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die bank 05 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING für

ó BANKING für Bargeldzahlungen von 1.000 € bzw. 3.000 €. Die Befragten stehen diesen Regelungen tendenziell positiv gegenüber: Eine deutliche Mehrheit findet das akzeptabel und könnten sich dies auch für Deutschland vorstellen. Auch der Verzicht auf große Geldscheine – so ist beispielsweise in den USA der 100-Dollar- Schein die größte Banknote – stieße bei 67 Prozent auf Verständnis. Ganz anders stellt sich dagegen die Lage bezüglich der gesetzlich geregelten Bargeld-Annahmeverpflichtung von Geschäften dar. So wird in Dänemark erwogen, dass kleine Geschäfte künftig kein Bargeld mehr annehmen müssen. In Schweden ist das bereits Realität, dort können Cafés oder Kioske auf bargeldlose Zahlung bestehen. Hierzulande lehnen die Befragten den Wegfall der Bargeld-Annahmeverpflichtung jedoch strikt ab; drei Viertel der Befragten könnten sich eine so weitgehende Beschränkung nicht vorstellen. Allerdings gibt es in Deutschland durchaus bereits diverse faktische Einschränkungen, die aber meist akzeptiert werden. So findet es eine große Mehrheit in Ordnung, dass beispielsweise Tankstellen und Kioske keine 500-Euro- Scheine annehmen. Nahezu niemand empfindet dies als Einschränkung seines täglichen Lebens. Auch die Tatsache, dass Versorger von Strom, Wasser oder Telefon die bargeldlose Zahlung verlangen, stellt für 97 Prozent der Befragten keine echte Einschränkung dar. Abschaffung großer Scheine und eine Barzahlungs-Obergrenze Während die bereits faktisch existierenden Beschränkungen also weitgehend akzeptiert sind, werden die von EZB und Bundesregierung angedachten möglichen Einschränkungen – die Abschaffung des 500-Euro-Scheins und die Einführung einer Barzahlungsobergrenze – kontroverser diskutiert. Dabei macht es jedoch einen großen Unterschied, ob diese Maßnahmen für sich alleine betrachtet werden oder ob sie mit der Aussicht auf eine – aktuell überhaupt nicht im Raum stehende – vollständige Bargeldabschaffung verknüpft werden. Dies erklärt u. a. auch die teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnisse von Meinungsumfragen zu diesen Maßnahmen. Bei fokussierter Betrachtung wird eine mögliche Abschaffung des größten Euro-Scheins von einer Mehrheit tendenziell positiv gesehen, zumal er im Alltag der Meisten nahezu keine Rolle spielt. Den 200-Euro-Schein würde dagegen jeder Zweite gerne behalten. 73 Prozent der Befragten würden die Einführung einer Obergrenze für Barzahlungen befürworten, wie sie bereits in anderen Ländern implementiert wurde. Dabei sprechen sich 25 Prozent für eine Obergrenze im Bereich von 1.000 € aus, 67 Prozent der Befragten votieren für einen Grenzwert von 5.000 € oder weniger. Auswirkungen von Bargeldrestriktionen Welche Auswirkungen hätten die Abschaffung des 500-Euro-Scheins und die Einführung einer Barzahlungsobergrenze? Mario Draghi („Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten!“) erhofft sich davon Auswirkungen auf illegale Aktivitäten, von der organisierten Kriminalität über Geldwäsche bis hin zur Terrorismusfinanzierung. Inwiefern diese Effekte tatsächlich auftreten, ist jedoch umstritten, viele Experten erwarten hier tendenziell eher geringe Effekte. Dies lassen auch erste Erfahrungen aus dem Ausland vermuten. Dagegen könnten die angedachten Bargeldbeschränkungen durchaus Auswirkungen auf steuerliche Aspekte haben. Durch eine Barzahlungsobergrenze könnten größere Transaktionen über 5.000 € leichter erfasst und auf mögliche Steuerhinterziehung geprüft werden. Dies sehen auch 66 Prozent der Befragten so: Sie erwarten, dass die Einschränkung der Bargeldnutzung Steuerhinterziehung erschwert. Mögliche Auswirkungen auf die organisierte Kriminalität erwartet dagegen nur jeder Zweite. Für ihr eigenes Alltagsleben rechnen hingegen zwei Drittel der Befragten nicht 24 diebank 05.2016

