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die bank 05 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE

BERUF & KARRIERE KARRIERE ALS BANKER/IN DIGITALER, DIVERSER, NACHHALTIGER 54 05 // 2021

BERUF & KARRIERE Banken galten für die Karriereplanung mal als sichere Bank. Heute machen viele Geldhäuser mit Personalabbau, Filialschließungen und Skandalen Schlagzeilen. Trotzdem halten Personaler, Mitarbeitende und Experten die Branche immer noch für extrem attraktiv. Als Deutschlands zweitgrößte Privatbank Ende September 2020 den Nachfolger für Noch-CEO Martin Zielke präsentierte, da fragten sich viele: Manfred wer? Gerade einmal eineinhalb Jahre hatte Manfred Knof im Banking gearbeitet, zuletzt eine Ebene unter dem Vorstand als Chef der DB Privat- und Firmenkundenbank. Den größten Teil seiner Karriere verbrachte der gebürtige Kölner nach Jurastudium, Promotion und einer kurzen Station bei der Unternehmensberatung Kienbaum jedoch bei Deutschlands größter Versicherung. Gut 20 Jahre lang blieb der heute 55-Jährige schließlich der Allianz treu, bei der er 1996 als Projektleiter in München ein- und bis zum Vorstandsvorsitzenden der Allianz Deutschland AG aufstieg. Zu wenig Banking-Erfahrungen für die herausfordernde Sanierungsaufgabe bei dem MDax-Konzern, bemängelten seine Kritiker nach der Bekanntgabe der überraschenden Personalie. Der damals gerade angetretene neue Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans- Jörg Vetter sah das naturgemäß anders, lobte Knof vielmehr als erfahrenen und umsetzungsstarken Topmanager, der sich in unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen habe. Weggefährten beschreiben den neuen CEO als fokussiert, direkt und guten Zuhörer. Er mache, was er sage. Ein charismatischer Redner sei er hingegen nicht. „Umsetzen und liefern“, das unterscheide ihn am meisten von anderen Managern, sagt Knof über sich selbst. Anfang Januar 2021 trat der Vater von zwei Söhnen seinen neuen Posten an. Und spätestens seither dürfte der Name einer breiten Öffentlichkeit bekannt sein. Keine Bank sorgt aktuell für so viele Schlagzeilen wie die Commerzbank. 10.000 Stellen brutto sollen laut Arbeitsdirektorin Sabine Schmittroth bis 2024 wegfallen. Die Zahl der Filialen will das Institut von aktuell 790 auf bundesweit 450 Standorte drastisch verringern. Wegen Umbaukosten und Corona-Belastungen rechnet die teilverstaatlichte Bank auch 2021 mit Verlusten. Und erneut wechselt die Spitze des Aufsichtsrats, nachdem sich Hans-Jörg Vetter nach nur wenigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte. Der Fachkräftemangel sorgt für Bewegung in der Branche Längst gilt ein Arbeitsplatz bei den Geldhäusern nicht mehr als sichere Bank. Zwischen der Jahrtausendwende und 2019 sank die Zahl der Beschäftigten laut AGV Banken (dem Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes) allein bei privaten Banken und Bausparkassen um 90.450 auf 162.300 Mitarbeiter. Dazu leidet das Image der Branche unter Skandalen wie CumEx sowie Restrukturierungen. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Sozialforschung Forsa landeten Bank-Manager und -Angestellte nach Politikern, Mitarbeitern von Telefongesellschaften und Werbeagenturen sowie Versicherungsvertretern auf dem fünften Platz in der Liste der Berufsgruppen mit dem schlechtesten Ansehen. Trotzdem halten Personalberater wie Aleksander Montalbetti von Signium International die Branche immer noch für extrem attraktiv. „Die großen Treiber sind die Themen Diversity, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.“ Die Corona-Pandemie habe zudem gezeigt, wie systemrelevant die Kreditinstitute seien, ergänzt Vanessa Sproedt-Graef, Direktorin beim Personaldienstleister Robert Half. Außerdem werde in der Branche immer noch sehr gut gezahlt. Und was vielen Banken Sorgen bereitet, birgt für Bewerber Chancen. Denn auch der Fachkräftemangel sorgt für Bewegung, zwischen den privaten, öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Instituten ebenso wie zwischen den Branchen. „Es sind nicht nur vielfältigere Karrieren in den Banken möglich, sondern es gibt auch mehr Wechsel zwischen den Häusern“, beobachtet etwa Christoph Auerbach, Personalleiter bei der HypoVereinsbank. Zudem gebe es mehr Quereinsteiger aus unterschiedlichen Branchen, gerade im Vertrieb. Über mangelnde Aufträge von Finanzdienstleistern klagen die Headhunter nicht. „Gute Bankkaufleute sind immer begehrt. Und Banken, die Personal abbauen, suchen 05 // 2021 55

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