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die bank 06 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó IT & KOMMUNIKATION

ó IT & KOMMUNIKATION Die Entdeckung granularer Datenwürfel MELDEWESEN UNTER BCBS 239 Die im Januar 2013 veröffentlichten „Principles for effective risk data aggregation and risk reporting“ (BCBS 239) befinden sich aktuell in der Umsetzung. Abhängig von der Kategorisierung der einzelnen Institute ist der jeweilige Umsetzungsgrad unterschiedlich weit fortgeschritten. Für global systemrelevante Banken musste eine Umsetzung bereits zum 1. Januar 2016 erfolgen. Die Manifestierung für national systemrelevante Banken erfolgt in der aktuell zur Konsultation stehenden 5. Novelle der MaRisk. Eine wesentliche Herausforderung für die erfolgreiche Umsetzung der BCBS 239-Anforderungen liegt darin, Abhängigkeiten zu künftigen regulatorischen Entwicklungen zu antizipieren und nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Marco Lenhardt | Andrea Kemmer Keywords: Risikodatenaggregation, European Reporting Framework, AnaCredit, BIRD Aufgrund weiterer regulatorischer Anforderungen wie z. B. AnaCredit lässt sich eine Tendenz in der zukünftigen Entwicklung des Meldewesens und der Abhängigkeiten zu BCBS 239 erkennen: Das klassische, formularbasierte Meldewesen wird sukzessive durch die Übermittlung granularer Datenwürfel abgelöst. Um diese Ablösung effizient umzusetzen, gibt BCBS 239 sinnvolle Leitlinien vor. Als übergeordnete regulatorische Anforderung an das Meldewesen steht das Single Rule Book, das im Rahmen der europäischen Bankenunion mit den drei Säulen Single Supervisory Mechanism (SSM), Single Resolution Mechanism (SRM) und Single Deposit Guarantee Scheme (SDGS) Berücksichtigung findet. Vor dem Hintergrund der Betrachtung der perspektivischen Änderungen im Meldewesen wird im Folgenden der Fokus speziell auf den Single Supervisory Mechanism (SSM) gelegt. Der SSM dient der Gewährleistung einer einheitlichen Aufsicht in der Eurozone und definiert somit zugleich die Rolle der EZB neu. Die EZB wird zukünftig als übergeordnetes Aufsichtsorgan mit den nationalen Aufsichtsbehörden (NCA) kooperieren und die Überwachung bedeutender nationaler Banken koordinieren. „Big Data Analytics“ der EZB Als erste Indikation der Entwicklung des Meldewesens von einem formularbasierten hin zu einem datenbasierten Ansatz kann man den in den Jahren 2013/14 durchgeführten Asset Quality Review (AQR) ansehen. Im Rahmen der Übernahme der Überwachungstätigkeiten durch den SSM mussten Banken sehr granulare Daten auf Einzelgeschäftsebene zu Bereichen aus Risk Assessment, Balance Sheet Assessment und Stresstest an die europäische Aufsicht melden. Die EZB hat dadurch zum ersten Mal eine europaweite, überaus granulare Datenbasis geschaffen, die ihr über alle systemrelevanten Institute hinweg deutlich mehr Analysemöglichkeiten geboten hat. Im ersten Schritt waren beispielsweise verstärkt qualitative und quantitative Analysen der Key Risks der Institute möglich. Die grundsätzliche Zielrichtung der europäischen Aufsicht ist das Verständnis des intrinsischen Risikoprofils der betroffenen Banken, um die Finanzstabilität im Euroraum sicherzustellen. Im Rahmen des AQR diente dazu auch die Begutachtung des Bank- und Handelsbuchs inklusive der Richtlinien und Modelle. Als Grundlage für die Prüfung der Kredite und Level 3-Instrumente wurden außerdem risikobehaftete Portfolien ausgewählt. Die Prüfung und Meldung erfolgte sowohl durch die Aufsicht als auch durch externe Wirtschaftsprüfer, und als Basis der Ergebnisse des AQR wurden im Anschluss Stresstests durchgeführt. Wurden bei diesen Stresstests in den betrachteten Szenarien Mindestquoten unterschritten, so führte dies für Institute zu zusätzlichem Kapitalbedarf. Die „gläserne“ Bank durch AnaCredit Als zweite Indikation für die Entwicklung des zukünftigen Meldewesens hin zu einem datenbasierten Ansatz dient die Erhebung von granularen Einzeldaten im Kontext des Analytical Credit Datasets (AnaCredit). Durch diese Meldeanforderung werden Banken „gläsern“. 58 diebank 06.2016

IT & KOMMUNIKATION ó fi PROJEKTPLAN BCBS 239-UMSETZUNG Entwicklung europäische Aufsicht Auswertung formularbasierter Daten wie COREP und FINREP, verknüpft mit Ergebnissen aus den STEs oder Ad-hoc-Anfragen Ad-hoc- Anfragen AQR COREP EZB- Analysen FINREP Short Term Exercise EBA- Stresstest FBE/NPE Verknüpfung formularbasierter und datenbasierter Meldungen (AnaCredit, STE, etc.) und erste Plausibilisierung ... ... ... EZB-Analysen (verknüpft mit AnaCredit) „loan-by-loan“ oder „borrower-by-borrower“ European Reporting Framework: Wesentliche statistische und bankaufsichtliche Anforderungen granular aus einem Datenpool Datenverknüpfung EZB-Analysen Heute 1 Zwischenlösung 2 Zielbild Entwicklung in den Instituten COREP FINREP FBE/NPE EBA- Stresstest NCA/EZB AQR Ad-hoc- Anfragen Short Term Exercise Heterogene Datenanlieferung ohne Plausibilisierungsmöglichkeiten Analysen / Auswertungen Einheitliche Datenbasis und Plausibilisierung FINREP Ad hoc- Anfragen FBE/NPE Short Term Exercise COREP EBA Stresstest AQR NCA/EZB Heterogene Daten, die aber plausibilisiert sind Antizipation der durch die Aufsicht zu erwartenden Rückfragen oder Bewertungen BCBS 239: Integrierter Datenhaushalt generiert Datenwürfel in der Reporting-Schicht Integriertes externes Reporting: ■ FINREP/COREP ■ Ad-hoc-Anfragen NCA/EZB ■ STEs ■ Stresstest ■ … Alle internen und externen Reports basieren auf einem integrierten Datenhaushalt Konsistenz und Flexibilität sichergestellt Umsetzung der BCBS 239-Anforderungen 06.2016 diebank 59

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