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die bank 06 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE 3 |

BERUF & KARRIERE 3 | Arbeitswelt der Zukunft Branchen-Vergleich (Top-2: Trifft voll und ganz zu + Trifft eher zu) Frage 18: Wenn Sie sich gedanklich einmal ins Jahr 2030 versetzen: Wie stark treffen folgende Aussagen dann auf Ihre Arbeitswelt zu? Basis: Alle Befragten, n = 1.000 (Skalierte Abfrage – Top-2: Trifft voll und ganz zu + Trifft eher zu) Besonders Arbeitnehmer aus der Finanzbranche gehen davon aus, dass sie zukünftig völlig ortsunabhängig arbeiten können. Gesamt Finance/ Banking Automotive IT Retail Maschinenbau Health Basis (N) 1.000 359 100 281 111 58 91 Ich kann vollkommen ortsunabhängig arbeiten 84 % 90 % 87 % 85 % 71 % 88 % 66 % Teammeetings finden nur noch online statt 78 % 84 % 78 % 78 % 68 % 76 % 68 % Ich kann mir meine Arbeitszeit vollkommen flexibel einteilen Unternehmen suchen Mitarbeiter, die querdenken und das Unternehmen voranbringen Auslandsaufenthalte und Geschäftsreisen werden komplett durch virtuelle Meetings ersetzt 78 % 81 % 76 % 81 % 68 % 69 % 68 % 77 % 81 % 73 % 78 % 76 % 74 % 67 % 70 % 77 % 69 % 70 % 56 % 62 % 67 % Führungspositionen werden projektweise vergeben 69 % 79 % 64 % 71 % 47 % 66 % 56 % Der Einstellungsprozess findet nur noch online statt 66 % 74 % 59 % 68 % 50 % 59 % 58 % Ich gehe nur noch zum Austausch mit den Kollegen ins Büro 64 % 70 % 62 % 69 % 51 % 53 % 52 % Mitarbeiter suchen sich ihre Aufgaben selbst 60 % 70 % 50 % 64 % 41 % 47 % 51 % In meinem Unternehmen wird vollkommen hierarchiefrei gearbeitet 60 % 71 % 49 % 64 % 36 % 52 % 48 % Es gibt keine Firmengebäude mehr 53 % 64 % 41 % 60 % 27 % 33 % 37 % Anteil signifikant über dem Durchschnitt Anteil signifikant unter dem Durchschnitt Quelle: EY. Etwas schwerer tun sie sich mit der Digitalisierung insgesamt. So erklären zwar auch 56 Prozent der Befragten über alle Branchen hinweg: „Mir kommt die Digitalisierung recht. Dadurch wird vieles einfacher und ich habe mehr Zeit für interessante Tätigkeiten.“ 20 Prozent jedoch fürchten, dass mit der zunehmenden Automatisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz der eigene Arbeitsplatz überflüssig wird, elf Prozent empfinden eine immer stärkere Entfremdung von ihrem Arbeitgeber und 13 Prozent erklären: „Ich nehme die Veränderung hin und konzentriere mich stärker auch mein Privatleben.“ Im Vergleich der Arbeitnehmertypen zeigt sich, dass vor allem der besonders engagierte „umweltorientierte Kümmerer“ befürchtet, überflüssig zu werden – eine Angst, der entgegengewirkt werden sollte, damit er sich weiterhin mit voller Kraft für Veränderungen einsetzen kann. Ebenso ist dieser sehr leistungsbereite Typ derjenige, der als passionierter Teamplayer am meisten unter den negativen Aspekten der Arbeit im Homeoffice leidet. Was einen weiteren großen Trend in der Wirtschaftswelt betrifft, stechen die Antworten der Mitarbeitenden aus der Finanzbranche im Vergleich zu anderen Branchen hervor: 55 Befragten erklären, dass der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt zu ihren wichtigsten Anforderungen an einen zukünftigen Arbeitgeber zählt. 36 Prozent halten das Kriterium für wichtig, stellen aber Gehalt und/oder das Arbeitsumfeld voran. Damit liegt die Bankenbranche nach dem Bereich IT auf dem zweiten Platz im Branchenvergleich. Auch diese Anforderung sollten die Unternehmen als Arbeitgeber sehr ernst nehmen und das Engagement der Mitarbeiter auf diesem Gebiet nutzen und fördern. Denn gerade auch das Thema Nachhaltigkeit wird die Unternehmen noch weit über die Corona- Pandemie hinaus beschäftigen. 70 06 // 2021

BERUF & KARRIERE Autor Nelson Taapken ist Partner bei der Unternehmensberatung EY. FAZIT Die Angestellten in der Finanzbranche haben sich gut auf den pandemiebedingten Wandel eingestellt und sind bereit, sich auch über das Alltagsgeschäft hinaus für ihre Unternehmen einzusetzen – etwa bei Innovations- und Nachhaltigkeitsprojekten. Auf der anderen Seite erwarten sie von ihrem Arbeitgeber jedoch auch Gegenleistungen. Dazu zählen gute Arbeitsbedingungen im Homeoffice ebenso wie beim hybriden Arbeiten. Zudem sollten die Führungskräfte im Führen auf Distanz geschult sein und Kommunikationsstärke und Einfühlungsvermögen zeigen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und vom Know-how und den Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter bestmöglich zu profitieren, sollten Unternehmen den Wandel hin zu einer neuen Arbeitswelt mit entsprechenden Transformationsprojekten und Schulungen systematisch fördern und begleiten. Hinweise auf die unterschiedlichen Anforderungen und Vorlieben einzelner Fach- und Führungskräfte geben die fünf in der Studie identifizierten Mitarbeiter-Typen – vom „sicherheitsbewussten Familientypen“ bis hin zum „umweltorientierten Kümmerer“. 06 // 2021 71

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