BANKING ó mit signifikanten Konsequenzen. Fast jeder Zweite fürchtet jedoch potenzielle Auswirkungen auf die Privatsphäre: Eine Zunahme von bargeldlosen Transaktionen erhöht die Anzahl und Aussagekraft der hinterlassenen digitalen Spuren. Nur 16 Prozent der Befragten wären allerdings bereit, zur Wahrung ihrer Anonymität bei bargeldlosen Transaktionen einen Aufpreis in der Größenordnung von ein bis zwei Prozent zu zahlen. Zukunftserwartungen Wie wird es zukünftig weitergehen? Die Befragten erwarten mehrheitlich, dass in Deutschland mittelfristig moderate Beschränkungen der Bargeld-Nutzungsmöglichkeiten eingeführt werden. Konkret gehen 61 Prozent davon aus, dass der 500-Euro-Schein abgeschafft werden wird. 54 Prozent schätzen, dass in Deutschland eine Höchstgrenze für das Bezahlen mit Bargeld eingeführt wird. Dagegen erwarten 81 Prozent der Befragten, dass der gesetzliche Annahmezwang für Bargeld in Geschäften erhalten bleibt. Jeweils über 90 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Bedeutung des bargeldlosen Bezahlens zukünftig weiter zunimmt und sie persönlich bargeldlose Zahlungsmittel häufiger nutzen werden. Fazit Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bargeldlose Zahlungsmittel bereits weit verbreitet und sehr beliebt sind und diese auch im Alltag immer bedeutender werden. Zugleich wird aber auch deutlich, dass dem Bargeld weiterhin eine hohe Bedeutung beigemessen wird, insbesondere bei kleineren Beträgen. Moderaten Beschränkungen der Nutzungsmöglichkeit in Form von Obergrenzen im vierstelligen Bereich und der Abschaffung des 500-Euro-Scheins stehen die Befragten durchaus offen gegenüber. Eine vollständige Abschaffung des Bargelds wird jedoch von einer großen Mehrheit strikt abgelehnt. Vielmehr befürworten die Befragten ein intelligentes Nebeneinander von Bargeld und bargeldlosen Zahlungsmitteln, um die Vorteile aus beiden Welten zu vereinen. ó Autor: Prof. Dr. Sebastian Serfas lehrt und forscht im Bereich Finance & Accounting an der FOM Hochschule Nürnberg. Diese Prognosen und Zukunftserwartungen wurden abgefragt, bevor Anfang Februar die Überlegungen von EU, EZB und Bundesregierung bzgl. des 500-Euro-Scheins und einer Barzahlungsobergrenze bekannt geworden sind. NPL FORUM 2016 Problemkredite | Outsourcing | Kredittransaktionen Konferenz am 1. Juni 2016 in der Frankfurt School of Finance & Management Mit Beiträgen und Panels u.a. zu den Themen : Chancen und Risiken der Geldpolitik für Finanzstabilität Zwischen Niedrigzins, Quantitative easing und Brexit: Einfl ussfaktoren für europäische Banken (Kredit-)Portfoliorestrukturierung in der Finanzindustrie Aktuelle Trends im Zwangsversteigerungmarkt für Immobilien Insolvenzentwicklung im Schiffahrtssektor Neue (aufsichts-)rechtliche Vorgaben für NPL-Outsourcing und NPL-Transaktionen: MaRisk- Novelle 2016, Umsatzsteuer, Insolvenzanfechtung NPL-Transaktionen und Vorfälligkeitsentschädigung FinTechs als Online-Kreditmärkte mit Zukunft? Am Programm wirken u.a. mit : Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D. , Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt, Commerzbank AG Prof. Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands, Deutsche Bundesbank Dr. Jutta Dönges, Vorsitzende des Leitungsausschusses der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) Rainer Gerten, Senior Spezialist Immobilienverwertung, Postbank Immobilien GmbH Dr. Lutz R. Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank AG Prof. Dr. Christoph Schalast, Professor für Mergers & Acquisitions, Wirtschaftsrecht und Europarecht, Frankfurt School of Finance & Management Dr. Marie Louise Seelig, Mitgründerin und Geschäftsführerin, CrossLend GmbH Tilman Wittershagen, Sprecher d. Regionalen Geschäftsleitung Mitte, Deutsche Bank AG Dr. Jörg Wulfken, Rechtsanwalt, Partner, PwC Legal Programm und Anmeldung unter: www.npl-forum.com Kooperationspartner : Medienpartner : ZIPP

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