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die bank 05 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

UNTERNEHMENSKULTUR Die

UNTERNEHMENSKULTUR Die Leistungsfähigkeit steigern ó Die richtige Unternehmenskultur zu schaffen ist eine der drei wichtigsten Aufgaben des Top-Managements. Doch in nur 16 Prozent der Unternehmen ist dies auch als definiertes Management-Ziel vorhanden. Und gerade einmal jeder Dritte der befragten Führungskräfte ist der Meinung, eine effiziente Unternehmenskultur diene der Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Korn-Ferry-Studie. Lediglich 32 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sich ihre Unternehmenskultur auch mit der aktuellen Unternehmensstrategie vereinbaren lässt. „Am Ende wissen Unternehmen, dass sie irgendwie wichtig ist. Aber nicht, wie sie diese in eine Richtung entwickeln, die ihre geschäftlichen Ergebnisse unmittelbar positiv beeinflusst“, sagt Senior Partner Mathias Kesting. Insgesamt ist die oberste Führungsebene pessimistisch eingestellt. Nur 35 Prozent denken, dass ihre Mitarbeiter die Unternehmenskultur auch Dritten erklären und weitertragen können. Es sei jedoch wichtig, dass Führungskräfte und Mitarbeiter gemeinsam eine Kultur entwickeln, die zu ihnen und ihren geschäftlichen Zielen passt, betont Kesting. Nur dann kann sich eine größere Zahl auch mit ihrer Unternehmenskultur identifizieren. Denn der Studie zufolge machen 75 Prozent der Befragten besagtes nicht vollkommen. INFORMATIONSÜBERSCHUSS Mail-Flut frisst Arbeitszeit ó In neun von zehn Unternehmen sind die Mitarbeiter mit permanent überfüllten Postfächern konfrontiert. 52 Prozent von ihnen fällt es laut einer Potenzialanalyse von Sopra Steria Consulting schwer, die Priorität empfangener E-Mails auf Anhieb richtig einzuschätzen. Überdurchschnittlich häufig sind mit 62 Prozent davon Führungskräfte betroffen. Der Einsatz von E-Mails erfordere einen zielorientierten, bewussten Umgang mit den Informationen, so Petra Bollmer, Managerin Human Capital Management Solutions. „Sonst droht die jeweilige Technologie, ihr ursprüngliches Einsatzziel in sein Gegenteil zu verkehren.“ Dabei gibt der Umgang mit E-Mails Aufschluss über Entscheidungsfindungen in Unternehmen. Denn eine hohe Anzahl und eine permanente Nutzung der CC-Funktion deuten auf zu lange und somit langsame Entscheidungswege hin. Für einen vernetzten, agilen Informationsaustausch ist diese Art von Kommunikation ungeeignet. Als ineffektiv erweist sich laut Studie auch die Besprechungspraxis vieler Unternehmen. 64 Prozent der befragten Führungskräfte nehmen zu häufig an Meetings ohne Relevanz für das persönliche Aufgabenfeld teil. Etablierte Unternehmen könnten sich derweil an den unkonventionellen Start-up-Methoden orientieren, bei denen morgendliche Kurzbesprechungen im Stehen die klassischen Meetings ersetzen, betont Bollmer. DIGITALE TRANSFORMATION IN UNTERNEHMEN UND WORAN SIE ZU SCHEITERN DROHT Die Chefs sind oft die größten Ausbremser ó Nach einer aktuellen Studie der metaBeratung GmbH befürchten knapp 70 Prozent der befragten Führungskräfte, dass Arbeitnehmer in Unternehmen zu sehr an traditionellen Verhaltensmustern der analogen Welt festhalten und damit die digitale Transformation blockieren (siehe Grafik). Dabei sind 37 Prozent selbstkritisch der Ansicht, dass besonders das Führungspersonal in der alten Arbeitswelt verharrt. Knapp jeder Dritte sieht das größte Transformationshindernis in einer generell ablehnenden Mitarbeiterhaltung gegenüber Veränderungen. Die Digitalisierung verlange ein ganz neues Rollenverständnis aller Arbeitnehmer, das es bis in die Führungsebenen hinein zu gestalten gelte, sagt Geschäftsführer Rainer Neubauer. Eine effektive Teamarbeit erfordert die Entwicklung neuer sozialer Kompetenzen. Die Verantwortung, die vormals bei einzelnen Personen gebündelt lag, soll künftig auf Teams verteilt werden. Im digitalen Zeitalter erwarten Mitarbeiter immer öfter eine solche Unternehmenskultur. „Führungskräfte begleiten in Zukunft ihre Teams eher unterstützend und motivierend als kontrollierend“, betont Neubauer. Dabei gewinnt das Führen auf Distanz zunehmend an Bedeutung. Denn die räumliche Entfernung des Führungspersonals zu ih- ren Mitarbeitern wird größer werden – der Arbeitsort kann überall sein. Teams zu koordinieren und zusammenzuhalten erfordert ein anderes Führungsverhalten. Soziale und persönliche Kompetenzen stehen daher künftig stärker im Fokus. Woran könnte die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen scheitern? Mitarbeiter werden soziale Kompetenzen für effektive Teamarbeit nicht entwickeln Mitarbeiter werden zu wenig Veränderungsbereitschaft zeigen 15 % 17 % 37 % Führungspersonal verharrt in der alten Arbeitswelt 62 diebank 05.2016

