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die bank 07 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 3 | Bestand an

MARKT 3 | Bestand an Zweigstellen Insgesamt: 21.712; Stand: 31. Dezember 2021 Sparkassen und Landesbanken 7.911 7.310 Kreditgenossenschaftlicher Sektor Sonstige Bankengruppen 53 Bausparkassen 1.239 5.199 Kreditbanken Quelle: Deutsche Bundesbank. institute (einschließlich der rechtlich unselbstständigen Bausparkassen) mit nun 1.519 Instituten um 160 niedriger als im Vorjahr; zum Vergleich: 2016 waren es 1.888 Institute, 2011 noch 2.080 Institute. Für den heftigen Rückgang seien allerdings zwei Sonderfaktoren verantwortlich. Seit dem Inkrafttretens des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG) im Juni 2021 firmieren 71 ehemalige Wertpapierhandelsbanken und Zweigstellen ausländischer Wertpapierhandelsunternehmen als Wertpapierinstitute und sind damit keine Kreditinstitute im Sinne des Kreditwesengesetzes mehr. Aber auch ohne diesen Effekt hätte der Rückgang noch 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr betragen. Und auch das Wirksamwerden des Brexits ließ die Zahl der Kreditinstitute schrumpfen. Zum 1. Januar 2021 schlossen 43 deutsche Niederlassungen britischer Banken, so die Bundesbank-Statistik. Insgesamt sank die Anzahl der Kreditbanken von 366 auf 261 Institute, die die Bundesbank aufschlüsselt in drei Großbanken, 151 Regional- und Wertpapierhandelsbanken und sonstige Kreditbanken sowie 107 Zweigstellen ausländischer Banken und Wertpapierhandelsbanken. Die Anzahl der genossenschaftlichen Institute nahm um 5,7 Prozent ab auf zuletzt 772 Häuser, wobei vor allem die Primärkreditgenossenschaften betroffen waren (minus 45 auf nun 759 Institute). Auch bei den Zusammenschlüssen sah die Bundesbank vornehmlich einen starken Trend im Genossenschaftssektor und zählte insgesamt 54 Fusionen im Jahr 2021 (Vorjahr: 34). Bei den Sparkassen und Landesbanken gab es 2021 sechs Abgänge aufgrund von Fusionen, ihre Gesamtzahl lag Ende 2021 bei 371 Sparkassen und sechs Landesbanken. Unter „sonstige Banken“ listet die Bundesbank nun 109 Institute auf (minus zwei), gemeint sind damit die zehn privaten und acht öffentlichen Bausparkassen, 19 Kreditinstitute mit Sonderaufgaben, 47 Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung, eine Wertpapiersammelbank, neun Realkreditinstitute und 15 Bürgschaftsbanken. Bundesland-übergreifende Sitzverlegungen gab es 2021 nicht, allerdings drei Umgruppierungen zu anderen Bankengruppen. Filialnetze weiter stark ausgedünnt Ob es nun an der Digitalisierung, den Auswirkungen der Corona-Pandemie oder an Kostensenkungsmaßahmen liegt – auch die Gesamtzahl der Zweigstellen ist im letzten Jahr erneut stark gesunken: Von 24.100 Ende 2020 ging ihre Zahl runter auf 21.712 Filialen, d. h. fast jede zehnte Zweigstelle wurde im letzten Jahr geschlossen. ÿ 3 Betrachtet man die letzten 20 Jahre, so hat sich die Anzahl der Filialen sogar um knapp 60 Prozent reduziert, ausgehend von 54.089 Filialen anno 2001. Allein das Filialnetz der deutschen Großbanken sank laut Bundesbank-Zahlen um über 11.100 Stellen auf etwa ein Viertel des damaligen Bestands; bei den Sparkassen liege der Anteil bei gut 45 Prozent des damaligen Bestands, bei den Kreditgenossen betrug der Rückgang etwa die Hälfte. Dabei sind die minimalen Zweigstellen ohne Personal, in denen nur Geldausgabeautomaten und Auszugsdrucker installiert sind, nicht einmal berücksichtigt. Die Zahl der von Banken und Zahlungsabwicklern betriebenen Geldausgabeautomaten beziffert die Bundesbank auf 56.868, die der Selbstbedienungsterminals mit Überweisungsfunktion auf 26.212 zum Jahresende 2020. Reduziert wird nach wie vor quer durch alle Bankensektoren. Bei den Sparkassen und Landesbanken waren es 2021 minus 617 Filialen (nun 7.911 Zweigstellen), im Genossenschaftlichen Bereich minus 468 Filialen (nun 7.310 Zweigstellen) und bei den Kreditbanken sogar fast ein Fünftel (minus 1.279 auf nun 5.199 Filialen). 12 07 | 2022

