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die bank 06 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT lung auf Rechnung

MARKT lung auf Rechnung an, die Kunden können über den „Buy now, Pay later“-Service auch später zahlen oder sogar Ratenzahlung vereinbaren. Zudem geben die Schweden ihre Klarna Card heraus, eine Kreditkarte, die ohne Jahresgebühren auskommt. Nach eigenen Angaben arbeitet der Zahlungsdienstleister mit über 400.000 Händlern zusammen und beschäftigt aktuell über 5.000 Mitarbeiter in 22 Ländern. Zu den Top 10 der wertvollsten FinTech- Unternehmen gehören auch der britische Zahlungsdienstleister Checkout.com, die britische Neobank Revolut sowie die auf den Bahamas ansässige Krypto-Börse FTX. Auch sechs deutsche FinTechs sind zum Unicorn aufgestiegen: Scalable Capital, Trade Republic, Wefox, Taxfix sowie die beiden Fin- Techs mit Banklizenz N26 und die Solarisbank. Einige von ihnen streben bereits den Börsengang an, die Solarisbank hat diesen Schritt erst vor kurzem angekündigt. Das rasante Wachstum muss schließlich auch finanziert werden: Erst im Januar 2022 haben die Solarisbank und die Contis Group Ltd. bekanntgegeben, dass sie ihre im vergangenen Jahr angekündigte Partnerschaft erfolgreich zum Abschluss gebracht haben. Somit stehen die Chancen gut, sich in ganz Europa als führender „Banking-as-a-Service“-Dienstleister zu etablieren. Damit bieten sie Fiatund Krypto-Assets, Kreditvergabe sowie Zahlungen, Kartenausgabe und -verarbeitung in allen EWR-Ländern an. Im März 2022 wurde die Partnerschaft mit dem Berliner Neobroker fina für das Wertpapiergeschäft bekanntgegeben. Über eine API (Schnittstellen) soll das neue Produkt Partnern einfachen Zugang zum Wertpapierhandel bieten. Es heißt, das Produkt sei eine All-in-One- Lösung, die es Partnern ermögliche, als gebundene Vermittler der Solarisbank den Handel mit Wertpapieren zu betreiben. ÿ 2 FinTech-Börsenwette geht nicht immer auf Einige FinTechs haben den Börsengang bereits vollzogen. So etwa die brasilianische Nubank, die am 8. Dezember 2021 ihr spektakuläres Börsendebüt hingelegt hat und damit große Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Wachstum der digitalen Neobank war nämlich mehr als rasant. Gestartet vor sieben Jahren mit einer kostenlosen Kreditkarte, die komplett über eine mobile App gesteuert wird, bietet die Nubank heute ein digitales Konto per App an, das alle Dienstleistungen einer traditionellen Bank umfasst. Mit einer Bewertung von mehr als 40 Mrd. US-$ war die Nubank lange Zeit das wertvollste Finanzinstitut Lateinamerikas. Seit dem Börsengang hat das Unternehmen allerdings deutlich an Wert verloren. Lag der Ausgabepreis pro Aktie noch bei 9 US-$, kostet die Aktie der Nu Holdings Ltd, wie sie nun heißt, aktuell keine 4 US-$ mehr, was einem Wertverlust von über 50 Prozent entspricht. Positiv von den Marktteilnehmern aufgenommen wurden allerdings die Zahlen zum ersten Quartal 2022. Die Einnahmen von Nubank haben sich gegenüber dem Vorjahr mit 877,2 Mio. US-$ mehr als verdreifacht, unterstützt durch das Wachstum des Kreditbestands und die Gewinnung neuer Kunden. Im ersten Quartal kamen 5,7 Mio. Kunden hinzu, sodass die Bank jetzt über 59,6 Mio. Kunden in Brasilien, Mexiko und Kolumbien verfügt. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro aktivem Kunden (ARPAC) ist im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 6,7 US-$ gestiegen. Die Bank meldete zudem einen geringeren Nettoverlust von 45,1 Mio. US-$ im ersten Quartal 2022 gegenüber einem Verlust von 49,4 Mio. US-$ im Vorjahr. Der Börsenstart von Robinhood am 29. Juli 2021 lief ebenfalls weniger erfolgreich als erwartet, obwohl der Smartphone-Broker mit seiner Gratis-Plattform gerade bei jun- 10 06 | 2022

MARKT 1 | Transaktionsvolumen des deutschen FinTech-Markts in Mrd. € 350 327,11 300 298,64 271,73 250 244,87 216,8 200 182,61 161,06 150,68 150 128,08 134,32 128,37 115,02 100 102,72 100,97 71,32 50 0 5,24 0,09 0,23 2,87 51,27 52,05 49,77 46,98 44,1 41,64 33,04 23,44 24,16 16,19 9,85 12,51 0,1 0,11 0,12 0,14 0,15 0,16 0,16 0,16 0,16 6,13 0,24 0,24 0,24 0,25 0,26 0,26 0,26 0,25 0,25 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 Alternative Financing Alternative Lending Digital Investment Digital Payments Neobanking Quelle: Statista. gen Anlegern einen Trading-Boom ausgelöst hat, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Beliebtheit von Krypto-Währungen. Statt den geschätzten 42 US-$ pro Aktie lag der Ausgabepreis letztendlich bei 38 US-$ pro Anteil. Der Smartphone-Broker war damit mit 32 Mrd. US-$ bewertet, immerhin fast dreimal so viel wie vor dem Börsengang. Danach ging es mit dem Aktienkurs allerdings kontinuierlich bergab. Mittlerweile notiert die Aktie bei rund 10 US-$. Ursächlich für den Kursrutsch waren wiederholt enttäu- 06 | 2022 11

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