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die bank 06 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT DRESSCODES IN

MANAGEMENT DRESSCODES IN BEWEGUNG Des Bankers neue Kleider Lange waren sie die letzte Bastion der Anzugträger, jetzt lockern auch die Banken die strengen Kleiderregeln. Was heute geht und was nicht, entscheiden die meisten Institute mit Blick auf die Kunden. Umfragen und Styleguides sollen sicherstellen, dass der Auftritt zum Anspruch passt. Die neue Vielfalt freut auch die Modedesigner von Business Looks. Die Frankfurter Sparkasse wollte es ganz genau wissen. In insgesamt 20 Filialen ließ sie ihre Kunden per Touchscreen mehrere Wochen lang darüber abstimmen, in welchem von drei Outfits sie die Kundenberater am liebsten sehen wollen. Kundennähe nennt Robert Restani als Hauptgrund für die ungewöhnliche Aktion. „Wie bei vielen anderen Themen orientieren wir uns auch an der Meinung unserer Kundinnen und Kunden, wenn es um den Dresscode geht“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Sparkasse. Zwei Mitarbeiter, Lena Klein-Steding und Max Scholich, schlüpften für die Kleiderwahl als Models in drei unterschiedliche Outfits. Am besten gefiel 40 Prozent der Befragten die goldene Mitte, nicht zu lässig, nicht zu förmlich. Beim sog. „Business Casual“-Look verzichtet der Mann auf die Krawatte, aber nicht auf das Einstecktuch im blauen Sakko, das er mit beiger Chino-Hose, braunem Wildledergürtel und braunen Wildlederschuhen kombiniert. Sie trägt zu blauem, knielangen Kleid einen legeren hellblauen Blazer und sportliche Schuhe. Der klassische Look mit blauem Hosenanzug bzw. Anzug, mit weißer Bluse oder weißem Hemd und Krawatte nebst Einstecktuck kam weniger gut an, ebenso wie die legere Variante aus weißem, offenem Hemd mit dunkelblauer Jeans und Sneakers bei ihm. Die Kollegin peppte ihr lockeres Outfit aus dunkler Jeans und weißem V-Pulli mit roten Pumps auf. Aus diesen Erkenntnissen will die Frankfurter Sparkasse nun eine Stilfibel erarbeiten, verbindlich soll der Dresscode allerdings nicht sein. Nach der Hamburger Sparkasse, der zweitgrößten deutschen Sparkasse, die schon vor rund drei Jahren als Stil „Haspa Business Casual“ einführte, ziehen immer mehr Institute aus dem öffentlich-rechtlichen Lager nach. Nicht nur Günter Höger, Vorstandschef der Nassauischen Sparkasse, findet: „Die Krawatte ist überholt.“ Auch bei den privaten Banken geht es zunehmend lockerer und vor allem individueller zu. So beobachtet Andreas Angerer, Chefdesigner beim Modelabel René Lezard: „Ein strenger Dresscode existiert selbst in der Finanzwelt nicht mehr.“ (siehe Interview ab S. 28) Sogar die als sehr konservativ geltenden US-Investmentbanken verabschieden sich von allzu starren Regeln. Im März dieses Jahres etwa ließ die neue Führung von Goldman Sachs mit David Solomon an der Spitze die Mitarbeiter via Memo wissen, dass Krawatten- und Kostümpflicht schlicht nicht mehr zeitgemäß seien. Goldman habe eine breite und diverse Kundenbasis in der ganzen Welt und man wolle, dass 20 06 // 2019

MANAGEMENT sich alle Kunden mit den Goldman-Teams wohl fühlten, heißt es zur Begründung. Vor drei Jahren hatte bereits Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, den Dresscode gelockert. Die Banker folgen damit ihren ehemaligen und auch neuen Kollegen, die heute bei den FinTechs nicht nur nach neuen agilen Regeln arbeiten, sondern einen Look wählen, der zu ihnen und ihrer Einstellung passt. Die Krawatte, lange Symbol für die Seriosität von Geschäftsleuten, aber auch Accessoire der oftmals nicht mehr erfolgreichen Old Economy, gehört da definitiv nicht dazu. Dass jetzt jeder in der Bank anziehen kann, was er möchte, bedeutet das jedoch keinesfalls. Die Mitarbeiter sollten sich so kleiden, wie es zu den Erwartungen der Kunden passe, heißt es etwa im Goldman- Memo. Ein Satz, den man heute auch oft in Deutschland hört, mit dem aber offenbar nicht jeder etwas anfangen kann. Immer noch kein Hoodie in der Bank Damit Anspruch und Wirklichkeit in Einklang sind, lässt etwa die Kreissparkasse Göppingen einen kleinen Stilberater verteilen, für den sich Mitarbeiter-Models ablichten ließen. Flip-Flops, sehr kurze Röcke, Bermudas oder T-Shirts mit Aufdruck passen demnach nicht in die offeneren, toleranteren Zeiten. Und Hoodie statt Hemd gilt zwar bei vielen FinTechs als schick, wird aber nicht immer als passend empfunden. Auch einige Chefs von FinTechs würden zwar ohne Krawatte, aber keinesfalls in Jeans und T-Shirt zum Kunden gehen. Mit Banken als Kunden vertrage sich kein zu lockeres Outfit, findet etwa Dr. Tim Sievers, Geschäftsführer von Deposit Solutions in Hamburg. Ganz basisdemokratisch geht es im Quartier Zukunft der Deutschen Bank zu. In der modern eingerichteten Filiale an Berlins Shoppingmeile Friedrichstraße lässt Leiterin Nadin Chucher ihre 30 Kollegen mitbestimmen, was geht und was nicht. Will jemand Sneakers tragen, muss er bei fünf Kollegen und Kunden Feedback einholen, wie diese seine Schuhe finden. Dass die Mehrheit der Befragten kein Problem mit gepflegt lässigem Schuhwerk hat, beweist eine Magnetwand. In der Spalte „ok“ finden sich deutlich mehr Punkte als bei „nicht ok“. „Grundsätzlich hat bei uns die Individualität Vorrang. Die Mitarbeiter müssen zu ihrem Outfit stehen, das aber auch eine gewisse Güte ausstrahlen sollte“, unterstreicht Chucher. Mit Güte verbanden die Verantwortlichen der Bank zunächst einmal eine klassische Uniform: blaues Kostüm, blauer Anzug, weißes Hemd, weiße Bluse, dezente Krawatte, Einstecktuch. So mussten Chuchers Kollegen nach dem Start des Trendlabors der Deutschen Bank im Jahr 2005 bei der Arbeit erscheinen. Eine Kundenbefragung lieferte jedoch ein Ergebnis, das so niemand gewollt hatte. Die Uniform strahle Distanz aus, so das Fazit. Chucher ließ den Kunden deshalb Fotos mit unterschiedlichen Business Looks zeigen. Im Anschluss entwickelte sie mit ihrem Team eine Art Outfit-Baukasten, der viele Freiheiten lässt. Nur an einem Tag des Jahres hat die Chefin einen konkreten Kleiderwunsch. Am 17. Mai, dem „IDAHOBIT-Day“, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- 06 // 2019 21

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