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die bank 07 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

IT & Kommunikation

IT & Kommunikation Trends CYBERANGRIFFE Schaden geht in die Milliarden ó Deutschen Unternehmen sind in den letzten fünf Jahren Schäden von insgesamt 65,2 Mrd. € durch Internetattacken entstanden. Das ergibt eine jährliche Schadenssumme von rund 13 Mrd. € für die deutsche Wirtschaft. Besonders stark betroffen ist die herstellende Industrie mit einem Schaden von 27 Mrd. €, gefolgt von der Versorgungs-, Industrie- und Bergbaubranche (9,2 Mrd. €). Hintergrund der hohen Schadenssumme in diesen Branchen ist die oftmals starke Vernetzung ihrer Geschäfte, etwa durch das Fortschreiten von Industrie 4.0-Technologien. Neun von zehn befragten Unternehmen haben vor, ihre IT- Sicherheitsausgaben zu erhöhen. „Kein Unternehmen in Deutschland sollte Investitionen in die Cyber-Sicherheit vernachlässigen“, so Markus Schaffrin, Sicherheitsexperte beim Branchenverband der Internetwirtschaft eco. Besonders das Ausnutzen von Schwachstellen in Cloud- und Web-Anwendungen bereitet 66 Prozent der befragten Unternehmen Sorgen, wenn es um Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle geht. Noch größer ist aber für 59 Prozent die Angst vor langfristigen Schäden für die Reputation des Unternehmens. Bei einem erfolgreichen Cyberangriff würden sich immerhin 80 Prozent der IT- Sicherheitsbeauftragten selbst in der Verantwortung sehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centers for Economics and Business Research (CEBR) im Auftrag von Veracode. DER CHIEF INFORMATION OFFICER Wegbereiter des digitalen Wandels ó Die Position des Chief Information Officers (CIO) in Unternehmen und Organisationen wird durch die digitale Transformation stark verändert und aufgewertet. Der CIO erhält vier neue Rollen: Er wird zum Wegbereiter für die digitale Transformation, zum strategischen Berater der Geschäftsführung, zur Quelle für Innovationen sowie zum Garanten für Informationssicherheit und Datenschutz. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Whitepaper der Bundesdruckerei zur „neuen Rolle des CIO“. Mit der Digitalisierung richte sich das Tätigkeitsprofil des CIO viel stärker am Geschäftsmodell des jeweiligen Unternehmens aus, betonte Bundesdruckerei-CEO Ulrich Hamann. Seine Arbeit sei maßgeblich für den digitalen Fortschritt und schaffe die Grundlagen für neue Produkte, Herstellungsverfahren und Vertriebswege. Leider sei es in vielen Unternehmen aber oft noch so, dass der CIO vor allem für eine stabile und möglichst kostengünstige IT zu sorgen habe. Dabei sei der CIO gerade in nichttechnischen Branchen oft das einzige Mitglied der Unternehmensführung, der die vielen Dimensionen der Digitalisierung überblicke. Seine Rolle als Innovator werde deshalb immer wichtiger, nicht nur bei der Einführung neuer oder verbesserter Prozesse und Systeme. IT-LEISTUNGEN Eingekauft wird extern ó Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland setzt bei ihrer IT auf externe Dienstleister. 82 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre IT-Leistungen an andere Firmen ausgelagert, fand der Digitalverband Bitkom im Rahmen einer aktuellen Umfrage heraus. Am häufigsten werden externe IT-Dienstleister von Unternehmen aus der Transportund Logistikbranche (86 Prozent) sowie dem Handel (83 Prozent) in Anspruch genommen. Am seltensten greifen hingegen Ver- und Entsorger (76 Prozent) sowie Banken und Finanzdienstleister (77 Prozent) hier auf Outsourcing zurück und nehmen die IT lieber selbst in die Hand. Für die Wartung der Unternehmens-IT seien nur wenige Firmen auf eigene Experten angewiesen, sagt Bitkom-Experte Frank Früh. Wenn sich Unternehmen für einen externen Einkauf entscheiden, ist es wichtig, dass Prozesse mit Dienstleistern klar geregelt und abgegrenzt werden. Dazu ist innerhalb des Unternehmens entsprechend geschultes Personal notwendig. Auch das Bundesdatenschutzgesetz schreibt besondere Pflichten im Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten vor. 56 diebank 07.2016