Beruf & Karriere Trends NEUE ARBEITSPLÄTZE Jobmotor Start-ups ó Die Gründer in Deutschland schaffen im europäischen Vergleich die meisten Jobs. Im Durchschnitt arbeiten bei einem Start-up hierzulande 17 Mitarbeiter, wie der erste europäische Start-up-Monitor (ESM) zeigt. Damit liegt Deutschland bei der Beschäftigung deutlich vor der europäischen Konkurrenz. Auf Platz 2 liegen die Start-ups in Großbritannien mit 14 Mitarbeitern, gefolgt von Frankreich mit 11. Der Mittelwert der 28 EU-Mitgliedsländer liegt bei 13 Beschäftigten. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Kapital und der Zahl der Mitarbeiter“, sagt der Chef des Bundesverbands Deutsche Startups, Florian Nöll. Deutschland sei zwar europaweit gut aufgestellt, im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und China fehle es aber an Wachstumskapital. „Unsere Haupt-Wettbewerber sitzen aber in den USA oder Asien“, meinte Nöll. Befragt wurden 2.300 Unternehmen, die im Durchschnitt zweieinhalb Jahre alt sind. Die Verwirklichung neuer Geschäftsideen ist auf dem ganzen Kontinent Männersache. Nur 15 Prozent der jungen Firmen haben eine Chefin. Deutschland liegt dabei voll auf dem europäischen Durchschnitt. Schweden liegt mit einem Drittel Frauen an der Spitze. Der Politik geben die Gründerinnen und Gründer in der EU insgesamt die Schulnote 3. Hierzulande, beklagte Verbandspräsident Nöll, störten die Unternehmer aber die vielen Auflagen der Behörden. BERUF UND FAMILIE Betreuung macht zufriedener ó Hilft der Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung, steigen die Arbeits- und die allgemeine Lebenszufriedenheit der im Unternehmen tätigen Mütter. Die Zufriedenheit der Väter hingegen bleibt weitestgehend unberührt. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in punkto Vereinbarkeit schlecht ab wenngleich immer mehr Arbeitgeber in Maßnahmen zur Verbesserung von Beruf und Familie investieren. Nur 21 Prozent der Frauen in Deutschland glauben, Kinder haben zu können, ohne ihrer Karriere zu schaden. In den G20-Staaten sind es insgesamt 47 Prozent. Um die Vereinbarkeit in Unternehmen zu verbessern, ist in den letzten Jahren zunehmend die Kinderbetreuung in den Fokus gerückt. Die Anzahl der Betriebskindergärten hat sich in Deutschland von 307 im Jahr 2006 auf 668 im Jahr 2014 mehr als verdoppelt. Andere Unternehmen bieten indes finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung an oder helfen bei der Suche nach einer geeigneten Kita. DIGITALER WANDEL IN DER ARBEITSWELT Das Arbeiten von morgen ó Ob Home Office, Spracherkennung oder flexible Arbeitszeitmodelle - der technische Fortschritt verändert auch die Arbeitswelt. Eine aktuelle Studie der Adp Employer Services GmbH zeigt die aktuell wichtigsten Anforderungen eines modernen Arbeitsplatzes auf. Im Kampf um junge Talente sei es wettbewerbsentscheidend, dass Unternehmen die Erwartungen und Bedürfnisse an Mobilität, Flexibilität und persönliche Freiheit durch eine zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung erfüllen können, betont Adp Geschäftsführer Steven van Tuijl. Kernpunkt liegt hierbei auf einer sinnstiftenden Tätigkeit. So wünschen sich die Arbeitnehmer mehrheitlich etwa ein hohes Maß an Unabhängigkeit und eigenem Gestaltungsspielraum bei ihrer Arbeit. Dabei ist Flexibilität Trumpf. Denn fast alle Befragten glauben, dass sie ihre Arbeit in naher Zukunft von jedem Ort der Erde aus werden erledigen können. „Die aktuellen Trends in der Arbeitswelt sind natürlich im Lichte des enormen technischen Fortschritts zu betrachten. Sie sind letztendlich das Abbild des digitalen Wandels in der Arbeitswelt“, erklärt van Tuijl. Fast die Hälfte der Befragten befürchtet allerdings auch, dass intelligente Maschinen den Menschen am Arbeitsplatz zunehmend ersetzen werden. 05.2016 diebank 63

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