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die bank 07 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends WIELAND

News & Trends WIELAND KRITISIERT EZB Zinsschritt unzureichend Der Ex-Wirtschaftsweise Volker Wieland hält die Leitzinserhöhung der EZB für unzureichend. Die Erhöhung auf 0,5 Prozent bringe weder Banken noch Kunden besonders viel, erklärte der Experte im Gespräch mit der Redaktion „die bank“. Wieland: „Bei einer Inflationsrate von über 8 Prozent und Prognosen von mehr als 4 Prozent im nächsten Jahr ist die reale Verzinsung am Geldmarkt weiterhin tief negativ. Dieser erste Zinsschritt macht noch keinen nennenswerten Unterschied. Die Geldpolitik ist weiterhin sehr expansiv und stützt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Ob die EZB es schafft, in diesem Jahr den Notenbankzins zügig anzuheben, so wie es notwendig wäre, bleibt abzuwarten.“ Auch der neue Rettungsschirm TPI sei keine gute Idee. Es wäre besser, die Staaten griffen auf die Finanzierungsmöglichkeiten des ESM zurück. ù Die von der EZB angekündigte Zinserhöhung steht in der Kritik. NACHHALTIGKEIT STATT WACHSTUM? Die Deutschen sagen „ja“ Nicht nur aus Klimaschutzgründen, auch zur Verringerung der Abhängigkeit von Energielieferungen aus politisch problematischen Ländern soll die deutsche Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet werden. Inzwischen stellen Politiker bereits in Aussicht, dass die Bürger während der Transition aufgrund geringeren Wirtschaftswachstums Wohlstandsverluste in Kauf nehmen müssen. Für eine Mehrheit der Deutschen ist das in Ordnung. Das geht aus einer ING-Umfrage vom Juni 2022 hervor. 51 Prozent der Bundesbürger stimmen demnach zu, dass Umweltschutz auch zulasten von Wirtschaftswachstum priorisiert werden soll. Nur 14 Prozent lehnen das ab. In der Gegenfrage fordern 24 Prozent Vorrang für die Wirtschaft, 43 Prozent sind dagegen – eine Mehrheit für diese Forderung zeigt sich überraschenderweise nur bei jüngeren Altersgruppen. 41 Prozent haben ihre Kaufgewohnheiten bereits auf mehr Nachhaltigkeit umgestellt. Weitere 31 Prozent können sich vorstellen, das noch zu tun. „Dem Umweltschutz sollte Vorrang gegeben werden, auch wenn dies das Wirtschaftswachstum dämpft“ – mit dieser Aussage kann sich offenbar eine Mehrheit der Deutschen identifizieren. Dabei gibt es auch keine demografischen Ausreißer. Über alle Altersgruppen und Geschlechter hinweg liegt die Zustimmung zu dieser Aussage durchweg zwischen 47 und 57 Prozent, die Ablehnung nur zwischen 10 und 19 Prozent. Die Diskussion über Nachhaltigkeitsthemen erweckt oft den Eindruck, als seien es vor allem die älteren Mitglieder der Gesellschaft, die nicht bereit sind, für die Zukunft der Jüngeren auf Wohlstand zu verzichten, und dafür von diesen an den Pranger gestellt werden. Vorrang für die Wirtschaft fordern aber vor allem letztere: Die Altersgruppen 18 bis 24 und 25 bis 34 sind die einzigen in der Umfrage, in denen die Zustimmung zu „Das Wirtschaftswachstum sollte die höchste Priorität haben, auch wenn die Umwelt in gewissem Maße darunter leidet“ höher ist als die Ablehnung. ù DEUTSCHE BANK WILL SPAREN Energieverbrauch soll sinken Um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, führt die Deutsche Bank ein großes Maßnahmenpaket ein. Damit sollen jährlich zusätzlich rund 4.900.000 kWh Strom eingespart werden – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 1.600 Zwei-Personen-Haushalten. Beleuchtete Außenwerbung und angestrahlte Logos an den Gebäuden der Bank werden ebenso wie die Nachtbeleuchtung im Inneren zwischen 22 Uhr und 6 Uhr abgeschaltet. Lediglich die für Sicherheit relevante Beleuchtung und die Beleuchtung in den Filialvorräumen bei den Geldautomaten bleibt an. Alle Maßnahmen werden schrittweise in den rund 1.400 Gebäuden in Deutschland eingeführt. Zudem wird die Bank ihren Gasverbrauch reduzieren. Sie hat Maßnahmen identifiziert, mit deren Hilfe das Ziel der EU-Kommission, 15 Prozent weniger Gas zu verbrauchen, erreicht werden kann. Da die noch ausstehenden Entscheidungen dazu die Maßnahmen beeinflussen werden, wird mit der Umsetzung gewartet. ù 6 07 | 2022

