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die bank 05 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó IT & KOMMUNIKATION

ó IT & KOMMUNIKATION nen werden sich im Rahmen halten. Zudem sind Institute frei in ihrer Entscheidung, ob diese eine standardisierte Schnittstelle verwenden oder eine eigene entwickeln. Das eröffnet Optionen, Dritten Zahlungsdienstleistern zusammen mit der Schnittstelle Zusatzservices anzubieten – beispielsweise auf dem Gebiet Datensicherheit, einer Kernkompetenz der Banken. Darüber hinaus kann die PSD II-Richtlinie in diesem Marktfeld eine neue Dynamik entfalten, beispielsweise, wenn Kunden europäischer Banken ohne einen solchen Zugang Kontoinformationsdienste abfragen. Deutsche Banken können sich einen zeitlichen Vorsprung und einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Zudem bieten sich Möglichkeiten, mit anderen Banken zusammenzuarbeiten, um so für Markstandards und damit für die nötige Profitabilität zu sorgen. Auswirkungen der PSD II auf Zahlungsauslösedienste Vielversprechende Aussichten auf erfolgreiche Ertragsmodelle bieten sich auch durch neue Online- und Mobile-Payment- Verfahren. Die Bezahldienste sind allerdings nicht erst seit PSD II nur erfolgreich, wenn sie dem Kunden einen echten Nutzen bringen. Das bedeutet, dass Kunden einfach, intuitiv und unkompliziert am Rechner, per Smartphone und Tablet bezahlen können. Banken sind hier gefordert, den gesamten Zahlungsprozess an die verschiedenen Bezahlsituationen des Kunden anzupassen. Kundenakzeptanz entsteht, wenn zum Beispiel das mobile Bezahlen keine Hürde im Kaufvorgang darstellt, sondern so einfach funktioniert wie der Griff ins Portemonnaie. Akzeptanz beim Kunden ist auch deshalb wichtig, weil Händler nur bei einer breiten Kundenbasis bereit sind, diese Bezahloption in ihren Shops anzubieten. Daran zeigt sich: Die Entwicklung innovativer Bezahlverfahren ist für einzelne Banken ein schwieriges Geschäftsfeld. Kreditinstitute besitzen allein keine ausreichende Kundenbasis, um das Interesse der Online-Händler zu wecken. Es war deshalb eine logische Konsequenz, dass die Deutsche Kreditwirtschaft mit Paydirekt ein gemeinsames Produkt auf den Markt gebracht hat. Banken, die nun im Zuge der PSD II auf die Idee kommen, zusammen mit einem FinTech ein innovatives Bezahlsystem zu vermarkten, müssen den Faktor Marktrelevanz berücksichtigen. Betrachtet man das Geschäftsfeld der heute üblichen Zahlungsauslösedienste langfristig, ist es zudem fraglich, ob Bezahlverfahren wie wir sie heute kennen, eine große Lebenserwartung haben. Mit Instant Payment steht ein Nachfolger in den Startlöchern, der erneut Bewegung in den Zahlungsverkehr bringen wird. Sind Kunden erst einmal an Echtzeitzahlungen gewöhnt, wird es für Anbieter herkömmlicher Verfahren schwierig, ihren Kunden noch einen Nutzen zu vermitteln. Modulare Produkte als Ertragsmodell der Zukunft Faktisch sind Banken dazu gezwungen, ihre Ertragsmodelle komplett zu überprüfen und langfristiger zu planen, wenn sie auf lange Sicht weiter am Markt agieren möchten. Eines der Kernprobleme bei der Entwicklung neuer Ertragsmodelle ist die Tatsache, dass viele Zahlungsdienste „Free of Charge“ sind. Daran wird sich auch nach Inkrafttreten der PSD II mittelfristig nichts ändern. Was Banken verändern können, ist Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die sich an die jeweilige Lebenssituation des Kunden anpassen. Das Konzept: Der Kunde erhält die Grundfunktionen kostenfrei und kann kostenpflichtige Zusatzleistungen je nach Bedarf hinzufügen. Einige Anbieter aus dem Bereich Kontoinformationen bieten beispielsweise Gratisfunktionen für Jedermann an. Fortgeschrittene Items, wie die Verwaltung mehrerer Budgets, sind nur mit einem kostenpflichtigen Premiumpaket möglich. In ein solches modulares Ertragsmodell lassen sich Produkte und Dienstleistungen von Banken sowie die von FinTechs zusammenfügen. Das führt dazu, dass die Grenzen zwischen den Instituten und den FinTechs verschwimmen und der Kunde wieder an kostenpflichtige Produkte und Dienstleistungen herangeführt wird. Die Erste Bank in Österreich hat mit der Plattform „George“ einen solchen modularen Aufbau am Markt. Eine sieben Jahre zurückgehende Kontoübersicht kann der Kunde beispielsweise für 49 Cent pro Monat hinzubuchen. Fazit: Banken und FinTechs rücken enger zusammen Banken sollten die Zeit bis zum Juli 2018 nutzen und ihren Zahlungsverkehr zu einer innovativen Lösung umbauen. Die PSD II fördert die Entwicklung und ein Zusammenrücken der vermeintlichen Wettbewerber Banken und FinTechs. Denn durch die Richtlinie verlieren die Institute die strategische Möglichkeit der Abschottung gegenüber Dritten Zahlungsdienstleistern. Im Rahmen der Bereitstellung des Zugangs auf Konto- und Kundeninformationen bestehen vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. Die Rolle der Banken wird sein, die Innovationskraft der FinTechs in profitable Erlösmodelle einzubetten. Zu empfehlen ist diesbezüglich ein modularer Aufbau der Produkte und Dienstleistungen, unter Einbezug der FinTechs. Bankkunden erhalten eine individuelle Lösung für ihre Lebenssituation. Eine solche individuelle Lösung stückelt eine Gesamtleistung in viele kleine Produktteile und fördert so die Zahlungsbereitschaft. Als Blaupause dienen die App Stores der großen Internetkonzerne. ó Autor: Nils Purwin, PPI AG, Experte für In- und Auslandszahlungsverkehr, Regulierung und Compliance. 56 diebank 05.2016

IT & KOMMUNIKATION ó BV Detect Das Cyber-Betrugserkennungssystem Sie suchen ein Online-Betrugserkennungssystem, das direkt mit Ihrer Kundenschnittstelle und in Echtzeit arbeitet? Sie wollen aktuelle gesetzliche Anforderungen (wie z. B. MaSI) erfüllen und für kommende Anforderungen gerüstet sein? Sie wollen keine Standardsoftware einbauen, sondern selbst entscheiden, welche Module für Sie relevant sind und welche Sensoren parametrisiert werden? Die Fraud-Management-Lösung • Modulares System • Analyse in Echtzeit • White- und Blacklisting • Stetige Erweiterung der Sensorik • • Anpassung an aktuelle Bedrohungslage • Anwendungsübergreifende Auswertungen • Kompatibel mit Eigen- und Fremdsystemen • Prüfung und Erkennung von Schadsoftware • Permanente Aktualisierung von Sensordaten • Branchen und Sektor unabhängig einsetzbar • Transparenz durch nachvollziehbare Entscheidungsbäume • Statistische Analysen aufgrund historischer Transaktionsdaten • Keine „Cloud“-Lösung, Hochsicherheitsumgebung in Deutschland Kontakt: Telefon: 0 69 / 4 789 429-15 (Ingmar Besch) detect 05.2016 diebank 57

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