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die bank 07 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT ÖKONOMISCHE,

MANAGEMENT ÖKONOMISCHE, ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE ASPEKTE IN BANKEN Das Thema Nachhaltigkeit dringt nur langsam in die Köpfe Nachhaltigkeitsgesichtspunkte finden im Bankensektor nach wie vor nur unzureichend Beachtung. Sie werden regelmäßig als isolierte Einzelmaßnahmen behandelt und sind nicht in die bestehenden Regelkreissysteme und strategischen Entscheidungsebenen der Institute integriert. Eine Studie der Fachhochschule Kiel gibt auf empirischer Basis Aufschluss zum derzeitigen Umsetzungsstand von Nachhaltigkeitsmaßnahmen nationaler Kreditinstitute. 38 07 // 2017

MANAGEMENT Das beschleunigte globale Bevölkerungswachstum, der Klimawandel und damit einhergehende Wetterkatastrophen, aber auch die sich stetig verringernden natürlichen Ressourcen stellen die Menschheit vor große Herausforderungen und führten in den letzten Jahrzehnten zu einem Umdenken in Gesellschaft und Politik. Entsprechend rückte der Wunsch nach nachhaltigem Handeln der wirtschaftlichen Akteure vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Bankensektor ist der Einsatz natürlicher Ressourcen gegenüber dem Mitteleinsatz im Produktionssektor grundsätzlich vernachlässigbar. Jedoch offenbarte insbesondere die letzte Finanzmarktkrise die ökonomischen Folgen eines nicht nachhaltigen Agierens der Kreditinstitute. Durch eine Vielzahl von Gesetzen konnte teilweise ein nachhaltigeres Wirtschaften bei Banken angeregt oder gegen Widerstände durchgesetzt werden. Die steigende Bedeutung der Nachhaltigkeit verdeutlicht insbesondere die Einführung der Verpflichtung zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts ab dem Jahr 2017 durch das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz), das Anfang März verabschiedet wurde. Die rechtlichen Verpflichtungen dieses Gesetzes greifen dabei den wachsenden Informationsbedürfnissen diverser Stakeholdergruppen im Kontext einer standardisierten Nachhaltigkeitsberichterstattung vor. Diese neue Offenlegungsvorschrift wird erneut dazu führen, dass sich Kreditinstitute mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen müssen. Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es weder empirische Belege über die Nachhaltigkeitsarbeit bei Kreditinstituten in Deutschland, noch eine Analyse, wie sich der Nachhaltigkeitsgedanke bei Banken entwickelt. Diese Lücke soll der vorliegende Artikel mittels einer Umfrage unter Nachhaltigkeitsmanagern von Kreditinstituten schließen. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit Der aktuelle Nachhaltigkeitsgedanke basiert auf dem Zusammenspiel der Ökonomie, des Sozialen und der Ökologie. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit gehen bis auf Aristoteles, Kant und Weber zurück. Sie beschäftigten sich schon in frühester Zeit mit der Ethik von Menschen und Unternehmen. Ziel ihrer Überlegungen hinsichtlich der Entwicklung einer Wirtschaftsethik ist die soziale und menschliche Gestaltung von ökonomischen Prozessen. Ökonomische Relevanz der Nachhaltigkeit Bei Käufern und Investoren besteht hohes Marktpotenzial für nachhaltig orientierte Bankprodukte, belegt eine Umfrage von Roland Berger Strategy Consultants aus dem Jahr 2012. Demnach sind neben den klassischen Ertragszielen weitere Kriterien in die Produktentwicklung mit einzubeziehen. Insbesondere die deutschen Banken bilden diesen Trend gemäß den Umfrageergebnissen nur unzureichend ab. Auch werden die Kreditinstitute von den Konsumenten als nicht nachhaltig orientiert wahrgenommen. Gründe für diese negative Einschätzung werden in der fehlenden Berichterstattung der Kreditinstitute gesehen 68 Prozent der befragten Kreditinstitute bieten Geldanlagen mit nachhaltigen Anlagekriterien an, zeigte 2013 eine Studie der Verbraucherzentrale NRW. Einen Zusammenhang zwischen nachhaltigem Wirtschaften und Gewinnstreben bestätigt eine internationale Umfrage von Deloitte aus dem Jahr 2012. Hier gaben 49 Prozent der befragten Unternehmensleitungen weltweit an, dass sie eine enge Verbindung zwischen der Nachhaltigkeitsleistung ihres Unternehmens und deren Finanzergebnissen sehen und demzufolge verstärkt in nachhaltige Maßnahmen investieren. Methodik und Stichprobe Das gerade beschlossene CSR-Richtlinien- Umsetzungsgesetz legt Rahmenbedingungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von großen kapitalmarktorientierten Unternehmen und Banken fest. Zu dieser Gesetzesinitiative hatte sich die deutsche Kreditwirtschaft bereits im Gesetzgebungsverfahren grundsätzlich positiv geäußert. Jedoch beinhaltet das Gesetz weder einen konkreten Standard für die Berichterstattung noch die Verpflichtung, andere außergesetzliche Standards zu erfüllen. 07 // 2017 39

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