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die bank 06 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends FRAUEN

News & Trends FRAUEN Angst vor Altersarmut Große Sorgen treiben Frauen in Deutschland mit Hinblick auf ihre Geldanlage um. Mehr als die Hälfte von ihnen befürchtet, den aktuellen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Dementsprechend schreiben Frauen das Thema Sicherheit bei der Geldanlage sehr groß: 50 Prozent setzen auf die vermeintliche Sicherheit des Sparbuchs, so die Ergebnisse einer Studie, die die Gothaer Asset Management AG (GoAM) von forsa durchführen ließ. Doch sind Frauen tatsächlich so sicherheitsbedürftig? Sie haben mit Hinblick auf ihre Geldanlagen größere Sorgen und Ängste als Männer, vor allem in Bezug auf ihren Lebensstandard im Alter. Um den sorgen sich Frauen deutlich stärker als Männer. 55 Prozent befürchten, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen werden, um ihren Lebensstandard zu halten. Bei den Männern sind es lediglich 42 Prozent. ù Frauen sehen Sicherheit bei der Geldanlage als zentrales Kriterium. DIGITALE BEZAHLMETHODEN Der Corona-Schub hält an Digitales Bezahlen nimmt weiter zu: Bereits sechs von zehn Deutschen bezahlen kontaktlos mit ihrem Smartphone oder einer Karte. 2021 waren es 56 Prozent, 2020 knapp vor der Pandemie nur 47 Prozent. Die Corona-Krise hat den Trend eindeutig vorangetrieben: Je 30 Prozent der Mobile- Payment-Nutzer geben an, dass sie wegen der Pandemie weniger mit Bargeld hantieren, und dass die von ihnen besuchten Geschäfte zum bargeldlosen Bezahlen aufrufen. Diese Argumente haben im Vergleich zum ersten Corona-Jahr jedoch abgenommen, derzeit ist „schnell und einfach“ der Hauptgrund, so eine Postbank-Studie. Die Pandemie ist vor allem bei den über 40-Jährigen der Grund, digitale Methoden auszuprobieren: 35 Prozent möchten weniger mit Bargeld hantieren. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es nur 24 Prozent. Sie sind mehr an die modernen Zahlungssysteme gewöhnt, 24 Prozent von ihnen haben sie auch mit Rabattsystemen verknüpft. „Noch spannender als die gestiegenen Nutzungsdaten sind die Gründe für das digitale Bezahlen. Nach der Befragung im Jahr 2021 konnten wir nicht sicher sagen, ob nur die Hygieneregeln während der Pandemie den digitalen Bezahlmethoden einen kräftigen Schub gegeben haben. Jetzt wissen wir: Auch ohne diese Entwicklung hätten sich mobile Payment und kontaktlose Zahlungen durchgesetzt – weil sie unkomplizierter funktionieren“, sagte Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. „Warten auf Kunden, die ihr Kleingeld zählen, kommt immer seltener vor. Schnelligkeit und einfache Handhabung überzeugen auch nach Corona. Für den Handel ist das ein klares Signal, dass das Bezahlen mit Bargeld an der Ladenkasse auf dem Rückzug ist.“ 59 Prozent der Deutschen argumentieren, digitale Bezahlmethoden seien einfacher und schneller als Bargeld – ein Jahr zuvor sagten dies 50 Prozent. Für Mobile Payment spricht nach Ansicht von 49 Prozent, dass sie das Smartphone ohnehin immer dabeihaben und sich manchmal das Mitnehmen der Bankkarte sparen. ù CORONA-HILFEN Weniger Insolvenzen registriert Die Insolvenzzahlen in Europa wurden auch im Jahr 2021 von den politisch motivierten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geprägt. In Westeuropa (EU-14 sowie Norwegen, die Schweiz und Großbritannien) wurden insgesamt 110.451 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Pandemie bremste in vielen Bereichen die Geschäftsentwicklung. Gleichzeitig halfen zahlreiche Hilfsmaßnahmen der Regierungen, die Folgen abzufedern und aufzuschieben“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. „Je länger die staatlichen Subventionen für die Unternehmen anhalten, desto wahrscheinlicher wird das Entstehen von Zombie-Unternehmen, die nur noch unter diesen speziellen Bedingungen überleben können“, warnt Hantzsch. Veränderungen, wie ein Auslaufen der Hilfsmaßnahmen, könnten den Druck auf die Unternehmensstabilität verschärfen. Eine (Nachhol-)Insolvenzwelle werde dann wahrscheinlicher. ù 6 06 | 2022

