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die bank 06 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT KUNDENBEZIEHUNGEN WEITERDENKEN BEYOND BANKING: DIE EVOLUTION DER GESCHÄFTSMODELLE 22 06 | 2022

MANAGEMENT Der technologische Fortschritt beschleunigt die Entwicklung im Bankgewerbe. FinTechs und andere Innovationstreiber vergrößern ihre Marktanteile, während viele Finanzdienstleister bei ihren Digitalisierungsstrategien hinterherhinken. Damit einhergehend verliert das Kerngeschäft der Banken zusehends an Relevanz. Um ihren Erfolg auch in der Zukunft zu sichern, müssen sie ihre Geschäftsmodelle weiterdenken. Die Chancen der Banken liegen in mehrwertstiftenden Services – das Stichwort heißt Beyond Banking. Die Zukunft der Banken steht aktuell unter keinem guten Stern: Laut einer Untersuchung 1 glauben 58 Prozent der Befragten, dass Banken in den nächsten fünf bis zehn Jahren gänzlich vom Markt verschwinden werden, wenn sie ihre Geschäftsmodelle nicht verändern. Ihren Platz werden demnach Technologie-Giganten wie Apple Pay, Google Pay oder PayPal einnehmen. Und auch Fin- Techs dürften große Marktanteile im Bankensektor erobern. Für Banken wird es Zeit, zu handeln, wollen sie nicht das Nachsehen haben – getreu dem Motto: „Evolve or die.“ Banken wissen um die Notwendigkeit, sich weiterzuentwickeln Interessanterweise sind sich die Verantwortlichen bei den Finanzdienstleistern sehr wohl darüber im Klaren, dass sie dringend über den eigenen Tellerrand schauen und verstärkt digitale Ökosysteme bzw. Plattformen und innovative Services anbieten müssen, die über ihr Kerngeschäft hinausgehen. Das bestätigt auch eine Studie 2 von PwC, für die deutsche Bankentscheider zur Relevanz digitaler Ökosysteme befragt wurden. Rund 95 Prozent der Befragten wollen in den nächsten fünf Jahren eine eigene Plattform betreiben oder sich an einer beteiligen. Gut die Hälfte plant dies bereits für 2022. Knapp 60 Prozent wollen in fünf Jahren mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes über digitale Ökosysteme erwirtschaften. Zugleich wissen Finanzdienstleiter, dass die Zeit drängt. Entsprechend wollen sie an Tempo zulegen, bevor ihnen andere Branchen mit Plattformen zuvorkommen, deren Kundenschnittstellen ohne Banken auskommen. Die digitalen Ökosysteme läuten einen regelrechen Paradigmenwechsel bei den deutschen Banken ein. Anstatt Produkte und Services nach Kundensegmenten oder Geografien auszurichten, bieten sie die Chance, sich verstärkt auf bankferne „Beyond Banking“-Lebenswelten wie Wohnen, Mobilität oder Gesundheit zu fokussieren und so das eigene Angebot um mehrwertstiftende Services zu erweitern. Das Gute daran: Viele Banken verfügen bereits über Schnittstellen zu bankfernen Bereichen. Diese können sie nun etwa durch den Einsatz von Open Banking APIs vielfältig nutzen. Die PwC-Studie belegt zudem, dass rund 90 Prozent der Banken mithilfe von digitalen Ökosystemen näher an die Kunden rücken wollen, um so in deren Alltag eine relevantere Rolle zu spielen. Ungenutzte Potenziale für Beyond- Banking-Services Exemplarisch für solche mehrwertstiftenden Services soll an dieser Stelle das Segment Wohnen betrachtet werden. Hier können Banken gemeinsam mit Partnern bedarfsgerechte und individuelle Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bieten – angefangen bei der Suche und Auswahl der passenden Immobilie über die Finanzierung, die Investition, Förderungsmaßnahmen sowie Umzug und Eigentumsübertrag bis hin zur Organisation des Haushalts. In diesem weitreichenden Themenkomplex werden etwa Zuschussgelder bedeutsam. Das Angebot an Zuschussmöglichkeiten nimmt stetig zu. Bereits 2019 beliefen sich fünf der relevantesten Förderprogramme der KfW und BAFA im Bereich „Bauen und Sanieren“ auf einen Zuschusswert von über 900 Mio. €. Gleichzeitig mit dem steigenden ökologischen und ökonomischen Bewusstsein 06 | 2022 23

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