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die bank 04 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG

REGULIERUNG CRR-III-ENTWURF NEUER STANDARD- ANSATZ FÜR OPERATIONELLE RISIKEN Am 27. Oktober 2021 hat die Europäische Kommission den Entwurf eines neuen Bankenpakets II (CRR-III-E, CRD-VI-E und BRRD-III-E) veröffentlicht. Die darin enthaltenen Elemente überführen die finalen Teile des Basel-III-Rahmenwerks – auch oft als Basel IV bezeichnet – in Europäisches Recht. Ursprünglich war die Veröffentlichung des Bankenpakets bereits für Mitte des Jahres 2020 erwartet worden, wurde dann jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben. 46 04 | 2022

REGULIERUNG Der neue Standardansatz für das operationelle Risiko (SA) zur Ermittlung der bankaufsichtlichen Eigenmittelanforderung ist eine der wesentlichen Neuerungen im sogenannten EU-Bankenpaket II. Das Banking Package 2021 beinhaltet die Entwürfe zur Überarbeitung und Ergänzung der zentralen bankaufsichtlichen Werke Capital Requirements Directive (COM(2021)/663, CRD-VI-E), Capital Requirements Regulation (COM(2021)/664, CRR-III-E) und Bank Recovery and Resolution Directive (COM(2021)/665, BRRD-III-E). Die drei Dokumente bilden die Grundlage für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU-Parlament und dem EU-Rat. Das operationelle Risiko (OpRisk) wird weiterhin als die Gefahr von direkten oder indirekten Verlusten definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen sowie durch externe Ereignisse eintreten. Rechtsrisiken werden dabei von der Definition des operationellen Risikos implizit abgedeckt. Von der Definition nicht erfasst werden hingegen das generelle Geschäftsrisiko sowie das Reputationsrisiko. Die Aufsicht beurteilt mit ihren Ansätzen, ob die Eigenmittel der Institute im Hinblick auf die geschätzten operationellen Risiken angemessen sind. Der SA soll künftig alle bestehenden CRR-Ansätze zur Bestimmung der OpRisk- Eigenmittelanforderung ersetzen und für alle Institute gelten. Die bisherigen Ansätze – also der Basisindikatoransatz, Standardansatz (alt) und alternativer Standardansatz sowie die fortgeschrittenen Messansätze – geben den Instituten den Freiraum, von einem sehr einfachen Ansatz bis hin zu einem sehr komplexen Ansatz, eine Methodik zu wählen. Die Institute können also derzeit grundsätzlich ein Verfahren wählen, das zur Institutsgröße passt. Nach den CRR-III-Vorschlägen wird künftig für alle Banken in der EU ein einheitlicher Ansatz gelten, der ab dem 1. Januar 2025 erstmals angewendet werden soll. Die CRR-III-Neuerungen kommen wenig überraschend für die Marktteilnehmer, da sich die Abkehr vom bisherigen Vorgehen hin zu einer Harmonisierung der Eigenmittelberechnung für operationelles Risiko bereits durch die Empfehlungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) abgezeichnet hat. Schon am 7. Dezember 2017 wurde der neue OpRisk-Standardansatz im BCBS-Standard 424 vorgestellt und im Zeit- 04 | 2022 47

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