Aufrufe
vor 7 Monaten

die bank 06 // 2022

  • Text
  • Wwwbankverlagde
  • Risiken
  • Digitalisierung
  • Omlor
  • Baas
  • Deutschen
  • Markt
  • Fintechs
  • Deutsche
  • Unternehmen
  • Banken
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG gehören

DIGITALISIERUNG gehören Krypto-Währungen als fester Bestandteil dazu.“ Auch Julian Grigo, Managing Director Digital Assets bei der Berliner Solarisbank, ist überzeugt, dass sich die Branche der Anlageklasse nicht verschließen kann. „Auf Unternehmensseite geht es vor allem darum, keine Relevanz zu verlieren, indem man eines der attraktivsten Produkte im Kapitalmarkt auch seinen Kunden anbietet.“ Dass große Marken wie TradeRepublic Kryptos ins bestehende Angebot mit aufnähmen, große Krypto-Unternehmen wie Coinbase und Etoro international expandierten und auch kleine, frisch gestartete FinTechs direkt mit einem Krypto-Angebot an den Start gingen, sei Ausdruck eines Makro- Trends, den kein Unternehmen verpassen wolle, ist Grigo überzeugt (siehe Interview). Wie mischen die deutschen Privatbanken, Volksbanken, Sparkassen und FinTechs am Krypto-Markt mit? Was sind ihre Strategien und Pläne? Wo locken Chancen, welche Herausforderungen gibt es? Große Privatbanken halten sich mit Angeboten noch zurück Als erste deutsche Großbank hat die Commerzbank bekanntgegeben, dass sie eine sogenannte Krypto-Verwahrlizenz bei der Ba- Fin beantragt hat. Das Angebot richtet sich zunächst an Profianleger, perspektivisch aber auch an Privatanleger. Die Bank ist laut Medienberichten das 25. Unternehmen, das einen solchen Antrag bei der Aufsichtsbehörde gestellt hat. Im Themenfeld Digital Assets wolle die Commerzbank entstehende digitale Ökosysteme mitgestalten, insbesondere in Hinblick auf die Verwahrung und den Handel mit nicht-physischen Vermögenswerten, sagte eine Sprecherin. Hierzu sei man im Frühjahr 2021 eine Kooperation mit der Deutschen Börse und dem FinTech 360x eingegangen. Laut Commerzbank Chef Manfred Knof sollen neben der Verwahrung schrittweise weitere Services angeboten werden. Vor allem bei Tradern und Kunden, die Erfahrungen im Wertpapiergeschäft haben, beobachtet das Institut Interesse. Beispielsweise zeigten im Bond-Bereich Emittenten & Investoren steigendes Interesse an Krypto-Entwicklungen und sähen dieses Thema als eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft. Wie die Commerzbank bietet die Deutsche Bank für Privatkunden bis dato keine Krypto-Währungen bzw. entsprechende Produkte an. Bei der HypoVereinsbank haben die Kunden die Möglichkeit, verbriefte Investmentprodukte mit Krypto-Basiswerten über öffentliche Börsen und Handelsplätze auf eigene Entscheidung zu handeln. „Für ein weitergehendes Angebot überprüft die Bank regelmäßig die Entwicklung des Krypto-Markts und damit verbundene Fragen für die Kunden und die Bank, u. a. auch die Frage nach den CO2-Emissionen, die mit dem Krypto-Mining verbunden sind“, sagt Helmut Tolksdorf, Head of Topic Management bei der HypoVereinsbank. Darüber hinaus beschäftige sich UniCredit intensiv mit der dazugehörigen Blockchain-Technik wie Tokenisierung und prüfe, wie das Angebot für die Kunden ausgeweitet werden könne. „Der Fokus liegt dabei klar auf zusätzlichem Nutzen, der für KundInnen mit der Technik ermöglicht werden kann“, so Tolksdorf. Kleine Privatbanken bauen das innovative Geschäftsfeld zügig aus Dass Tradition und Moderne gut zusammenpassen, beweist das 1674 gegründete Bankhaus Metzler. Im vergangenen Jahr hatte das Institut bereits die erste von der Dekabank emittierte Krypto-Anleihe erworben. Diese wurde über eine Blockchain-basierte Wertpapierplattform ausgegeben. Bei der Vorlage der 2021er-Bilanz kündigte Kapitalmarktchef Mario Mattera an, in seinem Geschäftsfeld die Blockchain-Technologie zügig ausbauen zu wollen. Das im Juni 2021 in Kraft getretene elektronische Wertpapiergesetz sieht Mattera als Wettbewerbsvorteil für den Finanzplatz Deutschland, den es zu nutzen gelte. Anders als bei klassischen Anlagen werden bei Krypto- Wertpapieren keine Urkunden in Papierform benötigt. Zu den Antragstellern einer Krypto-Verwahrlizenz zählt auch die Privatbank Donner & Reuschel, die sich in einem ersten Schritt mit dem Münchner Bankhaus von der Heydt zusammengetan hat. Von der Heydt übernimmt zunächst die Krypto-Verwahrung. Einen Schritt weiter ist die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank (HAL), die Anfang April dieses Jahres ihr erstes Krypto-Wertpapier in ihrer Funktion als Registrar begab. Zuvor hatte die Bank als eines der ersten traditionellen Finanzinstitute über den Kauf der Kapilendo Custodian AG die vorläufige Erlaubnis als Registrar für Krypto-Wertpapiere und -Fondsanteilen von der BaFin erhalten. Damit kann HAL auch für andere Emittenten deren Werte im Krypto-Wertpapierregister führen. Über eine Krypto-Verwahrlizenz 46 06 | 2022

DIGITALISIERUNG Uwe Passmann, Scalable Capital. verfügen aktuell erst vier Institute, die erste hatte 2021 der deutsche Ableger der US- Krypto-Börse Coinbase erhalten. Volksbanken wollen sich als innovative Finanzdienstleister positionieren Über mangelndes Interesse kann auch Mat- thias Voelkl nicht klagen. Sein Haus führe mit einer zweistelligen Anzahl von Banken und anderen Finanzdienstleistern konkrete Gespräche über Kooperationen, sagte der Chef der Börse Stuttgart dem Handelsblatt. Mit zahlreichen deren Instituten sei man im Austausch. an- Unter anderem arbeitet die Börse Stuttgart im Krypto-Geschäft mit drei Volksbanken (Kurpfalz, Mittelhessen und Mittweida) zusammen. Diese leiten Kunden auf den Krypto-Handelsplatz BSDEX der Börse Stuttgart weiter und bekommen eine Provision, wenn diese dort aktiv werden. Voelkel geht davon aus, dass die meisten deutschen Banken ihren Kunden in zwei bis drei Jahren auf die eine oder andere Weise Krypto-Währungen anbieten werden. Der Kursverfall der vergangenen Wochen bereite ihm keine schlaflosen Nächte. Mittel- bis langfristig erwartet Voelkl ein steigendes Interesse an Krypto- Währungen. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken hatte im März 2022 angekündigt, ein eigenes Krypto-Angebot für Privatkunden ins Leben zu rufen. Vorstellbar sei eine Integration in die Banking-App, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak. In Kooperation mit der Deutschen Wertpapierservice Bank prüfe die DZ Bank, wie ein Angebot aussehen könne. Da ist die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG schon einen großen Schritt weiter. Ausgebildete Dr. Ulrich Stephan, Deutsche Bank. Dr. Sascha Otto, Bremer Sparkasse. 06 | 2022 47

die bank

© die bank 2014-2020