NEWS & TRENDS BUNDESBANK Kartenzahlungen nehmen zu 2021 ist die Zahl der von Zahlungsdienstleistern in Deutschland gemeldeten Kartentransaktionen im Vergleich zu 2020 wieder stark gestiegen, und zwar um 10 Prozent auf über 8 Milliarden Zahlungen. Der Gesamtwert der Kartenzahlungen erhöhte sich um 8 Prozent auf 393 Mrd. €. Somit blieb der durchschnittliche Wert einer Kartenzahlung mit knapp 48 € fast unverändert, so die Ergebnisse der jüngsten Zahlungsverkehrsstatistik der Deutschen Bundesbank. Im Berichtsjahr 2021 wurden 27 Milliarden unbare Zahlungstransaktionen (+ 5 Prozent) mit einem Wert von 65 Bio. € (+ 8 Prozent) von deutschen Zahlungsdienstleistern mit Nichtbanken erfasst. Dabei stiegen die Werte der Überweisungen, der Lastschriften und der Kartenzahlungen jeweils um etwa 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf den Wert der Transaktionen waren die Überweisungen mit einem Anteil von 94 Prozent (knapp 62 Bio. €) erneut das meistgenutzte unbare Zahlungsinstrument. Der Wert der Lastschriften betrug mit 3 Bio. € lediglich 5 Prozent des Transaktionswerts; sie machten jedoch mit 43 Prozent fast die Hälfte der unbaren Zahlungstransaktionen aus. ù ZAHL DES MONATS 81 Prozent der Deutschen halten es für unwahrscheinlich, dass Krypto-Geld künftig staatliche Währungen ablösen könne, so eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Managementberatung BearingPoint. STUDIE Ukraine-Krieg bremst deutsche Wirtschaft Der Ukraine-Krieg könnte die deutsche Wirtschaft bis 2030 mehr als 260 Mrd. € an Wertschöpfung kosten. Das geht aus einer Studie hervor, an der das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsbildung (IAB) sowie die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) beteiligt waren. ù AUS DER BANKENAUFSICHT CSRD: BaFin begrüßt Einigung in der EU Der Rat der Europäischen Union (EU) und das Europäische Parlament haben eine Einigung über die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) erzielt. Die Finanzaufsicht BaFin begrüßte diese Einigung. Die EU- Offenlegungsverordnung verpflichtet Finanzunternehmen, Angaben zur Berücksichtigung wesentlicher Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren offenzulegen. Hierfür benötigen die Unternehmen der Finanzmarktbranche viele detaillierte und verlässliche Daten von Firmen der Realwirtschaft, in die sie investieren. Aus Sicht der BaFin wird die CSRD zu einer besseren Datengrundlage führen und es den Finanzunternehmen vereinfachen, die Offenlegungsanforderungen zu erfüllen. START-UP ERHÄLT FRISCHES KAPITAL Pigtie baut Finanz-App aus Pigtie, eine Smartphone-App für iOS und Android, die Menschen befähigt, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, hat ein sechsstelliges Pre-Seed-Investment eingesammelt. Bekannte Business Angels mit FinTech-Hintergrund investieren in das Start-up gleichen Namens. Das neue Kapital wird vor allem für die Weiterentwicklung der App genutzt. Die große Vision des Teams: lebenslanger Begleiter für die persönlichen Finanzen der Nutzer zu werden. Mit der App können User Investitionen starten und die persönlichen Finanzen selbst managen. Die Finanz-App positioniert sich hierbei als Einstiegstor, Spar-Tool und Wissensplattform. Es handelt sich um ein Microinvesting-Tool, das Kunden durch regelmäßiges Investieren von Cent-Beträgen an die Welt der Kapitalmärkte heranführt. Aktuell ist in der App schon die Integration bestehender Bankkonten und das Eröffnen eines neuen oder das Verbinden mit einem bestehenden Depotkonto möglich. Für die Zukunft wird angestrebt, eine ganzheitliche Finanzübersicht in der App zu ermöglichen. ù 07 | 2022 7

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