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die bank 05 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT HOHE NPL-QUOTEN

MARKT HOHE NPL-QUOTEN UND LAHMES WACHSTUM Kein Azurblau für Italiens Bankenhimmel Während der europäische Bankensektor allgemein Zeichen einer Stabilisierung aufzeigt, haben die traditionell retailorientierten italienischen Banken weiterhin mit einem anhaltend schwierigen Geschäftsumfeld in ihrem Land zu kämpfen. Eine Marktbeobachtung. 12 05 // 2017

MARKT Die Hauptlast der Banken resultiert seit Jahren aus den im internationalen Vergleich überaus hohen Beständen an notleidenden Krediten. Obwohl die großen Institute mit der Bilanzbereinigung und der Erhöhung der Deckungsquoten bei den Problemkrediten auf gutem Weg sind, dürfte der Druck auf die Banken, die hohen NPL (Non- Performing-Loans)-Bestände abzubauen, nicht nachlassen. Bei den kleinen und mittelgroßen Instituten dürfte dagegen die Konzentration weiter voranschreiten. Nach der gescheiterten Senatsreform im letzten Herbst sind die Zweifel unter Investoren gewachsen, ob es dem Staat gelingen wird, weitere strukturelle Reformen voranzutreiben. Da der Fokus der Parteien bis zum Neuwahltermin wohl primär auf Wahlkampf ausgerichtet sein wird, dürfte sich aber auch die überfällige Restruktuierung des Bankensektors weiter hinauszögern. Neben den Problemkrediten verschärft die Verflechtung der italienischen Banken mit dem Heimatstaat die Probleme des Bankensektors. Mit rund zehn Prozent der Assets ist die Abhängigkeit der Branche stärker als in jedem anderen Land in der Eurozone. Der sogenannte Staat-Banken-Nexus ist in Italien besonders stark ausgeprägt, sowohl im Hinblick auf die Banken als Finanzierer der Staatsschulden als auch mit Blick auf das Staats-Exposure, gemessen an den Gesamtaktiva des italienischen Bankensystems. 1 Rettungsfonds mit überschaubarem Umfang Um den kriselnden italienischen Banken bei Kapitalerhöhungen zu helfen, wurde im Frühjahr 2016 der private Rettungsfonds Atlante gegründet. Nachdem das ursprüngliche Volumen von Atlante 1 von 4,25 Mrd. € nach ersten Hilfsaktionen beinahe aufgebraucht war, wurde im August die Neuauflage namens Atlante 2 mit Geldern privater Investoren mit bis zu 5 Mrd. € ausgestattet. Im Gegensatz zum ersten Fonds soll Atlante 2 ausschließlich zum Ankauf notleidender Kredite genutzt werden. Bereits in den letzten Jahren wurden von verschiedenen Banken NPL-Portfolien veräußert. Diese stammten aber überwiegend aus Konsumentenkrediten, während Unternehmenskredite kaum verkauft wurden. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2016 NPLs in Höhe von rund 5 Mrd. € abgestoßen, wovon allein rund 3 Mrd. € auf Intesa Sanpaolo entfielen. Im Gesamtjahr 2015 belief sich das Volumen nach Angaben von Marktteilnehmern auf 19 Mrd. €. 2 Obwohl das staatliche Hilfspaket für Banken im Umfang von 20 Mrd. € ein guter Start gewesen sei, reiche das Programm weder aus, die Anfälligkeit des Bankensektors, noch das Problem der notleidenden Kredite nachhaltig zu beheben, betonte die Rating- Agentur DBRS. Inzwischen haben einige Häuser auch von der EZB Aufforderungen bekommen, den NPL-Bestand zu reduzieren. Dazu wurde ein entsprechender Leitfaden zur Konsultation gestellt. Auch die Chefbankenaufseherin der EZB, Danièle Nouy, bemängelt, dass in Italien in den vergangenen drei Jahren zu wenig für den Abbau ausfallgefährdeter Kredite durch Banken getan worden sei. Ein NPL-Abbau dürfte den Instituten aber schwerfallen, da die Ausstattung des Hilfsfonds Atlante 2 unterdimensioniert ist, ein funktionierender Markt für Ausplatzierungen kaum existiert und bei entsprechenden Verkäufen zu Marktpreisen evtl. eine höhere Risikovorsorge geschultert werden müsste. Zu den Banken, die auf Grundlage des erlassenen Bankendekrets Liquiditätsgarantien erhalten haben, gehören Banca Etruria und Banca Marche sowie die Sparkasse von Ferrara. Alle drei sind zwar bereits verkauft worden, wurden jedoch zuvor staatlich gestützt. Außerdem erhielten die Volksbank von Vicenza und Veneto Banca Staatsmittel. Beide befinden sich im Eigentum des Bankenrettungsfonds Atlante. Die EU-Kommission hat im Januar 2017 der von Italien beantragten Verlängerung des staatlichen Garantieprogramms über 150 Mrd. € – ursprünglich befristet bis zum 31. Dezember 2016 – für „solvente Banken“ bis zum 30. Juni 2017 zugestimmt. 3 Problemfall Monte dei Paschi Nachdem die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) bei ihrer Kapitalerhöhung weniger Geld eingenommen hat als die benötigten 5 Mrd. €, wird der Staat das benötigte Kapital zuschießen – unter der Voraussetzung, dass die Europäische Kommission die Rekapitalisierung von nunmehr 8,8 Mrd. € genehmigt. Bereits im Januar konnte die BMPS aufgrund eines neuen Dekrets 7 Mrd. € an staatlich garantiertem Senior Debt emittieren und hat diese zunächst auf den eigenen Büchern gehalten. Die Bank habe nun die Möglichkeit, diese entweder als Collateral bei der EZB einzureichen oder am Markt zu platzieren. Wie 05 // 2017 13

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