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die bank 07 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends TROTZ

News & Trends TROTZ NEGATIVZINSEN Girokonto bleibt beliebt 84 Prozent der deutschen SparerInnen behalten trotz der zunehmenden Verbreitung von Negativzinsen das Girokonto als wichtigste Sparform bei, so eine aktuelle Umfrage von YouGov und VisualVest. Die TeilnehmerInnen wurden etwa gefragt, wie ihre Reaktion aussähe, wenn ihre Bank Negativzinsen einführem würde. 72 Prozent erklärten, in diesem Fall das Institut wechseln zu wollen oder das Geld auf mehrere Konten zu verteilen, um die Strafzinsen zu umgehen. 16 Prozent der SparerInnen planten, ihr Geld trotzdem auf ihrem aktuellen Girokonto zu lassen und Negativzinsen zu zahlen. Die Hauptgründe hierfür sind, dass ein Bankwechsel zu umständlich ist oder alternative Anlageformen nicht bekannt sind. Nur 18 Prozent der Befragten gaben an, das auf dem Girokonto geparkte Geld vollständig oder teilweise in Wertpapiere zu investieren. ù Vielen Deutschen ist ein Bankwechsel zu umständlich. DEUTSCHE INDUSTRIEBANK Eskalierende Insolvenzwelle bleibt aus Die Deutsche Industriebank (IKB) erwartet in Deutschland einen Anstieg der Insolvenzquote für Unternehmen von knapp 0,5 Prozent im Jahr 2020 auf rund 0,7 Prozent im Jahr 2022. Eine eskalierende Insolvenzwelle sollte somit ausbleiben. Das Kurzarbeitergeld ist nicht nur ein wirkungsvolles Instrument zur Beschäftigungssicherung, teilte die IKB mit. Es ist auch ein entscheidendes Mittel, um eine starke Zunahme der Unternehmensinsolvenzen in Krisenzeiten zu verhindern. Denn dank der staatlichen Subventionierung der Lohnkosten entlastet die Fiskalpolitik den Druck auf die Unternehmensgewinne und verhindert somit einen Kapazitätsabbau. Dies erklärt zumindest teilweise auch die anhaltende Stimmungsverbesserung in der Automobilindustrie trotz des gleichzeitigen, deutlichen Produktionsrückgangs. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist derweil weiter rückläufig. Der Grund ist vor allem in der Automobilindustrie zu finden: Diese musste von Dezember 2020 bis Mai 2021 ihre Produktion um fast 23 Prozent drosseln, während das Verarbeitende Gewerbe nur einen Rückgang von rund 2 Prozent verzeichnete. Hierbei spielen die geringe Halbleiterproduktion und grundsätzliche Lieferengpässe eine große Rolle. Trotz dieser Probleme und Produktionsverluste ist die Stimmung der Unternehmen insbesondere in der Industrie weiter positiv; sie hellt sich fast stetig auf. Ein Grund mag sicherlich sein, dass die Auftragslage nach wie vor gut ausfällt; und die Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre gut gefüllten Auftragsbücher später abarbeiten können. Doch dies mag nicht der einzige Grund sein, warum die Stimmung besser ist, als es das Produktionsniveau signalisiert. Denn die Nutzung der Kurzarbeit entlastet die Firmen auch auf der Kostenseite. Ohne die Subventionierung durch den Staat und/oder Personalentlassungen wäre in der Corona-Pandemie ansonsten mit deutlich steigenden Lohnstückkosten und damit einem Einbruch der Profitabilität zu rechnen. ù BAREINZAHLUNGEN AB 10.000 € Herkunftsnachweis wird verlangt Bei Bargeldeinzahlungen von über 10.000 € müssen private BankkundInnen künftig einen Herkunftsnachweis für den gesamten Einzahlungsbetrag vorlegen. Seit August schreibt dies die Finanzdienstleistungsaufsicht in ihren Anwendungshinweisen zum Geldwäschegesetz vor, so die Deutsche Kreditwirtschaft (DK). Dies gilt auch bei Einzahlungen in mehreren Teilbeträgen, wenn die Summe der Teilbeträge 10.000 € überschreitet. Bei sonstigen Bartransaktionen, Edelmetallankäufen, Sortengeschäften, die nicht bei der Hausbank vorgenommen werden, ist dies bereits ab einem Betrag von über 2.500 € erforderlich. „Sofern der Herkunftsnachweis bei einem solchen Gelegenheitsgeschäft vom Kunden nicht geführt werden kann, muss das Institut das Geschäft ablehnen. Gewerbliche Kunden sind in der Regel von den neuen Maßnahmen nicht betroffen“, so die DK. Im Falle von fehlenden oder nicht ausreichenden Nachweisen müssen Institute die Bartransaktion ablehnen. ù 6 07 // 2021

