogar plus 33 Prozent (6,4 Mrd. nach zuvor 4,8 Mrd. Euro), bei der HVB Group 2,6 Mrd. Euro (plus 4,4 Prozent gegenüber 2021). Quer durch alle Institutsgruppen wuchs der Zinsüberschuss um 18 Prozent. Nach dem Einbruch während der Corona- Pandemie investierten die Unternehmen wieder deutlich mehr und brauchten dafür auch mehr Kredite. Laut dem Corporate-Banking- Index von Bain & Company legte das Firmenkreditvolumen binnen eines Jahres um 12 Prozent auf knapp 1,5 Bio. Euro zu. Gleichwohl warnt Bain-Partner Christian Graf vor zu viel Euphorie: „Die steigenden Zinsen werden die Refinanzierung der Banken zunehmend verteuern.“ Hinzu komme, dass die Spielräume für Margen im harten Wettbewerb begrenzt seien. Außerdem bleibe die politische und konjunkturelle Lage volatil. Neben den höheren Zinssätzen trugen allgemein aber auch Kostensenkungen zu den besseren Ergebnissen bei sowie die Transformationsprogramme, die viele Häuser erfolgreich umsetzen. Die Digitalisierungsbemühungen zeigen Wirkung. Die Berater von Strategy& kommen in ihrer im Juli veröffentlichten Retail-Banking- Analyse zu dem Schluss, dass 2022 insgesamt ein weiteres gutes Jahr für europäische Privatkundenbanken war. Der Umsatz sei um durchschnittlich 8 Prozent gestiegen, die Kosten dagegen nur leicht um 2 Prozent. Europaweit ging dies mit einem Abbau des Filialnet- 07 | 2023 15

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