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die bank 05 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 |

MARKT 1 | Kundenvermögen in Billionen US-$ Kategorie 2007 2012 2016 2020 2025 CAGR 2016-2025e Pension-Fonds 29,4 33,9 38,3 53,1 64,6 6,0 % Versicherungen 21,2 24,1 29,4 38,4 44,7 4,8 % Staatsfonds 3,3 5,2 7,4 10 13,6 7,0 % HNWI 50,1 52,4 72,3 93,4 119,9 5,8 % Mass Affluent 55,8 59,5 67,2 84,4 102,2 4,8 % Kundenvermögen gesamt 159,7 175,1 214,6 279,3 345 5,4 % Globale AuM 59,4 63,9 84,9 111,2 145,4 6,2 % Quelle: PWC Asset & Wealth Management 2017. dahin wird sich das Infrastrukturvermögen von 0,6 Bio. US-$ im Jahr 2016 auf 3,4 Bio. US-$ im Jahr 2025 mehr als verfünffacht haben. Wenngleich das in Immobilien investierte Vermögen weniger dynamisch wachsen wird, dürfte sich das Anlagevolumen von 1,2 Bio. US-$ auf 2,2 Bio. US-$ verdoppeln. Unveränderter Druck auf die Margen Die seit 2008 infolge der Finanzkrise verschärfte Regulierung macht beträchtliche Aufwendungen und Investitionen erforderlich. AIFMD, Basel III, EMIR, MiFID II und andere, sich zum Teil überschneidende und ergänzende Regelwerke wie FATCA wirken sich mal direkt, mal indirekt auf das Asset Management aus. Dadurch steigt die Komplexität und die Anbieter sind gezwungen, ihr Produktportfolio noch intensiver zu überdenken. Als Folge der verschärften Regulierungsanforderungen werden die Margen weiter erodieren und damit das Geschäftsmodell vieler Asset & Wealth Manager grundsätzlich infrage stellen. Hinzu kommen Trends wie die digitale Vermögensverwaltung (Robo Advisory) und kostengünstige passive Investmentprodukte, die ebenfalls zulasten der Marge gehen. Als Beispiel für diese Entwicklung kann die Kooperation der ING-DiBa mit dem Online-Vermögensverwalter Scalable Capital gesehen werden. Seit der Bekanntgabe hat das Institut nach eigenen Angaben über 7.000 Kunden mit einem Anlagevolumen von 150 Mio. € dafür gewonnen. Im Allgemeinen sind die Vermögensverwalter an dieser Entwicklung zum Teil selbst schuld. Da viele aktiv gemanagte Fonds nur noch eine unzureichende Rendite erzielen, die zum Teil noch unterhalb der Marktrendite liegt, fahren Investoren mit ETFs, deren Performance sich zum Großteil in Höhe der Marktrendite bewegt, durchweg besser. Die Gewinnmargen dürften seit Ausbruch der globalen Finanzkrise um etwa 10 Prozent zurückgegangen seien, so PwC. Zugleich verweisen die Berater darauf, dass Gewinnmargen von 30 Prozent – wie in den Blütenzeiten der Branche – vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr zu erzielen seien. Einer Studie von Roland Berger zufolge belief sich die durchschnittliche Gewinnmarge der Top 6-Vermögensverwalter im Jahr 2016 auf etwa 13 Prozent. Höhere Gewinnmargen erzielten nur Fidelity (18 Prozent), JP Morgan (20 Prozent) und BNY Mellon mit knapp 30 Prozent. Europäische Asset Manager wie die Allianz AM oder Amundi sollen Gewinnmargen von etwa 12 Prozent bzw. 10 Prozent erzielt haben. Dass zum Beispiel Amundi geringere Margen ausweist, hängt vornehmlich damit zusammen, dass die Gesellschaft einen großen Teil des verwalteten Vermögens über ETFs einsammelt. Trotz des Margendrucks erzielt die Branche im Schnitt nach wie vor hohe Gewinne, trotz der Disparitäten innerhalb des Sektors. Black Rock–Top-Asset Manager in Europa Mit einem verwalteten Vermögen in Europa von 756 Mrd. € setzt sich Black Rock mit einem Marktanteil von 7,24 Prozent deutlich von der Konkurrenz ab. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Amundi mit 401 Mrd. € (3,85 Prozent) und JP Morgan mit 322 Mrd. € (3,08 Prozent). Unter den Top 10 befinden sich auch die Deutsche Bank (Platz 4, 287 Mrd. €), UBS, BNP Paribas Asset Management und Nordea. Wenn man die geschätzten Zuflüsse in den vergangenen Jahren als Maßstab nimmt, dann wird die Dominanz der Top-Platzierten noch 14 05 // 2018

MARKT 2 | Net Assets of European Investment Funds 1 (EUR Billionen) 15,623 12,044 13,384 8,238 14,191 9,714 8,675 7,908 8,573 9,468 8,366 6,246 10,351 6,799 7,190 6,056 6,290 7,465 5,919 5,199 5,556 4,477 5,146 5,516 5,909 4,138 1,853 1,637 1,861 2,189 2,324 2,661 2,935 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 AIF UCITS deutlicher. Allein im Jahr 2017 haben Blac Rock und Amundi 101 Mrd. € bzw. 48 Mrd. € eingesammelt. Im Vergleich dazu sind der Deutschen Bank 17 Mrd. €, der Allianz 17,5 Mrd. € und Union Investment 14 Mrd. € zugeflossen. DWS seit März 2018 an der Börse gelistet Erstaunlich ist auch, dass nur wenige europäische Vermögensverwalter börsennotiert sind. Zu den Top-Adressen zählen Standard Life Aberdeen, Schroders, Ashmore, MAN Group, Partners Group. Seit 2017 ist auch Amundi und seit März 2018 auch die Deutsche Bank- Tochter DWS gelistet. Die DWS ist angesichts der niedrigen Marktkapitalisierung von ca. 6 Mrd. € eher mit mittelgroßen börsennotierten Asset Managern zu vergleichen. Dagegen kommen Amundi und Standard Life Aberdeen auf eine Marktkapitalisierung von etwa 13 Mrd. €. Die Deutsche Bank musste beim Börsengang gegenüber den ur- sprüngli- chen Plänen deutlich abspecken und verkaufte nur 22,5 Prozent der Anteile. FAZIT Vor dem Hintergrund der regulatorischen und strukturellen Bedingungen und der volatilen Entwicklung an den Kapitalmärkten stehen Vermögensverwalter vor großen Herausforderungen. Dennoch sollten das positive wirtschaftliche Umfeld und die unverändert hohen Kundenzuflüsse sich als förderlich für die Branche erweisen. Autor Karl-Heinz Goedeckemeyer ist unabhängiger Finanzanalyst mit langjähriger Erfahrung in den Segmenten Banken/Finanzdienstleistungen und Immobilien. Daneben verfasst er Fachbeiträge in ausgewählten Immobilienund Wirtschaftsmagazinen. 05 // 2018 15

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