REPUTATIONSSCHÄDEN DROHEN Datenschutz bleibt lückenhaft ó Neben rechtlichen Konsequenzen kann ein Datenleck gravierende Reputationsschäden und hohe finanzielle Verluste nach sich ziehen. 21 Prozent der Betriebe, die zum Thema Datenschutz befragt wurden, haben diese Folgen eines Datenverlusts bereits erlebt. Dass 38 Prozent der Befragten angeben, nicht im Besitz von Dokumenten zu sein, deren Verlust sich geschäftsschädigend auswirken könnte, offenbart einen weiteren, potenziell fatalen Trugschluss. Denn neben personenbezogenen Daten wie Kundenadressen und Personalakten gehören dazu beispielsweise auch persönliche Korrespondenzen oder Aufzeichnungen geistigen Eigentums. Die Erhebung, die Ipsos Mori im Auftrag von Shred-it durchführte, offenbart große Lücken sowohl beim Wissen um rechtliche Vorgaben und Konsequenzen eines Datenverlusts als auch bei der konkreten Umsetzung von Datenschutzmaßnahmen, gerade in kleinen und mittleren Betrieben. Konkrete Richtlinien für die Aufbewahrung und Vernichtung vertraulicher Daten, sowohl auf Papier wie auf elektronischen Trägermedien, haben nur etwa die Hälfte der Befragten. Nur 38 Prozent der Befragten gab an, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Aufbewahrung und Vernichtung vertraulicher Informationen genau zu kennen. Gleichzeitig bemängelten 64 Prozent der Firmeninhaber das fehlende Engagement der Regierung beim Schutz physischer und elektronischer Daten. BLOCKCHAIN-TECHNOLOGIE Investoren noch kaum vorbereitet ó Alle Welt redet laut darüber, aber wirklich vorbereitet auf die Bockchain-Technologie ist die Mehrheit der institutionellen Investoren und Vermögensverwalter noch nicht. Eine Studie der State Street Corporation brachte zutage, dass aktuell erst in weniger als jedem zehnten Unternehmen entsprechende Initiativen zur Vorbereitung auf die Implementierung angestoßen wurden. Bei der Blockchain handelt es sich um eine verteilte Datenbank, die eine kontinuierlich wachsende Anzahl von Datensätzen verwaltet und diese vor unbefugten Änderungen und Manipulationen schützt. In der Studie, die in Zusammenarbeit mit Oxford Economics durchgeführt wurde, gaben drei Viertel der institutionellen Investoren an, dass die Blockchain-Technologie eine für die breite Einführung erforderliche Größenordnung erreichen werde. Die Hälfte der institutionellen Investoren bezeichneten ihre Kenntnisse über die neue Technologie jedoch noch als unzureichend. Bei den Vermögensverwaltern besteht nach eigenen Aussagen noch bei mehr als drei Vierteln der Befragten weiterer Aufklärungsbedarf. Erwartungsgemäß geht die deutliche Mehrheit der Befragten davon aus, dass sich Blockchain am stärksten auf die IT-Abteilungen auswirken wird. Die befragten Unternehmen sind sich bewusst, dass sie Mitarbeiter mit den entsprechenden Qualifikationen benötigen, um die neuen technologischen Herausforderungen zu bewältigen. RETAILBANKING-STUDIE ZU MOBILEN DIENSTLEISTUNGEN Ein Viertel ist bereit für den RoboAdvisor ó Das Nutzungsverhalten von Privatkunden im Bankengeschäft zeigt einen klaren Trend hin zu mobilen Dienstleistungen. Weltweit verwenden 90 Prozent der Bankkunden die App ihrer Hausbank. Bereits 44 Prozent der Kunden mit Smartphone und Tablet nutzen Mobile Payment. Dies geht aus einer aktuellen Fis-Studie hervor, die das Verhalten, die Zufriedenheit und die Erwartungen von Privatkunden im Bankengeschäft untersucht. Deutsche Kunden sind jedoch bezüglich des Trends hin zu mobilen Anwendungen etwas zurückhaltender, zumindest in Bezug auf ihr persönliches Finanzmanagement. Größeres Interesse zeigt sich hingegen bei der Nutzung anderer digitaler Finanztools, wie etwa der Übersicht zu den getätigten Ausgaben. Bei der Erreichung persönlicher Finanzziele setzen die Verbraucher weltweit weiterhin auf ihre persönliche Hausbank (50 Prozent). Allerdings gab nur rund ein Viertel der befragten Kunden an, aktuell einen persönlichen Bankberater an seiner Seite zu haben. In Deutschland waren es sogar nur neun Prozent. Wie die Studie darüber hinaus zeigt, ist fast ein Viertel der Umfrageteilnehmer offen für die Nutzung eines sogenannten Robo Advisors. Online-Vermögenverwalter, die dem Kunden eine fertige Anlagestrategie offerieren, könnten also schon bald zum Standardrepertoire der Branche gehören. Generell können technische Dienstleistungen mehr Privatkunden von Banken überzeugen. So ist es Finanzinstituten weltweit gelungen, die Erwartungen im Bereich der mobilen Zahlungssysteme und im Multichannel-Management deutlich zu übertreffen. Neben dem klassischen Bankschalter haben sich das Online Banking sowie die Betreuung per Telefon, Chat und E-Mail als Standard vieler Geldinstitute etabliert. „Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Kunden erstaunlich offen für neue Formate sind, die ihre Geldanlage und ihre Finanzen betreffen“, so Christian Haas, Geschäftsführer von Fis Germany und Austria. Die Kundenbefragung macht allerdings auch deutlich, dass Banken seit der Finanzkrise 2007 weiterhin mit einem Vertrauensverlust ringen. Wichtigste Kritikpunkte sind nach wie vor die als mangelnd empfundene Fairness, Zuverlässigkeit und Transparenz der Finanzinstitute. Verbraucher wünschen sich darüber hinaus eine stärkere Individualisierung bei Beratung und Produkten. 07.2016 diebank 57

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