MARKT Die meisten Kreditbanken-Filialen gehören weiterhin den Großbanken, wobei diese allerdings auch den stärksten Rückgang zu verzeichnen haben, nämlich um 1.109 Zweigstellen. Hier wirkt vor allem die Integration der Postbank in die Deutsche Bank und das damit verbundene Aus für frühere Kooperations-Filialen. Die Bausparkassen reduzierten ihr Filialnetz auf 1.239 (780 private und 459 öffentliche, zusammen 20 Filialen weniger), in den „sonstigen Bankengruppen“ wurden vier Filialen abgebaut, ihre Anzahl beträgt nun 53. Weniger Bankstellen … Die Zahl der Bankstellen (Kopfstellen = rechtlich selbstständige Kreditinstitute) hat sich deutlicher als in den Vorjahren reduziert; die Bundesbank ermittelte für 2021 insgesamt noch 23.231 Bankstellen. Das sind 2.548 weniger als 2020, was einem Rückgang um 9,9 Prozent entspricht. Mit 8.288 Bankstellen stellen hier die Sparkassen den größten Sektor dar, gefolgt von den genossenschaftlichen Instituten mit 8.082 Bankstellen, den Kreditbanken (5.460 Bankstellen), Bausparkassen (1.257 Bankstellen) und Sonstigen Banken (144 Bankstellen). Statistisch war eine Bankstelle damit im Jahr 2021 für die Betreuung von 3.581 Einwohnern zuständig, vor 20 Jahren betrug die Bankstellendichte noch 1.880. … und sinkende Mitarbeiterzahlen Weniger Filialen und weniger Institute, das bedeutet natürlich auch, dass der seit Jahren anhaltende Personalabbau fortgesetzt wird. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV) stellte im Juni die aktuellen Zahlen mit einem neuen Negativ-Rekordwert vor. Demnach sank die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe bis Ende 2020 um rund 1,6 Prozent auf 552.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2000 waren es noch 774.550. Verteilt auf die Sektoren sieht das so aus: Die Sparkassen haben 200.700 Beschäftigte, die privaten Banken und Bausparkassen stützen sich auf 160.500 Mitarbeitende, die genossenschaftlichen Institute auf 143.900 Kräfte. 47.350 Mitarbeiter sind es bei den Landes- und Förderbanken, öffentlichen Bausparkassen und Spezialinstituten. Hinzu kommen dann aber noch 12.000 Beschäftigte bei der Bundesbank, die seit 2013 (damals 10.800) ihren Personalbestand kontinuierlich aufstocken konnte. Autorin Anja U. Kraus FAZIT Insgesamt sind die aktuellen Zahlen aus dem deutschen Bankgewerbe nicht schlecht, aber gerade der anhaltende Abbau von Personal und Filialen scheint alles andere als vielversprechend. Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die Bilanzen natürlich auf das Vorjahr beziehen, als alles noch deutlich optimistischer zu betrachten war als 2022. Wie sehr der Krieg von Russland gegen die Ukraine und die Verteuerung aller Energiequellen unsere Wirtschaft letztendlich noch beeinträchtigen werden, lässt sich nur ahnen. Ein weiterer Abschwung scheint aber sicher, und 2023 wird es wohl keine besseren Zahlen geben – und das dürfte kein Kassandraruf sein. 07 | 2022 13

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