NEWS & TRENDS STUDIE Finanz-Apps sind beliebt 64 Prozent der Bundesbürger greifen auf Finanz-Apps zurück. Diese Applikationen werden nicht nur im Bereich Payment immer wichtiger, sondern auch bei der Geldanlage. Im Bereich Payment ist PayPal klarer Platzhirsch in Deutschland. 57 Prozent nutzen den Anbieter für mobiles Bezahlen. An zweiter und dritter Stelle folgen Apple Pay (37 Prozent) und Google Pay (28 Prozent), so eine Studie von Block-Builders.de. Bisher ist die Welt der Finanz-Apps recht zerklüftet. Konkret bedeutet dies, dass für das Bezahlen oft eine andere Applikation verwendet wird als etwa für das Kaufen von Aktien, ETFs oder Krypto-Währungen. Einige sind hiermit nur bedingt zufrieden. 28 Prozent der Deutschen wünschen sich eine zentrale Finanz- App, die vieles unter einem Dach vereint. Der Anteil derer, die Bargeld nutzen, sinkt beständig. So gaben 2022 bereits 72 Prozent der Befragten an, binnen der letzten zwölf Monate unterwegs mit Bargeld bezahlt zu haben. Die Erhebung zeigt auch, dass die Google-Suchvolumina für die Begriffe Finanz-App und Aktien-App stark schwanken, wohingegen die Volumina für Bank-App deutlich weniger volatil sind. ù ZAHL DES MONATS 67 Prozent der Verbraucher weltweit wollen, dass ihre Bank oder ihr Finanzinstitut in Zukunft nachhaltiger wird, so eine aktuelle Studie der Cloud-Banking-Plattform Mambu. ORT FÜR PRODUKTABSCHLÜSSE Die Bankfiliale liegt vorne Die Bankfiliale vor Ort ist unter Verbrauchern in Deutschland immer noch äußerst beliebt. An allen Produktabschlüssen hält sie einen Anteil von 53 Prozent, so eine aktuelle Untersuchung des Esslinger Markforschungsinstituts research tools. Der durchschnittliche Anteil für den Online-Abschluss liegt bei lediglich 41 Prozent. ù AUS DER BANKENAUFSICHT BaFin wendet ESMA-Leitlinien vorbehaltlos an Die BaFin hat den aktualisierten MAR-Leitlinien der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA), die den Aufschub der Offenlegung von Insider-Informationen und die Interaktionen mit der Aufsicht regeln, zugestimmt und wendet sie uneingeschränkt an. Ziel ist es, einen konvergenten Aufsichtsansatz bei der Umsetzung der Marktmissbrauchsverordnung sicherzustellen. Die ESMA hatte die Leitlinien in der deutschen Fassung im April 2022 veröffentlicht. Die Ergänzung der MAR-Leitlinien war erforderlich, um das Spannungsverhältnis zwischen aufsichtlichen Entscheidungen innerhalb der Kapitaladäquanzverordnung und der Eigenkapitalrichtlinie einerseits sowie Artikel 17 MAR anderseits angemessen zu berücksichtigen. PAYMENT-APP Bizum tritt EMPSA bei Die European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) hat einen weiteren wichtigen Schritt getan: Anfang Juni 2022 trat der spanische Mobile-Payment-Anbieter Bizum EMPSA bei und wurde ihr 15. Mitglied. Der Beitritt von Bizum beschleunigt das Wachstum von EMPSA in Richtung gesamteuropäische Reichweite, hieß es. Bizum zählt mehr als 20 Millionen Nutzer in Spanien. Mit der Erschließung des spanischen Mobile-Payment-Markts wächst die Nutzerbasis von EMPSA auf über 90 Millionen Konsumenten in Europa. Die Entscheidung kommt nur wenige Monate nach der ersten grenzüberschreitenden Transaktion zwischen zwei EMPSA-Systemen im Januar, dem Schweizer Mobile-Payment-System Twint und seinem österreichisch-deutschen Gegenstück Bluecode. EMPSA zielt darauf ab, bestehende europäische Zahlungssysteme miteinander zu verbinden und interoperabel zu machen, um ein umfassendes mobiles Zahlungsnetz zu etablieren. EMPSA wurde 2019 von sieben europäischen Mobile-Payment-Anbietern gegründet, mit dem Ziel, allen Menschen in Europa die Möglichkeit zu bieten, die Payment-App ihrer Wahl überall auf dem Kontinent nutzen zu können. ù 06 | 2022 7

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