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die bank 07 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT fi

ó FINANZMARKT fi DARSTELLUNG UMSTELLUNGSLOGIK (MONATSBÄNDER) ” 1 Strategien 1M … 24M … 48M … 72M … 84M … 120M Durchschnitt GLD 10J, historisch 0,50 % … 1,78 % … 2,30 % … 3,27 % … 3,38 % … 3,97 % 2,83 % - Tranchenglattstellung 0,07 % … 0,18 % … 0,50 % + Tranchenaufbau -0,19 % … -0,22 % … -0,12 % … = GLD 5J, nach Umstellung 0,31 % … 1,57 % … 2,18 % … 3,20 % … 3,20 % … 3,47 % 2,20 % GLD 5J, historisch 1,09 % 8 diebank 07.2016

FINANZMARKT ó Zinsbuchsteuerung im Nullzins-Umfeld STRATEGIE An „gleitenden“ Benchmarks ausgerichtete Zielstrategien gelten im Management der gesamtbankbezogenen Fristentransformation seit vielen Jahren als State of the Art. Im Zuge einer weiteren Annäherung der Zinsstruktur an die Nulllinie bzw. einer Unterschreitung in vielen Laufzeitbereichen stellt sich zunehmend die Frage, ob eine solche regelmäßige Anlage- bzw. Fristentransformationsstrategie im aktuellen Kapitalmarktumfeld noch sachgerecht ist, zumal das regulatorische Umfeld zusätzlich steigende Anforderungen an Übernahme und Management von Zinsrisiken im Bankbuch stellt. Christoph Balke | Thomas Bader Keywords: Fristentransformation, Zinsrisiko im Bankbuch, Benchmark-Strategien Im Management der gesamtbankbezogenen Fristentransformation (regulatorisch auch als Zinsrisiko im Bankbuch bezeichnet) haben sich seit vielen Jahren sogenannte „gleitende“ Benchmark- Strategien etabliert. Diese auch als „rollierend“ bezeichneten Strukturen entsprechen dem Aufbau von Portfolios aus Festzinsanleihen, die alle über die gleiche Gesamtlaufzeit verfügen (z. B. zehn Jahre), jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten erworben wurden (z. B. vor zehn Jahren, vor neun Jahren, vor acht Jahren). Im Ergebnis entsteht durch eine solche gleitende Umsetzung ein Fälligkeitsprofil, in dem in jedem zukünftigen Laufzeitband das gleiche Volumen zurückgezahlt wird und damit zur Wiederanlage ansteht. Die hohe Akzeptanz in der Zinsbuchsteuerung resultiert dabei aus verschiedenen Umständen: ó Einerseits entspricht eine solche gleichverteilt breitere Streuung intuitiv den Erkenntnissen der Portfoliotheorie, nicht „alle Eier in ein Nest zu legen“, die auch empirisch in verschiedenen Studien bestätigt werden konnte. ó Darüber hinaus bewirken die regelmäßigen Fälligkeiten in stets gleicher Höhe eine Stabilisierung der laufenden Zinsergebnisse aus diesen Portfolios dadurch, dass regelmäßig Wiederanlagen in stets gleicher Höhe anstehen, die in der Regel auch in mittel- bis langfristigen Laufzeiten erfolgen. ó Auf Basis solcher gleitenden Strukturen gelingt eine einfach umsetzbare, wenig komplexe und weitestgehend von (Zins-) Prognosen unabhängige passive Zinsbuchsteuerung. Die Umsetzung solcher gleitender Strategien in der Zinsbuchsteuerung erfolgt dabei häufig zunächst in Form einer (einfachen) Anlage des Eigenkapitals – beispielsweise im Rahmen einer gleitend zehnjährigen Strategie. Eine Berücksichtigung von Fristentransformation im Geschäftsmodell kann ebenfalls in eine gleitende Strategie übersetzt werden – im Rahmen einer beispielsweise für einige Retailbanken typischen Strategie „zweifach gleitend 10 Jahre“ erfolgt zusätzlich zur Anlage des Eigenkapitals in gleicher Höhe eine kurzfristige Refinanzierung, die ebenfalls in ein zehnjährig gleitendes Profil investiert wird. Fristentransformation im Geschäftsmodell Im aktuellen Umfeld stehen diese grundsätzlich etablierten und seit einigen Jahren in der Praxis auch bewährten Strategien nun aber auf dem Prüfstand: einerseits vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf den Geld- und Kapitalmärkten. Bei Marktzinssätzen nahe, in Teilen unterhalb der Nulllinie stellt sich für einige Häuser die Frage, ob eine Prolongation auslaufender Tranchen auf der aktuellen Basis sachgerecht erscheint. Andererseits werden von regulatorischer Seite unter dem Stichwort „IRR BB“ erhöhte Anforderungen an das Management von Zinsrisiken im Bankbuch gestellt. Für die EBA-regulierten Banken gelten danach standardisierte prozessuale wie auch methodische Anforderungen an die Risikomessung und -steuerung bereits seit dem 1. Januar 2016. 1 Im Zuge des im April veröffentlichten BCBS-Standards 2 sieht sich dann aber auch die gesamte Branche mit einem diesbezüglich verschärften regulatorischen Rahmengerüst konfrontiert, nach dem spätestens ab Anfang 2018 ebenfalls standardisierte prozessuale und methodische Anforderungen einzuhalten sind, die aber auch neue Meldewesenprozesse und Offenlegungspflichten beinhalten. Zusätzlich werden im Rahmen des „Supervisory review and evaluation process“ (SREP) Eigenkapital-Zuschläge für im Bankbuch ein- 07.2016 diebank 9

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