NEWS & TRENDS ING-UMFRAGE ZUM THEMA HOMEOFFICE Gute Internetverbindung zählt Welche Aspekte ihres Wohnumfelds finden die Deutschen jetzt wichtiger, welche weniger wichtig als vor der Coronavirus- Pandemie? Auf Platz 1: eine gute Internetverbindung, so eine aktuelle Befragung. Quarantäne, Homeoffice, soziale Isolation – auf die eine oder andere Weise haben im Laufe der letzten rund 15 Monate wohl viele Menschen mehr Zeit zu Hause verbracht als sonst. Viel wurde gemutmaßt, inwiefern das die Prioritätensetzung in Bezug auf bestimmte Aspekte des eigenen Zuhauses beeinflusst: Wird die Entfernung zum Arbeitsplatz irrelevant? Werden die häuslichen Annehmlichkeiten wichtiger? Im Rahmen einer aktuellen ING-Umfrage zeigte sich: Die größte Bedeutungsverschiebung messen die Deutschen der digitalen Anbindung ihres Zuhauses bei. Ein Drittel der Befragten gab an, dass eine gute Internetverbindung nun wichtiger für sie sei als noch vor der Pandemie, nur 2 Prozent finden diesen Aspekt jetzt weniger wichtig. Luxuriöse Annehmlichkeiten müssen es hingegen nicht sein: Klimaanlage und Swimmingpool fanden nur jeweils unter 10 Prozent wichtiger als vor der Corona-Pandemie. ù ZAHL DES MONATS 7,14 Bio. € betrug laut Bundesbank das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im ersten Quartal 2021 – ein neuer Höchststand. LANDESBANKEN Helaba und LBBW bündeln Kräfte Die Landesbanken Helaba und LBBW haben mit einer Absichtserklärung den Weg frei gemacht für Kooperationen. Demnach soll das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement (ZWRM) mit Sparkassen in der LBBW zusammengeführt werden. Geplant ist zudem, dass die LBBW das Verwahrstellengeschäft für Spezial- und Publikumsfonds der Helaba übernimmt. ù AUS DER BANKENAUFSICHT Institute zahlen höhere Bankenabgabe Die deutschen Kreditinstitute müssen erneut mehr Gelder in den europäischen Topf zur Abwicklung maroder Finanzhäuser einzahlen. Die Finanzaufsicht BaFin hat als nationale Abwicklungsbehörde für den Einheitlichen Abwicklungsfonds der Bankenunion von deutschen Instituten für das Beitragsjahr 2021 die Bankenabgabe in Höhe von 2,49 Mrd. € erhoben. 2020 lag die Summe noch bei 2,23 Mrd. €. Von den 2,49 Mrd. € entfielen 1,41 Mrd. € auf Groß- und Regionalbanken, 473 Mio. € auf Landesbanken und Spitzeninstitute des Sparkassen- und Genossenschaftssektors, 273 Mio. € auf Sparkassen, 168 Mio. € auf Genossenschaftsbanken und 172 Mio. € auf bestimmte weitere Institute, wie etwa Hypothekenbanken und Finanzdienstleister. GRÜNE GELDPOLITIK DER EZB BdB legt Positionspapier vor Deutlich früher als erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung veröffentlicht. Der EZB-Rat beschloss, Klimaschutzaspekte künftig stärker in der Geldpolitik zu berücksichtigen. Der Bankenverband legte seinerseits ein Positionspapier zu einer grünen Geldpolitik der Notenbank vor. Eine Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten in der Geldpolitik der EZB ist zentral, da mit dem Klimawandel auch gravierende Risiken für die Finanz- und Preisstabilität verbunden sein können, teilte der Bankenverband mit. Da klimapolitische Ziele in bestimmten Situationen in einen Konflikt mit der Preisniveaustabilität geraten können, sollte eine grüne Geldpolitik jedoch nur im Rahmen eines „Nebenziels“ in der EZB-Strategie berücksichtigt werden. Nicht dauerhaft angelegte Instrumente, etwa großvolumige Anleihekaufprogramme, sind für eine grüne Geldpolitik hingegen nicht sonderlich geeignet, da sich hier im Fall einer restriktiven Geldpolitik ein Zielkonflikt zwischen Preisstabilität und Klimaschutz ergeben kann. ù 07 // 2021 7

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